Quellen & Methodik
Wissenschaftliche Grundlage

Woher wir das wissen

Aufgeschlagenes Fachbuch mit Strukturformeln, umgeben von Molekülmodellen und einer DNA-Doppelhelix

Diese Seite legt offen, worauf EssenCheck beruht: die Rechenwege hinter jedem Prozentwert — für Energie, Makronährstoffe, Mikronährstoffe und Salz, bei Mensch, Hund und Katze — und das vollständige Verzeichnis der ausgewerteten Literatur, nach Jahr geordnet.

Eine Zahl wie „12 mg Eisen“ sagt allein nichts. Sie wird erst dann zur Aussage, wenn sie gegen einen Bedarf gestellt wird — und der Bedarf hängt an Alter, Gewicht, Geschlecht beziehungsweise Tierart, Aktivität und Ernährungsstil. EssenCheck rechnet deshalb immer in dieser Reihenfolge:

  1. Bedarf bestimmen. Aus den Profilangaben wird ein vollständiger Tagesbedarf abgeleitet — Energie, Makronährstoffe, dreizehn Mikronährstoffe, Salz. Das geschieht rein rechnerisch im Browser, ohne Sprachmodell.
  2. Essen schätzen. Das Sprachmodell ordnet Foto, Text oder Etikett Lebensmitteln und Mengen zu und liefert Nährwerte zurück. Bei Barcodes werden stattdessen die hinterlegten Herstellerangaben verwendet.
  3. Ins Verhältnis setzen. Erst hier entstehen Prozentwerte, Farben und Hinweise. Die Bewertung liegt also in der Rechnung, nicht im Sprachmodell.

Die Trennung ist bewusst: Referenzwerte sind nachprüfbare Literatur und gehören nicht in ein Sprachmodell, das sie näherungsweise reproduzieren würde. Das Modell schätzt nur, was es sehen kann — das Essen.

Grundlage: DGE/D-A-CH-Referenzwerte; NRC 2006; FEDIAF 2021; Open Food Facts

Der Ruheenergieumsatz wird nach Mifflin-St Jeor berechnet. Diese Gleichung ist gegenüber der älteren Harris-Benedict-Formel in Validierungsstudien präziser und heute Standard:

Ruheumsatz = 10 × Gewichtkg + 6,25 × Größecm − 5 × AlterJahre + s
s = +5 (männlich)  ·  s = −161 (weiblich)
Tagesbedarf = Ruheumsatz × PAL

Weil EssenCheck bewusst nicht nach der Körpergröße fragt, wird ein Mittelwert angesetzt (163 cm weiblich, 176 cm männlich), den man über drei Schalter anpassen kann:

AngabeKorrekturWirkung
eher klein−8 cmrund −50 kcal
durchschnittlich±0
eher groß+8 cmrund +50 kcal

Der Aktivitätsfaktor (PAL) ist wählbar:

StufePALEntspricht etwa
Wenig aktiv1,20überwiegend sitzend, kaum Bewegung
Leicht aktiv Voreinstellung1,375sitzend mit etwas Alltagsbewegung
Mäßig aktiv1,55stehende Tätigkeit oder regelmäßiger Sport
Sehr aktiv1,725körperliche Arbeit oder tägliches Training

Jede Grundumsatzformel ist eine Schätzung für Bevölkerungsdurchschnitte. Bei sehr hoher Muskelmasse, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Stoffwechselerkrankungen weicht der reale Bedarf ab — teils erheblich.

Grundlage: Mifflin & St Jeor, Am J Clin Nutr 1990; DGE-Referenzwerte Energie

Bis auf das Protein werden alle Makronährstoffe als Energieanteil gerechnet und dann über die physiologischen Brennwerte in Gramm umgesetzt (4 kcal/g bei Protein und Kohlenhydraten, 9 kcal/g bei Fett).

NährstoffZielwertRechnungReferenz
Protein0,8 g je kg Körpergewicht0,8 × kg, alterskorrigiertDGE
Kohlenhydrate50 % der Energiekcal × 0,50 ÷ 4DGE
Fett30 % der Energiekcal × 0,30 ÷ 9DGE
gesättigte Fettsäurenhöchstens 10 % der Energiekcal × 0,10 ÷ 9DGE/WHO
freier Zuckerhöchstens 10 % der Energiekcal × 0,10 ÷ 4WHO 2015 · DGE 2018
Ballaststoffe30 g pro Tagfester WertDGE
Alpha-Linolensäure0,5 % der Energiekcal × 0,005 ÷ 9DGE
EPA und DHA250 mg pro Tagfester WertEFSA

Der Proteinbedarf wird zweifach angepasst — nach Alter und nach Aktivität:

BedingungFaktorReferenz
Erwachsene bis 64 Jahre0,8 g/kgDGE — empfohlene Zufuhr
ab 65 Jahren1,0 g/kgDGE — Schätzwert, keine empfohlene Zufuhr
ab 75 Jahren1,2 g/kgnicht DGE — PROT-AGE (Bauer 2013) und ESPEN 2014
zusätzlich bei PAL ≥ 1,55× 1,1eigene Ableitung
zusätzlich bei PAL ≥ 1,725× 1,2eigene Ableitung
Ziel „Muskeln“ gewählt1,6 g/kgMorton et al., Br J Sports Med 2018 — ersetzt alle anderen Stufen

Nicht alle Proteinwerte stammen aus derselben Quelle. Die 0,8 g/kg sind die empfohlene Zufuhr der DGE, abgeleitet aus Stickstoffbilanzstudien. Die 1,0 g/kg ab 65 Jahren sind bei der DGE ausdrücklich ein Schätzwert: Die Datenlage reicht für eine empfohlene Zufuhr nicht aus. Die 1,2 g/kg ab 75 Jahren stehen in keiner DGE-Tabelle — sie stammen aus dem Positionspapier PROT-AGE und der ESPEN-Empfehlung. Und die 1,6 g/kg beim Ziel „Muskeln“ kommen aus der Sportwissenschaft: In der Metaanalyse von Morton flacht der Zuwachs an fettfreier Masse dort ab; darunter liegt der Effekt niedriger, darüber war keiner mehr messbar. Der Wert ist ein Gesamtziel einschließlich Training, deshalb wird kein Aktivitätszuschlag daraufgerechnet.

Ein zweiter Punkt zur Einordnung: Die DGE bezieht ihre 0,8 g/kg auf ein Referenzgewicht, berechnet aus der mittleren Körpergröße bei einem BMI von 22. EssenCheck rechnet dagegen auf das tatsächlich eingegebene Gewicht. Bei Übergewicht fällt unser Wert dadurch höher aus als der DGE-Richtwert — die großzügigere Annahme.

Die Anhebung im Alter folgt der Beobachtung, dass die Proteinverwertung nachlässt (anabole Resistenz). Die WHO-Zuckerempfehlung meint freien Zucker — Zucker aus ganzem Obst und aus Milch zählt nicht mit, weshalb EssenCheck ihn getrennt führt. Die Zehn-Prozent-Schwelle stammt nicht aus einer einzelnen Arbeit: Sie stützt sich auf zwei systematische Übersichtsarbeiten, die die WHO dafür in Auftrag gab — zu Körpergewicht (Te Morenga 2013) und zu Karies (Moynihan 2014) —, und wurde 2018 von DGE, ÖGE und SGE für den deutschsprachigen Raum übernommen.

Grundlage: DGE-Referenzwerte 2024; WHO Sugars Guideline 2015; DGE/ÖGE/SGE Zuckerkonsens 2018; EFSA (EPA/DHA); PROT-AGE (Bauer et al.) 2013 und ESPEN 2014 (Protein im Alter); Morton et al., Br J Sports Med 2018 (Protein bei Krafttraining)

Die Mikronährstoffe sind absolute Tageswerte aus den D-A-CH-Referenzwerten. Sie hängen nicht am Körpergewicht, sondern an Geschlecht und Alter:

NährstoffFrauenMännerAnmerkung
Vitamin C95 mg110 mg
Eisen15 mg10 mgab 51 Jahren bei Frauen 10 mg
Calcium1000 mg1000 mg1200 mg ab 65 Jahren
Vitamin B124,0 µg4,0 µgbei veganer Kost Supplement nötig
Folat300 µg300 µg
Magnesium300 mg350 mg
Vitamin A700 µg RE850 µg RE
Vitamin D20 µg20 µgSchätzwert ohne Eigensynthese
Vitamin E12 mg13 mg
Zink7–10 mg11–16 mgphytatabhängig, siehe Kapitel 5
Jod150 µg150 µgDeutschland gilt als Risikogebiet
Selen60 µg70 µg
Kalium4000 mg4000 mgGegenspieler des Salzes

Drei altersabhängige Korrekturen greifen automatisch:

BedingungÄnderungWarum
Frauen ab 51 JahrenEisen 15 → 10 mgMenstruationsverluste entfallen
Frauen ab 51 JahrenCalcium 1000 → 1200 mgpostmenopausaler Knochenabbau
alle ab 65 JahrenCalcium 1200 mg, Vitamin D 20 µgnachlassende Eigensynthese und Resorption

Vitamin D ist ein Schätzwert für den Fall ohne körpereigene Bildung. Wer sich im Sommer regelmäßig draußen aufhält, deckt einen erheblichen Teil über die Haut — die App kann das nicht wissen und rechnet deshalb konservativ.

Grundlage: D-A-CH-Referenzwerte (DGE, ÖGE, SGE) 2024; EFSA Dietary Reference Values 2017; DGE 2025 (Jod)

Die DGE hat den Zink-Referenzwert 2019 grundlegend geändert. Es gibt seither keinen einzelnen Wert mehr, sondern drei Stufen — abhängig davon, wie viel Phytat die Kost enthält. Phytat aus Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen bindet Zink im Darm und senkt die Aufnahme um bis zu 45 Prozent.

PhytatzufuhrFrauenMännerWird angesetzt bei
niedrig7 mg11 mgLow-Carb-Profil (wenig Getreide und Hülsenfrüchte)
mittel8 mg14 mgStandard einer vollwertigen Ernährung
hoch10 mg16 mgveganes Profil (Proteinquellen rein pflanzlich)

EssenCheck leitet die Stufe aus dem gewählten Ernährungsstil ab. Wer vegan auswählt, bekommt also nicht denselben Zielwert wie jemand mit gemischter Kost — sonst würde eine vollwertige pflanzliche Ernährung systematisch zu gut bewertet.

Das ist der einzige Referenzwert der App, der vom Ernährungsstil abhängt. Er ist zugleich das beste Beispiel dafür, warum reine Gehaltsangaben in die Irre führen: Entscheidend ist nicht, wie viel Zink drin ist, sondern wie viel davon ankommt. Gegenmaßnahmen wie Einweichen, Keimen und Säuern bauen Phytat ab — die App kann das aus einem Foto aber nicht erkennen.

Grundlage: DGE-Referenzwerte Zink, Revision 2019; Maares & Haase, Nutrients 2020

Alle Referenzwerte und Nährwerttabellen arbeiten intern mit Natrium. Verstanden wird aber Salz. Kochsalz besteht zu rund 40 Prozent aus Natrium und zu 60 Prozent aus Chlorid, daraus ergibt sich der Umrechnungsfaktor:

Salzg = Natriummg × 2,5 ÷ 1000
GrößeWertEntspricht
Referenzwert Natrium (Erwachsene)2000 mg pro Tag5,0 g Salz
Kennzeichnungsschwelle „salzreich“über 0,6 g Natrium je 100 güber 1,5 g Salz je 100 g

In der gesamten sichtbaren Oberfläche steht deshalb Salz. „0,4 g Natrium“ auf einer Packung sind 1 g Salz — wer beides verwechselt, unterschätzt seinen Konsum um mehr als das Doppelte. Genau diesen Fehler soll die Anzeige gar nicht erst ermöglichen.

Kalium wird als Gegenspieler mitgeführt: Der Blutdruckeffekt hängt nicht am Natrium allein, sondern am Verhältnis beider. Deshalb steht Kalium mit 4000 mg als eigener Zielwert in der Auswertung.

Grundlage: WHO Guideline: Sodium Intake 2012; WHO Guideline: Potassium Intake 2012; DGE-Referenzwerte; VO (EU) 1169/2011

Nicht jeder Nährstoff wird gleich bewertet. Die App unterscheidet drei Fälle:

TypNährstoffeLogik
ZielwertVitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffemehr ist besser, über 100 % wird grün markiert
harte Obergrenzegesättigte Fettsäuren 20 g, freier Zucker 50 g, Natrium 2000 mgÜberschreitung wird als solche gekennzeichnet
situative GrenzeFett, Proteingreift nur unter bestimmten Bedingungen

Die beiden situativen Grenzen sind der interessante Teil:

  • Fett bekommt erst dann eine Obergrenze von 65 g, wenn das Essen überwiegend gesättigte Fettquellen enthält und keine ungesättigten. Ein Essen mit Nußmus, Avocado oder Rapsöl löst sie nicht aus — die Fettmenge ist dort nicht das Problem.
  • Protein wird grundsätzlich nicht als Risiko dargestellt. Eine weiche Grenze von 1,5 g je Kilogramm erscheint nur, wenn über 40 Prozent des Proteins aus tierischen Quellen stammen. Nicht die Menge ist der belegte Risikofaktor, sondern die Quelle.

Das ist eine bewusste redaktionelle Entscheidung mit wissenschaftlicher Begründung: Metaanalysen zeigen keinen Schaden hoher Proteinzufuhr bei gesunden Nieren, wohl aber Unterschiede zwischen pflanzlichen und tierischen Proteinquellen bei Herz-Kreislauf-Endpunkten und Gesamtsterblichkeit.

Grundlage: Devries et al., J Nutr 2018; Metaanalysen zu pflanzlichem und tierischem Protein 2024; DGE; WHO

Der Energie- und Nährstoffbedarf skaliert bei Tieren nicht linear mit dem Gewicht, sondern mit dem Stoffwechselgewicht. Für Hunde setzt das NRC die Potenz 0,75 an:

Stoffwechselgewicht = kg0,75
Energiebedarfkcal = 70 × kg0,75 × Aktivitätsfaktor

Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich: Ein 10-kg-Hund kommt auf ein Stoffwechselgewicht von 5,6, ein 40-kg-Hund auf 15,9 — also nicht das Vierfache, sondern knapp das Dreifache.

Alle Nährstoffe werden als Faktor je kg0,75 hinterlegt. Die Werte stammen aus den NRC-Empfehlungen (Recommended Allowance), umgerechnet über einen Referenzhund von 15 kg (Stoffwechselgewicht 7,62):

Nährstoffje kg0,75Herkunft
Protein5,0 gFEDIAF 2021 (NRC-Minimum 3,28 g wäre zu knapp)
Fett1,8 gNRC 2006, zusätzlich 28 % der Energie als Zielkorridor
Ballaststoffe0,5 gRichtwert, kein NRC-Minimum
Calcium131 mgNRC 2006 (1000 mg ÷ 7,62)
Magnesium19,7 mgNRC 2006
Eisen0,98 mgNRC 2006
Zink1,97 mgNRC 2006
Vitamin A49,7 µg RENRC 2006
Vitamin D0,45 µgNRC 2006
Vitamin E0,98 mgNRC 2006
Vitamin B123,5 µgNRC 2006
EPA und DHA14,4 mgNRC 2006
Jod10,0 µgFEDIAF 2021
Selen7,0 µgFEDIAF 2021
Kalium120 mgFEDIAF 2021

Der Proteinbedarf steigt zusätzlich mit der Aktivität: um 5 Prozent ab leichter, 15 Prozent ab mäßiger und 25 Prozent ab hoher Aktivität. Vitamin C wird nicht geführt — Hunde bilden es selbst.

Wo NRC und FEDIAF auseinanderliegen, folgt EssenCheck FEDIAF. Der NRC-Wert ist ein absolutes Minimum zur Mangelvermeidung, FEDIAF beschreibt eine praxistaugliche Versorgung.

Grundlage: NRC (2006) Nutrient Requirements of Dogs and Cats; FEDIAF Nutritional Guidelines 2021; Axelsson et al., Nature 2013

Bei Katzen setzt das NRC eine andere Skalierung an. Der Exponent ist 0,67 statt 0,75, und der Energieansatz liegt höher:

Stoffwechselgewicht = kg0,67
Energiebedarfkcal = 100 × kg0,67 × Aktivitätsfaktor

Der Makro-Korridor unterscheidet sich deutlich vom Hund: rund 45 Prozent der Energie aus Protein, 35 Prozent aus Fett, Kohlenhydrate nur als Rest. Katzen haben keinen nachgewiesenen Stärkebedarf.

Nährstoffje kg0,67Herkunft
Protein7,0 g verdaulichÜbersichtsarbeiten zum Proteinbedarf der Katze
Fett2,25 g (Minimum)NRC 2006; Praxis 30–40 % der Energie
Taurin25 mgNRC 2006 (250 mg je 1000 kcal)
Calcium71,5 mgNRC 2006
Magnesium10,0 mgNRC 2006
Eisen2,0 mgNRC 2006
Zink1,88 mgNRC 2006
Vitamin A25,0 µg RENRC 2006 — als Retinol, Beta-Carotin reicht nicht
Vitamin D1,09 µgNRC 2006
Vitamin E1,0 mgNRC 2006
Vitamin B120,56 µgNRC 2006
EPA und DHA2,5 mgNRC 2006
Jod15,0 µgFEDIAF 2021
Selen7,5 µgFEDIAF 2021
Kalium100 mgFEDIAF 2021

Taurin ist der Grund, warum die Katze in EssenCheck einen eigenen Rechenweg hat und nicht als „kleiner Hund“ behandelt wird. Katzen können Taurin aus Cystein nur unzureichend bilden; ein Mangel führt zu dilatativer Kardiomyopathie und Netzhautdegeneration. Der Zusammenhang wurde 1987 von Pion und Kollegen aufgeklärt — einer der wenigen Fälle, in denen ein einzelner Nährstoff eine ganze Futtermittelindustrie umgestellt hat. Ebenso gilt: Arginin fehlt der Katze schon nach einer einzigen Fütterung spürbar, und Vitamin A muss als fertiges Retinol vorliegen.

Grundlage: NRC (2006); FEDIAF 2021; Pion et al., Science 1987; Morris & Rogers, J Nutr 1978; Li et al., PLoS Genetics 2005

Dieser Punkt ist methodisch der heikelste der ganzen App und deshalb ausführlich dokumentiert. Für alle anderen Nährstoffe steht im Nenner der Bedarf. Beim Natrium für Hunde und Katzen steht dort eine praktische Obergrenze.

Tierangesetzter WertNRC-Mindestbedarftypisches Alleinfutter
Hund197 mg je kg0,75
rund 1500 mg je 1000 kcal
rund 200 mg je 1000 kcal600–1700 mg je 1000 kcal
Katze100 mg je kg0,67
rund 645 mg je 1000 kcal
rund 160 mg je 1000 kcalähnliche Größenordnung

Der Grund: Würde man gegen den Mindestbedarf rechnen, zeigte handelsübliches Trockenfutter routinemäßig Werte weit über 100 Prozent und würde rot markiert — obwohl daran nichts falsch ist. Das NRC nennt für Hunde ausdrücklich keine sichere Obergrenze; gesunde Tiere mit freiem Wasserzugang vertragen Natrium deutlich über dem Bedarfswert. Eine Warnung, die bei jedem normalen Futter auslöst, ist keine Warnung mehr.

Die gewählte Schwelle flaggt deshalb nicht die normale Versorgung, sondern echte Salzexzesse — etwa gesalzene Essensreste vom Tisch oder Salzteig, wo tatsächlich eine Salzvergiftung droht.

Eine frühere Version rechnete gegen den Mindestbedarf (26,2 beziehungsweise 16,7 mg je Stoffwechselgewicht). Das erzeugte systematische Fehlalarme und wurde korrigiert. Wir dokumentieren das hier, weil eine Kennzahl ohne ihre Bezugsgröße wertlos ist. Für Tiere mit Herz- oder Nierenerkrankung gelten andere, tierärztlich festzulegende Grenzen.

Grundlage: NRC (2006) Nutrient Requirements of Dogs and Cats; FEDIAF 2021

Ein Tippfehler im Gewicht verschiebt jeden Prozentwert. Vor der Berechnung prüft die App deshalb, ob die Angaben zur gewählten Spezies passen:

Profilzulässiges Gewichtzulässiges Alter
Katze1,5–15 kgbis 25 Jahre
Hund1–120 kgbis 20 Jahre
Mensch ab 18 Jahren30–250 kgbis 110 Jahre
Mensch unter 18 Jahren3–250 kgbis 110 Jahre

Liegt ein Wert außerhalb, wird die Berechnung abgebrochen und um Korrektur gebeten, statt falsche Prozente auszugeben. Die Eingabefelder lassen bewusst etwas höhere Zahlen zu, als die Prüfung erlaubt: Würde das Feld schon beim Tippen abriegeln, käme die Meldung nie zustande und ein Vertipper bliebe unbemerkt stehen. Bei Personen unter 18 Jahren erscheint zusätzlich ein Hinweis: Die D-A-CH-Referenzwerte für Kinder und Jugendliche unterscheiden sich nach Altersgruppen erheblich, die App rechnet hier näherungsweise.

Weitere Netze: Bei Barcode oder lesbarem Etikett werden die angegebenen Werte unverändert übernommen statt geschätzt. Unbekannte Nährwerte werden weggelassen und nicht geraten. Und die Analyse ist auf zehn Produkte je Durchgang begrenzt, weil die Schätzgenauigkeit mit der Länge der Liste sinkt.

Grundlage: Eigene Implementierung; D-A-CH-Referenzwerte; Open Food Facts

Die wichtigsten Einschränkungen:

  • Die Mengenschätzung aus dem Foto ist der größte Unsicherheitsfaktor. Ob auf dem Teller 60 oder 100 Gramm Linsen liegen, verändert jeden Folgewert. Alle Prozentangaben sind Größenordnungen, keine Messwerte.
  • Referenzwerte sind Bevölkerungsmittel. Sie decken den Bedarf von etwa 98 Prozent einer Gruppe und beschreiben keine einzelne Person. Der individuelle Bedarf kann darunter oder darüber liegen.
  • Bioverfügbarkeit wird nur beim Zink berücksichtigt. Dass Eisen aus Pflanzen mit Vitamin C besser aufgenommen wird, dass Kaffee sie hemmt, dass fettlösliche Vitamine Fett brauchen — das steht in den Erklärtexten, fließt aber nicht in die Zahl ein.
  • Ein Tag ist keine Ernährung. Speicherorgane puffern über Wochen bis Jahre; Vitamin B12 reicht in der Leber jahrelang. Ein einzelnes Essen unter dem Zielwert bedeutet nichts.
  • Sprachmodelle irren. Die Erkennung kann Lebensmittel verwechseln oder Nährwerte falsch zuordnen. Deshalb sind Zutaten und Mengen in der Auswertung sichtbar und korrigierbar.
  • Keine Diagnostik. EssenCheck ersetzt weder ärztliche noch tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf einen Mangel hilft nur eine Blutuntersuchung.

Wissenschaftliche Genauigkeit heißt auch, Unschärfe zu benennen, statt sie hinter Nachkommastellen zu verstecken.

Grundlage: Methodische Einordnung; DGE zu Referenzwerten; EFSA Dietary Reference Values 2017

Diese Regel steht im Systemprompt und entscheidet, wie stark eine Aussage formuliert werden darf. Vier Stufen, von oben nach unten:

StufeEvidenzartErlaubte Formulierung
1Metaanalysen randomisierter Studien; Leitlinien von WHO, EFSA, DGE, IARC„senkt“, „erhöht“ — kausale Sprache zulässig
2Große prospektive Kohorten am Menschen„geht einher mit“, „ist assoziiert“ — nie kausal
3Kleine oder kurze Studien am Menschen, Querschnittsdaten„deutet darauf hin“, „erste Hinweise“
4Zellkultur, Tiermodell, plausibler Mechanismusnur mit ausdrücklicher Kennzeichnung — kein Beleg für den Menschen

Die vierte Stufe ist die gefährlichste, weil sie sich am besten erzählen lässt. Ein Wirkmechanismus klingt nach Erklärung, und eine Maus, die länger lebt, klingt nach Versprechen. Beides ist keine Aussage über Menschen. Zwei Beispiele aus unserer eigenen Arbeit stehen in Teil III: Taurin und Lithium.

Daraus folgt eine zweite Regel: Wo die Studienlage uneindeutig ist, steht das in der Karte. Und wo ein Stoff verschreibungspflichtig oder in der EU nicht als Nahrungsergänzung zugelassen ist, wird ausdrücklich vor Selbstmedikation gewarnt.

Grundlage: Eigene Redaktionsregel im Systemprompt; Evidenzstufen in Anlehnung an GRADE

Eine Ernährungs-App muss dort belegt sein, wo die Krankheitslast liegt. Diese Übersicht zeigt, wie viele Arbeiten im Verzeichnis den jeweiligen Endpunkt tragen — einschließlich der Stellen, an denen es dünn ist.

EndpunktBelegdichteTragende Arbeiten
Herz-KreislaufdichtAfshin (GBD Diet) 2019; Reynolds 2019; Threapleton 2013; Circulation 2020; Tang/TMAO NEJM 2013
KrebsdichtIARC/Bouvard 2015; WCRF/AICR 2018; Europäischer Kodex; Samraj 2015; Bastide 2011
Typ-2-DiabetesdichtDiabetes Prevention Program 2002; Satija 2016; Look AHEAD 2013; Wang 2024; Harvard Chan 2023
AdipositasdichtMozaffarian 2011; Hall 2019; Hollands 2015; WHO Sugars 2015
Anämie und EisensolideCamaschella 2015; Wang 2024; Lancet Haematology 2017
SchlaganfallsolideGBD Stroke 2021; Strazzullo 2009; Aburto 2013; Tong 2019
Demenz und AlzheimerdünnNeurology 2023
BluthochdrucksolideWHO Natrium 2012; WHO Kalium 2012; Aburto 2013
Darm und MikrobiomsolideChassaing 2022; Wastyk 2021; McDonald 2018
Osteoporose — Calcium- und Vitamin-D-PräparatedünnTang 2007; Bouillon 2019; Bolland 2015; D-A-CH-Referenzwerte
Knochendichte — Belastung und KrafttrainingsolideNetzwerk-Metaanalyse 2025
Jodmangel, Kropf und UnterfunktiondichtZimmermann 2008; Zimmermann & Boelaert 2015; WHO; DGE 2025
Schilddrüse darüber hinausdünnCompr. Rev. Food Sci. 2024; BfR 026/2007
NieredünnDevries 2018; KDIGO-Leitlinie
Fettleber (MASLD)solideEASL/EASD/EASO 2024; Rinella 2023; Hall 2019
GichtdünnChoi 2004; Choi & Curhan 2008
NierensteinedünnCurhan 1993
ReizdarmdünnHalmos 2014
DepressiondünnJacka 2017; Firth 2019
Muskelerhalt im AltersolidePROT-AGE (Bauer) 2013; D-A-CH-Referenzwerte 2024
Immunsystemsolide, aber nur für die Behebung eines MangelsD-A-CH 2019/2024; EFSA
Gastritis und Sodbrennensolide — und weitgehend nicht ernährungsbedingtMaastricht VI 2022
SchlafdünnFernstrom & Wurtman 1972; Kiwi-Interventionsstudie 2011; EFSA Koffein 2015
Stille EntzündungdünnFurusawa 2013 (Mausmodell)

Zwei Zeilen wurden geteilt. Beim Jod ist die Beweislage eindeutig, bei allem Weiteren rund um die Schilddrüse nicht — eine gemeinsame Einstufung hätte das eine geschwächt und das andere überhoben. Beim Knochen gilt dasselbe umgekehrt: Belastung ist solide belegt, Calcium- und Vitamin-D-Präparate sind es nicht.

Die mit dünn markierten Bereiche sind die bekannten Lücken. Sie tragen die bestehenden Aussagen, würden aber keine weitergehenden Behauptungen stützen — und genau deshalb macht die App dort auch keine.

Ein Eintrag verdient Aufmerksamkeit. Tong und Kollegen fanden in der EPIC-Oxford-Kohorte, dass Vegetarier und Veganer zwar seltener koronare Herzkrankheit hatten, aber häufiger einen Schlaganfall erlitten. Diskutiert werden als mögliche Erklärungen unter anderem eine knappe Versorgung mit Vitamin B12 und die Frage, ob sehr niedrige Cholesterinwerte eine Rolle spielen; belegt ist keine davon.

Grundlage: Eigene Auswertung des Quellenverzeichnisses; GBD 2019; Robert Koch-Institut

Die Kapitel 3 bis 6 beschreiben, was ein Essen liefern soll. Sie sagen nichts über Stoffe, die mit dem Rohstoff mitkommen und auf keiner Packung auftauchen. Mit steigendem Pflanzenanteil verschiebt sich dieses Feld: weniger aus dem Tier, dafür mehr aus Boden, pflanzlicher Abwehrchemie und Verarbeitung.

StoffWoher er kommtWas er im Körper tutRegelanker
Anorganisches ArsenReis — gefluteter Anbau macht Arsen im Boden mobil; Vollkornreis liegt höher als geschältergentoxisches Kanzerogen für Haut, Blase und Lunge; keine sichere Zufuhr ableitbarEFSA 2024; VO (EU) 2023/915
CadmiumKakao, Lein- und Sonnenblumensaat, Meeresalgen — Aufnahme aus dem Bodenlagert sich in der Nierenrinde ab, Halbwertszeit im Bereich von JahrzehntenEFSA 2009 — 2,5 µg je kg Körpergewicht und Woche
3-MCPD- und Glycidylesterraffinierte Pflanzenöle, Desodorierung über 200 °C, besonders Palmfett3-MCPD wirkt auf die Niere; Glycidol ist gentoxisch und kanzerogenEFSA 2018 — TDI 2 µg je kg Körpergewicht für 3-MCPD
PyrrolizidinalkaloideKräutertee, Gewürze, Honig — durch fremde Pflanzen, die beim Ernten mitgehenlebertoxisch; die 1,2-ungesättigten Formen sind zusätzlich gentoxischEFSA 2017; VO (EU) 2023/915
TropanalkaloideHirse, Buchweizen, Mais, Leinsaat — Stechapfel als AckerbegleiterAtropin und Scopolamin wirken anticholinerg, schon im MikrogrammbereichVO (EU) 2023/915
MykotoxineNüsse, Trockenfrüchte, Getreide, Gewürze bei feuchter LagerungAflatoxin B1 ist ein gentoxisches Leberkanzerogen; Ochratoxin A wirkt auf die NiereVO (EU) 2023/915
AcrylamidBacken, Rösten, Frittieren stärkereicher Lebensmittel über etwa 120 °Cgentoxisch und kanzerogen; kein Schwellenwert ableitbarEFSA 2015; VO (EU) 2017/2158
OxalatSpinat, Mangold, Rhabarber, Rote Bete, Kakao, Nüssebindet Calcium; bei Neigung zu Nierensteinen das Substrat für CalciumoxalatCurhan et al., NEJM 1993
Jod aus MeeresalgenKombu, Nori, Wakame — die Gehalte schwanken um Größenordnungenein plötzlicher Jodüberschuss kann eine autonome Schilddrüse entgleisen lassenBfR 026/2007 — ab 20 mg/kg nicht verkehrsfähig

Drei Stellen betreffen nicht Fremdstoffe, sondern die Versorgung selbst — und sind gerade deshalb leicht zu übersehen:

  • Jod hat zwei Richtungen. Deutschland gilt als Risikogebiet für Unterversorgung (Kapitel 4). Getrocknete Algen liefern in einer Portion ein Vielfaches des Bedarfs. Beide Enden derselben Skala.
  • Bio-Pflanzendrinks tragen kein Calcium. Die EU-Öko-Verordnung erlaubt keine Anreicherung mit Mineralstoffen, sofern sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Ein konventioneller Hafer- oder Sojadrink enthält in der Regel 120 mg Calcium je 100 ml, die Bio-Variante praktisch nichts. Der Unterschied steht auf keinem Etikett als Hinweis, sondern nur in der Nährwerttabelle.
  • Selen ist in europäischen Böden knapp. Die Paranuss ist die naheliegende Quelle und zugleich die einzige Nuss, bei der die EFSA regelmäßige Verzehrer ausdrücklich als Gruppe nennt, die die Obergrenze von 255 µg am Tag überschreiten kann.

Was die App daraus macht: nichts Rechnerisches. Aus einem Foto lässt sich weder die Reissorte noch der Kakaoursprung noch die Lagerfeuchte ablesen, und Gehaltsangaben stehen auf keiner Packung. Dieses Kapitel beschreibt deshalb Mechanismus und Rechtsrahmen, nicht Verzehrsmengen.

Grundlage: EFSA-Gutachten 2009 (Cadmium), 2015 (Acrylamid, Isoflavone), 2017 (Pyrrolizidinalkaloide), 2018 (3-MCPD), 2023 (Selen, MOSH/MOAH), 2024 (anorganisches Arsen); BfR-Stellungnahme Nr. 026/2007; VO (EU) 2023/915; VO (EU) 2017/2158; VO (EU) 2018/848; Curhan et al., NEJM 1993

Eine Auswertung sieht nach ein paar Absätzen Text aus. Dahinter steht deutlich mehr. Diese Aufstellung zählt den Fall ein Foto, zwei Ziele, drei Nahrungsergänzungen für ein erwachsenes Profil. Wichtig für das Verständnis der beiden Tabellen: Die Anweisung gilt nur dieser einen Analyse — die Anwendung trägt die ganze App. Ein Zeichen ist ein Zeichen einschließlich Leerzeichen; als Seite rechnen wir 1.800 Zeichen, den üblichen Umfang einer Taschenbuchseite.

Die Anweisung an das Sprachmodell besteht aus zwei Teilen. Der Systemprompt beschreibt, wie bewertet und formuliert werden darf; er ist bei jeder Analyse derselbe. Der Nutzerprompt trägt das Profil, die Referenzwerte und die persönlichen Kriterien.

BestandteilZeichenSeiten
Systemprompt — Redaktionsregeln, Einstufungen, Ausgabeschema57.57432
Öl- und Fettregel657< 1
Ziel-Regel (nur bei gesetzten Zielen)1.7001
Nutzerprompt — Gerüst25.95014
Profil, Tagesbedarf und Tagesreferenzen594< 1
Analyse-Kriterien der zwei Ziele1.122< 1
Regel zu den drei Nahrungsergänzungen1.283< 1
Pflichtschema für die Ziel-Antwort699< 1
Summe der Anweisung89.706rund 50

Die Anwendung selbst ist eine einzige HTML-Datei. Sie enthält nicht nur Programmcode, sondern auch Bilder, Gestaltung und feste Inhalte:

BestandteilZeichenSeiten
Bilder, direkt in der Datei kodiert853.571474
Programmcode (JavaScript)675.925376
Gestaltung (CSS)152.46785
Feste Inhalte: Beispielwoche, Testfälle, Übersetzungen, Referenzwerte146.30481
HTML-Gerüst112.59263
Summe der Datei1.940.859rund 1.080

Rechnet man nur, was tatsächlich Anweisung und Programm ist — ohne Bilder, Gestaltung, HTML-Gerüst und feste Inhalte —, bleiben 50 Seiten Anweisung für genau diese eine Analyse und 376 Seiten Programmcode, auf denen die ganze App steht — zusammen rund 425 Seiten. Nimmt man die Datei als Ganzes, kommen auf jede Seite Anweisung rund zwanzig Seiten Anwendung. Das Verhältnis ist Absicht: Was sich ausrechnen lässt, wird ausgerechnet — Tagesbedarf, Prozentwerte, Schwellenüberschreitungen. Das Sprachmodell bekommt nur, was es wirklich beitragen muss.

Die beiden Zahlen sind unterschiedlich zugeschnitten. Die 50 Seiten Anweisung gehören ausschließlich der Essensanalyse. Produktscan und Kochidee laufen über eigene Anweisungen, die bei einer Essensanalyse gar nicht mitreisen: der Produktscan über rund 21.700 Zeichen (12 Seiten), die Kochidee über rund 3.500 (2 Seiten). Die drei schließen einander aus — wer ein Etikett scannt, bezahlt zwölf Seiten statt fünfzig. Die 376 Seiten Programmcode dagegen sind alles zusammen: Essensanalyse, Produktscan, Kochidee, Quiz, Verlauf, Teilenkarten, Export, Diagramme, Übersetzung. Aufteilen lässt sich das nicht sauber, weil dieselben Bausteine in mehreren Bereichen arbeiten — der Tagesbedarf wird für die Analyse und für den Verlauf gerechnet, die Nährstoff-Vokabeln versorgen Analyse und Scan gleichermaßen. Jede Aufteilung wäre geschätzt, deshalb steht hier die ganze Summe.

Was hier nicht mitgezählt ist. Das Foto selbst: Es wird vor dem Senden auf 1.568 Pixel lange Kante verkleinert und neu gezeichnet, wobei alle Metadaten wie Ort und Gerät verlorengehen. Als Bilddaten fällt es je nach Motiv in derselben Größenordnung an wie die gesamte übrige Datei — es sind aber keine Textzeichen und deshalb nicht in der Tabelle. Ebenso wenig gezählt: der Code des Vermittlungsdienstes, der die Anfrage weiterreicht, sowie die Fakten- und Nährstoffseiten, die erst beim Aufruf nachgeladen werden.

Zwei Angaben hängen an der Eingabe. Die Aha-Karten aus dem geprüften Bestand reisen nur mit, wenn erkannte Zutaten vorliegen — bei einem Foto ohne Beschreibung entfallen sie, mit Text kommen bis zu zwölf Karten zu je höchstens rund 300 Zeichen hinzu, also gut zwei Seiten. Und wer keine Ziele setzt, spart die Ziel-Regel und das Pflichtschema vollständig ein: Die Anweisung schrumpft dann um rund 3.500 Zeichen. Wer mit einer Normseite von 1.500 Zeichen rechnet, kommt auf rund 60 statt 50 Seiten Anweisung und rund 1.290 statt 1.080 Seiten Anwendung.

Grundlage: Eigene Messung an essencheck.html und am Vermittlungsdienst worker-86; Seitenmaß 1.800 Zeichen je Taschenbuchseite

Europäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (lfd.). Bewertungsbericht Petroselinum crispum.

Behördliche Bewertung der Petersilie als Arzneipflanze. Beschreibt die harntreibende und nierenreizende Wirkung von Apiol und Myristicin im ätherischen Öl und die Warnung für die Schwangerschaft. Einordnung: Betrifft das konzentrierte Öl, nicht die Küchenmenge — genau diese Trennung macht unsere Karte auf.

Behörde & LeitlinieWirkstoffeZur Quelle

Fachinformationen zu Phenprocoumon (Marcumar und Generika) (lfd.). Wechselwirkungen mit Vitamin K.

Standardangabe der Herstellerinformation: Schwankende Vitamin-K-Zufuhr beeinflusst die Einstellung von Cumarin-Gerinnungshemmern. Grundlage für unsere Karte zur Petersilie. Wir geben den Sachverhalt wieder und sprechen keine Empfehlung zur Einnahme aus.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

EFSA-Gremium für Futtermittelzusatzstoffe (FEEDAP) (lfd.). Bewertungen von Futtermittelzusatzstoffen.

Sicherheitsbewertungen der Stoffe, die Tieren über das Futter gegeben werden — darunter die Farbstoffe Astaxanthin und Canthaxanthin, mit denen Zuchtlachs und Zuchtforelle ihre rosa Farbe erhalten. Für Canthaxanthin wurde eine duldbare tägliche Aufnahmemenge abgeleitet, weil sich der Stoff bei hoher Zufuhr in der Netzhaut ablagert. Wir zitieren das Gremium für die Frage, wie diese Stoffe geprüft und begrenzt werden — nicht für eine Aussage über ein einzelnes Erzeugnis.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Europäische Kommission (lfd.). Unionsregister der Futtermittelzusatzstoffe.

Amtliches Verzeichnis aller in der EU zugelassenen Futtermittelzusatzstoffe mit Zieltierart, Verwendungszweck und Höchstgehalt im Futter. Zeigt, dass Farbstoffe im Fischfutter zulassungspflichtig und mengenbegrenzt sind — sie sind Futtermittelzusatzstoffe, keine Lebensmittelfarbstoffe.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements (lfd.). Dietary Supplement Fact Sheets.

Laufend aktualisierte Stoffdossiers zu Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen — jeweils mit Funktion im Körper, Vorkommen, Aufnahme, Mangel und Obergrenze. Wir ziehen sie für die B-Vitamine, Vitamin K, Vitamin E, Cholin, Mangan und Molybdän heran, zu denen wir keine eigene Primärquelle führen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) (lfd.). Wissen und Verbraucherinformation zu Lebensmitteln.

Vom Bund getragene Ernährungsinformation: Warenkunde, Zubereitung, Lagerung und Verarbeitungsverluste. Grundlage für Aussagen dazu, was beim Ausmahlen, Schälen, Erhitzen und Lagern von Nährstoffen verloren geht.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

U.S. Department of Agriculture (lfd.). FoodData Central.

Öffentliche Nährwertdatenbank mit analysierten Gehalten für einzelne Lebensmittel. Wir nutzen sie für Gehaltsvergleiche zwischen Lebensmitteln — nicht für Aussagen über gesundheitliche Wirkung.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (lfd.). Empfehlungen zur Vitamin-K-Prophylaxe bei Neugeborenen.

Neugeborene kommen mit sehr geringem Vitamin-K-Vorrat zur Welt; die Gabe nach der Geburt ist in Deutschland etablierte Praxis. Wir zitieren die Empfehlung als Beleg dafür, dass Vitamin K den Mutterkuchen kaum passiert — nicht als Ernährungsempfehlung.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

International Renal Interest Society (IRIS) (lfd.). IRIS Staging Guidelines.

Internationale Stadieneinteilung der chronischen Nierenerkrankung bei Hund und Katze — Grenzwerte für Kreatinin und SDMA, Untergliederung nach Eiweißverlust im Urin und Blutdruck. Grundlage aller Nierenwerte auf unserer Tierseite.

Behörde & LeitlinieHund & KatzeZur Quelle

FEDIAF (lfd.). Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food.

Europäische Nährstoffvorgaben für Allein- und Ergänzungsfuttermittel bei Hund und Katze — mit Unter- und Obergrenzen, unter anderem für Taurin, Jod, Vitamin D und Calcium. Wir zitieren sie für die Frage, was ein vollständiges Futter abdecken muss.

Behörde & LeitlinieHund & KatzeZur Quelle

Merck Veterinary Manual (lfd.). Merck & Co..

Tiermedizinisches Standardnachschlagewerk. Herangezogen für Referenzbereiche und die Einordnung einzelner Werte bei Hund und Katze; nicht als Beleg für Einzelbefunde.

NachschlagewerkHund & KatzeZur Quelle

McCusker, S. et al. (2014). Journal of Nutritional Science.

Zwanzig Pflanzen, achtzehn Meeresalgen und fünf Insektenarten auf Aminosäuren und Taurin untersucht: In Pflanzen fand sich nur sehr wenig Taurin, in Rotalgen dagegen deutliche Mengen — Porphyra (Nori) 1,22 mg/g Trockenmasse, Chondracanthus 6,28 mg/g.

BeobachtungHund & KatzeZur Quelle

Levine, M. E. et al. (2014). Cell Metabolism.

Kohortenauswertung: Zwischen 50 und 65 Jahren ging ein hoher Eiweißanteil mit höherer Sterblichkeit einher — der Zusammenhang zeigte sich bei tierischem, nicht bei pflanzlichem Eiweiß und kehrte sich jenseits von 65 Jahren um.

BeobachtungErnährungNachlesen

Knopf, B. A. & Lamming, D. W. (2026). Cell Press Blue.

Narrative Übersichtsarbeit zu Protein- und Aminosäurerestriktion; beschreibt Mechanismen um FGF21, mTOR, Methionin und die verzweigtkettigen Aminosäuren. Die Belege stammen überwiegend aus Nager- und Insektenmodellen — die Übertragung auf den Menschen ist offen. Einordnung: Narrative Übersicht, keine systematische Arbeit, und überwiegend auf Tiermodellen beruhend — siehe die Fachkommentare im nächsten Eintrag.

ZusammenfassungQuellenkritikZur Quelle

Science Media Centre London (2026). Expert reaction — protein intake, health and lifespan.

Fachkommentare zur Knopf-Übersicht: Die Pressemitteilung bezeichnete sie fälschlich als systematische Übersicht und als Arbeit am Menschen; sie ist eine narrative Übersicht, überwiegend auf Tiermodellen beruhend.

ZusammenfassungQuellenkritikZur Quelle

Storhaug, C. L. et al. (2017). The Lancet Gastroenterology & Hepatology.

Systematische Übersicht und Metaanalyse zur Laktosemalabsorption weltweit: rund zwei Drittel der Erwachsenen spalten Milchzucker nicht zuverlässig.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) (2010). EFSA Journal.

Gutachten zu Laktoseschwellen bei Laktoseintoleranz: Einzeldosen um 12 g werden von den meisten Betroffenen ohne nennenswerte Beschwerden vertragen.

Behörde & LeitlinieErnährungZur Quelle

Skodje, G. I. et al. (2018). Gastroenterology.

Doppelblinder Wechselversuch bei selbstberichteter Glutensensitivität ohne Zöliakie: Fruktane, nicht Gluten, lösten die Beschwerden aus.

ExperimentErnährungNachlesen

Biesiekierski, J. R. et al. (2013). Gastroenterology.

Nach Reduktion fermentierbarer Kohlenhydrate ließ sich kein eigener Gluteneffekt mehr nachweisen — der frühere Befund wurde damit relativiert.

ExperimentErnährungNachlesen

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) S2k-Leitlinie Zöliakie.

Diagnostik und Behandlung; die Serologie setzt eine glutenhaltige Ernährung voraus — ein Verzicht vor der Abklärung verfälscht das Ergebnis.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit.

Gewichtsabnahme bei Übergewicht und ein größerer Abstand zwischen Essen und Hinlegen sind besser belegt als das Streichen einzelner Auslöser.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Monash University FODMAP-Forschungsprogramm.

Analytische Grundlage zu fermentierbaren Kohlenhydraten in Lebensmitteln — Fruktose-Glukose-Verhältnis, Galaktane in Hülsenfrüchten, Polyole.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Comas-Basté, O. et al. (2020). Biomolecules.

Übersichtsarbeit zur Histaminintoleranz: biologisch plausibel, aber ohne validiertes Testverfahren; die Bestimmung des abbauenden Enzyms im Blut gilt als nicht aussagekräftig.

ZusammenfassungGesundheitNachlesen

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) (2011). EFSA Journal.

Gutachten zu biogenen Aminen in Lebensmitteln: Histamin entsteht bakteriell bei unterbrochener Kühlung und ist hitzestabil — Garen entfernt es nicht.

Behörde & LeitlinieLebensmittelZur Quelle

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Lektine und Phasin in Hülsenfrüchten.

Rohe und halbgare Kidneybohnen sind giftig; ausreichendes Kochen zerstört Phasin zuverlässig, niedrige Gartemperaturen nicht.

Behörde & LeitlinieLebensmittelZur Quelle

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Jodgehalte in getrockneten Algen.

Der Jodgehalt schwankt je nach Art und Charge erheblich; Braunalgen können den Tagesbedarf um ein Vielfaches überschreiten.

Behörde & LeitlinieLebensmittelZur Quelle

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) (2017). EFSA Journal.

Neubewertung von Glutaminsäure und Glutamaten (E 620–625): erstmals eine duldbare Höchstmenge, weil bei sehr hoher Zufuhr Kopfschmerz und Blutdruckanstieg auftraten.

Behörde & LeitlinieLebensmittelZur Quelle

Kwok, R. H. M. (1968). The New England Journal of Medicine.

Der Leserbrief, mit dem die Debatte um Glutamat begann — Ursprung einer Zuschreibung, die sich in kontrollierten Studien so nicht bestätigte.

ExperimentMythenherkunftNachlesen

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) (2016). EFSA Journal.

Neubewertung von Schwefeldioxid und Sulfiten (E 220–228); Grundlage der Kennzeichnungspflicht ab 10 mg/kg wegen Reaktionen bei empfindlichen Asthmatikern.

Behörde & LeitlinieLebensmittelZur Quelle

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) (2016). EFSA Journal.

Neubewertung von Benzoesäure und Benzoaten (E 210–213) einschließlich der Benzolbildung in Getränken bei gleichzeitiger Anwesenheit von Vitamin C.

Behörde & LeitlinieLebensmittelZur Quelle

Cochrane Collaboration (2015). Cochrane Database of Systematic Reviews.

Cochrane-Übersicht zu Xylit und Karies: Über alle Anwendungsformen hinweg wurde die Evidenz als von niedriger bis sehr niedriger Qualität eingestuft, die Einzelstudien waren klein und häufig von Herstellerseite unterstützt. Einordnung: Wir führen Xylit deshalb als plausibel, nicht als belegt.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Ebrahim, I. O. et al. (2013). Alcoholism: Clinical and Experimental Research.

Übersicht zur Wirkung von Alkohol auf den Schlaf: schnelleres Einschlafen, dafür unterdrückter Traumschlaf und stärkere Fragmentierung in der zweiten Nachthälfte.

ZusammenfassungGesundheitNachlesen

Aune, D. et al. (2016). BMC Medicine.

Dosis-Wirkungs-Metaanalyse zu Nusskonsum, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Gesamtsterblichkeit; der Zusammenhang flacht oberhalb einer Handvoll täglich ab.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Referenzwerte, Positionen und Stellungnahmen.

Meistgenutzte Primärreferenz für Zufuhrempfehlungen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Fachinformationen des BMEL.

Warenkunde, Lebensmittelverarbeitung und Verbraucherinformation.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

European Food Safety Authority (EFSA). Scientific Opinions und Journal.

Sicherheitsbewertungen von Zusatzstoffen, Kontaminanten und Health Claims.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Stellungnahmen und Mitteilungen.

Risikobewertung von Stoffen in Lebensmitteln.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Netzwerk Gesund ins Leben (Bundeszentrum für Ernährung). Handlungsempfehlungen.

Einheitliche Empfehlungen für Schwangerschaft, Stillzeit sowie Säuglings- und Kleinkindernährung. Schließt die Lücke, die das Positionspapier der Academy of Nutrition and Dietetics 2025 ausdrücklich offen lässt.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Nordic Council of Ministers (2023). Nordic Nutrition Recommendations 2023.

Gemeinsame Zufuhrempfehlungen der nordischen Länder, erstmals mit Umweltkriterien; herangezogen als Vergleichspunkt zu den Leitlinien von DGE und WHO.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

World Health Organization (WHO). Leitlinien und Fact Sheets.

Empfehlungen zu Zucker, Salz, Fetten und Süßstoffen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

International Agency for Research on Cancer (IARC). Monographs.

Krebsrisikobewertungen einzelner Stoffe und Lebensmittelgruppen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

USDA. FoodData Central.

Nährwertdatenbank für Lebensmittelzusammensetzungen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

National Institutes of Health. Office of Dietary Supplements.

Fact Sheets zu Vitaminen, Mineralstoffen und Supplementen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Verbraucherzentrale. Marktchecks und Untersuchungen.

Produktvergleiche, Kennzeichnung und Werbeaussagen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Food and Agriculture Organization (FAO). Statistiken und Berichte.

Erzeugung, Fischerei und Ressourcenverbrauch.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

World Cancer Research Fund / AICR. Continuous Update Project.

Fortlaufende Evidenzbewertung Ernährung und Krebs.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Cochrane Collaboration. Systematische Übersichtsarbeiten.

Evidenzsynthesen zu Nahrungsergänzung und Interventionen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Open Food Facts. Offene Produktdatenbank.

Barcode-Abgleich von Produkt- und Nährwertangaben in der App.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

FEDIAF. European Pet Food Industry Federation.

Nährstoffrichtwerte für Hunde- und Katzenfutter in Europa.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

AAFCO. Association of American Feed Control Officials.

Standards für Alleinfuttermittel („complete and balanced“).

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

WSAVA. Global Nutrition Guidelines.

Leitlinien zur Ernährungsberatung in der Kleintierpraxis.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

ASPCA. Animal Poison Control Center.

Für Hunde und Katzen giftige Lebensmittel und Pflanzen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Merck Veterinary Manual. Veterinärmedizinisches Standardwerk.

Klinische Referenz zu Toxikologie und Ernährung.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

U.S. Food and Drug Administration (FDA). Safety Communications.

Laufende Untersuchungen, u. a. getreidefreie Diäten und DCM beim Hund.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

D-A-CH / DGE, ÖGE, SGE. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.

Gemeinsames Referenzwerk des deutschsprachigen Raums; Basis fast aller Mikronährstoff-Zielwerte.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

World Health Organization. Guideline: Sodium Intake for Adults and Children (2012).

Unter 2 g Natrium pro Tag, entsprechend etwa 5 g Salz.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

World Health Organization. Guideline: Potassium Intake for Adults and Children (2012).

Mindestens 3510 mg Kalium pro Tag.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

EFSA NDA Panel. Dietary Reference Values for Nutrients (Summary Report, 2017).

Europäische Referenzwerte; Abgleich mit den D-A-CH-Werten.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

EPIC. European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition.

Europäische Langzeitkohorte; Grundlage vieler Risikoschätzungen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

PURE. Prospective Urban Rural Epidemiology Study.

Internationale Kohorte zu Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

National Capital Poison Center. Poison Control.

Grüne und keimende Kartoffeln, Pflanzengifte.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

WOAH. World Organisation for Animal Health.

Antibiotikaeinsatz und One-Health-Ansatz.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

fishcount.org. Schätzungen zu Fangzahlen.

Größenordnungen gefangener und gezüchteter Fische. Einordnung: Schätzmodell einer Tierschutzinitiative, das Fangmengen über mittlere Stückgewichte in Individuenzahlen umrechnet. Die Größenordnung ist belastbar, die Einzelzahl nicht — amtliche Statistiken führen nur Tonnen.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Albert Schweitzer Stiftung. Recherchen und Datensammlungen.

Haltungsformen, Beifang und Aquakultur. Einordnung: Tierschutzorganisation mit erklärter Position — als Zusammenstellung von Haltungs- und Marktzahlen genutzt, nicht als unabhängige Bewertung. Wo es geht, stehen amtliche Zahlen daneben.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Marine Stewardship Council (MSC). Zertifizierungsstandard.

Fischerei-Siegel; einschließlich der Kritik von NABU/BirdLife, Greenpeace und Verbraucherzentrale.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Open Food Facts. Barcode-Datenbank.

Produkt- und Nährwertabgleich beim Barcode-Scan.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

USDA. FoodData Central.

Referenz für Lebensmittelzusammensetzungen bei der Nährwertschätzung.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Europäischer Kodex zur Krebsbekämpfung. Europäische Kommission / IARC.

Zwölf evidenzbasierte Empfehlungen zur Krebsprävention; Grundlage der Aussage, dass es für verarbeitetes Fleisch keine unbedenkliche Menge gibt.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

KDIGO. Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease.

Internationale Leitlinie; Referenz für die Aussage, dass Proteinmenge nur bei vorbestehender Nierenschädigung relevant ist.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Robert Koch-Institut. Gesundheitsberichterstattung des Bundes.

Prävalenz von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs in Deutschland.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Gildengers, A. G. et al. (2026). JAMA Neurology.

Klinische Daten zu Lithium und kognitivem Abbau; zitiert zur Einordnung der Alzheimer-Debatte.

BeobachtungErnährungNachlesen

Systematische Übersicht (2026). Animals.

Auswertung von über 50 Untersuchungen zur Nährstoffgüte von Hunde- und Katzenfutter: Nur etwa jede fünfte Studie fand durchgängige Einhaltung aller Referenzwerte — Abweichungen betrafen fleischbasierte und pflanzliche Rezepturen gleichermaßen.

ZusammenfassungHund & KatzeZur Quelle

Systematische Übersicht & Metaanalyse (2026). BMC Medicine.

Kalium-angereicherte Salzersatzmittel senken Gesamtsterblichkeit, Herz-Kreislauf-Sterblichkeit und Blutdruck. Anmerkung der Autoren selbst: Der Sterblichkeitseffekt wird fast vollständig von einer einzigen großen chinesischen Studie getragen; ohne sie verliert er die statistische Signifikanz.

ZusammenfassungErnährungZur Quelle

Papier, K. et al. (2025). Nature Communications.

542.778 Frauen, 12.251 Darmkrebsfälle über 16,6 Jahre, 97 Ernährungsfaktoren geprüft. Calcium hatte nach Alkohol den stärksten Zusammenhang überhaupt: 17 Prozent weniger Darmkrebs je 300 Milligramm täglich, getragen von Milchprodukten. Eine ergänzende genetische Analyse zu genetisch vorhergesagtem Milchkonsum zeigte dieselbe Richtung. Einordnung: Die genetische Analyse umgeht einen Großteil der Störfaktoren — das macht diesen Befund deutlich belastbarer als die Gegenrichtung.

BeobachtungErnährungZur Quelle

Tsimikas, S. et al. (2025). American Heart Journal.

Aufbau und Begründung der ersten Endpunktstudie zur Senkung von Lipoprotein(a) — 8.323 Teilnehmende mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung. Zitiert als Beleg dafür, dass ein klinischer Nutzen der Lp(a)-Senkung bislang nicht gezeigt ist; Ergebnisse werden 2026 erwartet.

ExperimentGesundheitZur Quelle

Academy of Nutrition and Dietetics (2025). Position Paper.

Gut geplante vegetarische und vegane Ernährung ist bei Erwachsenen nährstoffdeckend; Kinder und Schwangerschaft waren nicht Gegenstand des Papiers.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Aron, L. et al. (2025). Nature.

Grundlagenarbeit zu endogenem Lithium im Gehirn; Basis der Alzheimer-Einordnung.

LaborErnährungNachlesen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2025). DGE-Referenzwerte / Positionen.

Jodversorgung in Deutschland; Einstufung als Risikogebiet.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Lara-Castor, L. et al. (2025). Nature Medicine.

Zuckergesüßte Getränke und neu auftretender Typ-2-Diabetes weltweit; Grundlage der Aussage, dass das Risiko unabhängig von der Gewichtszunahme besteht.

Konsens & ModellErnährungNachlesen

EAT-Lancet-Kommission (2025). The Lancet.

Zweite große Bilanz zu Ernährung, Umwelt und Gerechtigkeit: Ernährungssysteme verursachen rund 30 % der weltweiten Treibhausgase und treiben fünf überschrittene planetare Belastungsgrenzen. Modellrechnung, keine Messung — die Größenordnungen hängen an den Annahmen.

Konsens & ModellUmweltZur Quelle

Dicken, S. J. et al. (2025). Nature Medicine.

Erste kontrollierte Cross-over-Studie, die stark und wenig verarbeitete Kost innerhalb derselben offiziellen Ernährungsempfehlung vergleicht. 55 Teilnehmende, acht Wochen je Arm; beide Arme führten zu Gewichtsabnahme, die wenig verarbeitete etwa doppelt so stark. Der absolute Unterschied ist klein; in Kommentaren wurde der Umgang mit fehlenden Daten kritisiert.

ExperimentErnährungZur Quelle

Nihart, A. J. et al. (2025). Nature Medicine.

Nachweis von Mikro- und Nanoplastik in Leber, Niere und Gehirn Verstorbener, im Gehirn deutlich höher konzentriert und 2024 höher als 2016. Die Nachweisverfahren sind neu; die absoluten Mengen — darunter der viel zitierte „Plastiklöffel“ — werden fachlich diskutiert.

BeobachtungGesundheitZur Quelle

Díaz-Gay, M. et al. (2025). Nature.

Genomanalyse von Darmkrebs bei unter Fünfzigjährigen: auffällig häufige Schadensspur von Colibactin, einem Giftstoff bestimmter Darmbakterien, mit Hinweisen auf Einwirkung bereits in der Kindheit. Ein Signal, keine bewiesene Ursache.

LaborGesundheitZur Quelle

Li, Y. et al. (2025). Neurology.

133.771 Teilnehmende aus zwei US-Kohorten über bis zu 43 Jahre: Höherer Verzehr von rotem, besonders verarbeitetem Fleisch ging mit höherem Demenzrisiko und schlechterer kognitiver Funktion einher; rechnerisch ersetzt durch Nüsse, Hülsenfrüchte oder Fisch sank das Risiko um rund ein Fünftel. Beobachtungsdaten.

BeobachtungErnährungZur Quelle

Fernández-Rodríguez, R. et al. (2025). American Journal of Clinical Nutrition.

Systematische Übersicht und Metaanalyse von sieben randomisierten Studien mit 369 Erwachsenen: Wer Fleisch durch pflanzliche Fleischalternativen ersetzte, hatte niedrigeres LDL-Cholesterin (rund 12 %), niedrigeres Gesamtcholesterin und etwas weniger Gewicht. Alle Studien liefen höchstens acht Wochen — über langfristige Wirkungen sagt das nichts.

ExperimentErnährungZur Quelle

Full Fact (2024). Coriander is not a reliable treatment for heavy metal toxicity.

Faktencheck einer unabhängigen britischen Prüfstelle zur Koriander-Behauptung. Fasst zusammen, was an Tierversuchen vorliegt und dass Studien am Menschen fehlen. Wir nutzen ihn als Beleg für den Stand der Prüfung, nicht als Primärquelle.

LaborMythenherkunftZur Quelle

Deutsche Gesellschaft für Mykologie (2024). Pilzvergiftungen — Ursachen und Sofortmaßnahmen.

Verdorbene und falsch gelagerte Speisepilze als häufigste Ursache von Pilzvergiftungen; Hinweise zu rohem Verzehr und Aufbewahrung.

Behörde & LeitlinieLebensmittelNachlesen

Hands, J. M. et al. (2024). Journal of Dietary Supplements.

Oxidationsstatus von 72 Omega-3-Präparaten über sechs Jahre; Anteil oberhalb des Branchengrenzwerts für Gesamtoxidation.

BeobachtungLebensmittelNachlesen

Barbaresko, J. et al. (2024). Meta-Analysen zu Verarbeitungsgraden.

Umbrella-Auswertung vorliegender Metaanalysen: Der Verarbeitungsgrad ist kein einheitlicher Risikofaktor. Zuckergesüßte Getränke und verarbeitetes Fleisch tragen den Zusammenhang; für Vollkornprodukte, Joghurt oder Brot aus derselben NOVA-Gruppe 4 zeigte sich nichts Vergleichbares. Einordnung: Der Grund, warum wir NOVA nie als Urteil über ein einzelnes Produkt verwenden.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Bundesinstitut für Risikobewertung, Bf3R (2024). Versuchstierzahlen.

Jährliche Statistik zu Tierversuchen in Deutschland.

LaborTiereNachlesen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2024). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.

Zentrale Referenz für Zufuhrempfehlungen (u. a. Zink, Selen, Kalium, Eisen, Jod).

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2024). Position „Vegane Ernährung“.

Kritische Nährstoffe bei rein pflanzlicher Ernährung.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2024). Positionspapier Alkohol.

Neubewertung: keine gesundheitlich unbedenkliche Alkoholmenge.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

EASL, EASD & EASO (2024). Journal of Hepatology.

Gemeinsame Leitlinie zur metabolisch bedingten Fettlebererkrankung (MASLD): Diagnostik, Stadien und der Stellenwert von Gewichtsreduktion.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

European Food Safety Authority (2024). CONTAM-Gutachten.

Aktualisierte Bewertung von anorganischem Arsen. Als gentoxisches Kanzerogen gibt es keine sichere Zufuhr; die Behörde rechnet mit dem Abstand zur Wirkschwelle (BMDL05 0,06 µg je kg Körpergewicht und Tag). Dieser Abstand fällt in Europa niedrig aus.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Ig-Nobelpreis Demografie (2024). Datenkritik zu Hochaltrigkeit.

Melderegister-Artefakte in den Regionen der Hundertjährigen. Einordnung: Ein Preis ist kein Beleg. Tragend ist die zugrunde liegende Datenkritik zu Melderegistern und Rentenbezügen; Teile davon sind außerhalb begutachteter Zeitschriften erschienen. Die Aussage „nicht belegt“ ist damit gut gestützt, eine positive Gegenthese nicht.

Konsens & ModellErnährungNachlesen

Li, C. et al. (2024). The Lancet Diabetes & Endocrinology.

Föderierte Metaanalyse aus 31 Kohorten in 20 Ländern mit 1,97 Millionen Erwachsenen: 50 g verarbeitetes Fleisch täglich gingen mit 15 Prozent, 100 g unverarbeitetes rotes Fleisch mit 10 Prozent höherem Typ-2-Diabetes-Risiko einher.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Salame, C. et al. (2024). The Lancet Diabetes & Endocrinology.

NutriNet-Santé, rund 100.000 Erwachsene: höhere Zufuhr einzelner Emulgatoren, insbesondere Carrageen und bestimmter Phosphate, ging mit mehr neu auftretendem Typ-2-Diabetes einher. Beobachtungsdaten; die Zufuhr wurde aus Ernährungsprotokollen und Zutatenlisten geschätzt, nicht gemessen.

BeobachtungErnährungNachlesen

Sellem, L. et al. (2024). PLOS Medicine.

Dieselbe Kohorte, Endpunkt Herz-Kreislauf: Zusammenhänge zeigten sich für einzelne Emulgatoren, nicht für die Stoffgruppe als Ganzes. Genau darin liegt die Schwierigkeit — wer viele Produkte mit Emulgatoren isst, isst meist auch sonst stark verarbeitet.

BeobachtungErnährungNachlesen

Statistisches Bundesamt (Destatis) (2024). Schlachtungsstatistik.

Amtliche Schlachtzahlen Deutschland; Grundlage der Mengenangaben.

Behörde & LeitlinieUmweltNachlesen

Wang, F. et al. (2024). Nature Metabolism.

Drei US-Kohorten mit 204.615 Teilnehmenden über bis zu 36 Jahre: Hämeisen aus rotem Fleisch ging mit einem deutlich höheren Typ-2-Diabetes-Risiko einher, pflanzliches Nicht-Hämeisen dagegen nicht. Eine begleitende Auswertung von Blutmarkern stützte den Zusammenhang über Entzündung und Insulinresistenz. Beobachtungsdaten.

BeobachtungErnährungNachlesen

Witkowski, M. et al. (2024). European Heart Journal.

Gleiche Anlage derselben Arbeitsgruppe, diesmal für Xylit: Zusammenhang der Blutspiegel mit Herz-Kreislauf-Ereignissen und verstärkte Thrombozytenaktivierung. Dieselbe Einschränkung — körpereigene Bildung, keine erhobene Verzehrsmenge. Ein Signal, das weiterverfolgt gehört, keine Grundlage für eine Warnung.

BeobachtungErnährungNachlesen

Loftfield, E. et al. (2024). JAMA Network Open.

Drei US-Kohorten, 390.124 zu Beginn gesunde Erwachsene, über 20 Jahre: kein Sterblichkeitsvorteil durch tägliche Multivitamine, auch nicht bei Krebs- oder Herz-Kreislauf-Tod. Sagt nichts über gezielte Einzelnährstoffe bei nachgewiesenem Bedarf.

BeobachtungErnährungZur Quelle

Chen, G. et al. (2024). BMJ Medicine.

UK-Biobank-Kohorte mit 415.737 Personen: Bei Menschen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung ging regelmäßige Fischölnutzung mit 13 % mehr Vorhofflimmern und 5 % mehr Schlaganfällen einher, bei bereits Erkrankten mit langsamerem Fortschreiten. Beobachtungsdaten ohne Angaben zu Dosis und Präparat.

BeobachtungGesundheitZur Quelle

Gracner, T. et al. (2024). Science.

Natürliches Experiment: Das Ende der britischen Zuckerrationierung im September 1953 verdoppelte den Verbrauch schlagartig. Wer die ersten 1000 Tage noch unter Rationierung erlebte, hatte Jahrzehnte später rund 35 % weniger Typ-2-Diabetes und 20 % weniger Bluthochdruck.

ExperimentGesundheitZur Quelle

Linde, A. et al. (2024). PLOS ONE.

Bislang längste kontrollierte Beobachtung zu pflanzlicher Hundekost: ein Jahr, ohne klinisch bedeutsame Auffälligkeiten in Blut- und Nährstoffwerten. Anmerkung: von einem Hersteller pflanzlicher Tiernahrung finanziert — das entwertet die Daten nicht, verschiebt aber die Beweislast.

BeobachtungHund & KatzeZur Quelle

LEAP-Trio-Nachbeobachtung (2024). NEJM Evidence.

Nachbeobachtung der Kinder aus der LEAP-Studie bis ins Jugendalter: Der Schutz durch frühe, regelmäßige Erdnussgabe blieb erhalten, auch nachdem zwischenzeitlich nichts mehr gegeben wurde.

ExperimentGesundheitZur Quelle

OUtMATCH-Studiengruppe (2024). New England Journal of Medicine.

Antikörpertherapie mit Omalizumab erhöhte bei mehreren Nahrungsmittelallergien die Schwelle für eine Reaktion. Heilt die Allergie nicht und ersetzt das Meiden nicht. Anmerkung: von den Herstellern des Wirkstoffs finanziert.

ExperimentGesundheitZur Quelle

Pardo, M. A. et al. (2024). Nature Ecology & Evolution.

Wilde Elefanten verwenden für einzelne Artgenossen individuelle Lautmuster; angesprochene Tiere reagierten stärker auf den an sie gerichteten Ruf. Anders als Delfine ahmen sie den Ruf des Gegenübers nicht nach.

LaborTiereZur Quelle

Arnould, C. et al. (2024). Applied Animal Behaviour Science.

Die unbefiederte Gesichtshaut von Hennen wechselt situationsabhängig die Farbe: röter bei Erregung und Angst, blasser in entspannten Momenten. Ansatz für ein sichtbares Maß von Wohlbefinden bei Geflügel.

LaborTiereZur Quelle

Umweltprogramm der Vereinten Nationen (2024). Food Waste Index Report.

Rund 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittelabfall in einem Jahr — etwa ein Fünftel des verfügbaren Angebots, mit dem größten Einzelanteil in Privathaushalten.

Behörde & LeitlinieUmweltZur Quelle

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2024). Gut essen und trinken — die DGE-Empfehlungen.

Überarbeitete lebensmittelbezogene Empfehlungen, erstmals aus einem Modell, das Nährstoffbedarf, übliche Verzehrgewohnheiten und Umweltwirkungen gemeinsam optimiert: mindestens drei Viertel pflanzlich, Hülsenfrüchte täglich, Fleisch als Orientierung höchstens 300 g je Woche.

NachschlagewerkReferenzwerkZur Quelle

Europäische Kommission (2024). Durchführungsverordnung (EU) 2024/2067.

Streichung der Einträge SF-001 bis SF-010 aus der Unionsliste zugelassener Raucharoma-Grundstoffe, nachdem die EFSA 2023 für keines der geprüften Erzeugnisse Bedenken hinsichtlich Genotoxizität ausschließen konnte. Übergangsfristen bis 1. Juli 2026 beziehungsweise 1. Juli 2029.

Behörde & LeitlinieRechtZur Quelle

Europäisches Parlament und Rat (2024). Richtlinie (EU) 2024/825.

Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel: verbietet ab 27. September 2026 pauschale Umweltaussagen ohne Nachweis sowie Neutralitätsversprechen, die auf Kompensation beruhen.

Behörde & LeitlinieRechtZur Quelle

Barnes, L. L. et al. (2023). New England Journal of Medicine.

Erste randomisierte Studie zu einem eigens für das Gehirn entworfenen Ernährungsmuster: 604 Ältere ohne kognitive Einschränkung, drei Jahre. Denkleistung und Kernspinbefunde unterschieden sich am Ende nicht bedeutsam von der Vergleichsgruppe. Einordnung: Kein Freibrief für beliebiges Essen — die Vergleichsgruppe aß ebenfalls vernünftig, beide Gruppen sollten 250 Kalorien am Tag einsparen und verloren im Schnitt rund fünf Kilogramm, und in beiden verbesserte sich die Denkleistung leicht. Verglichen wurde also ein benanntes Konzept gegen eine gesunde Kost mit Gewichtsabnahme, nicht gegen Nichtstun. Die Teilnehmenden waren überwiegend gut gebildet und europäischer Herkunft.

ExperimentErnährungZur Quelle

Europäische Kommission (2023). Verordnung (EU) 2023/2108.

Senkt die zulässigen Zusatzmengen an Nitriten und Nitraten in Fleischerzeugnissen um rund ein Fünftel und begrenzt erstmals die Restmengen im fertigen Produkt. Übergangsfrist bis Oktober 2025, erlassen im Rahmen des europäischen Plans zur Krebsbekämpfung.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

American Animal Hospital Association (AAHA) (2023). AAHA Guidelines.

Leitlinie zu ausgewählten Hormonerkrankungen bei Hund und Katze. Grundlage unserer Einordnung von T4 und TSH — einschließlich des Hinweises, dass ein niedriges T4 beim Hund durch jede andere schwere Erkrankung entstehen kann und deshalb keine Unterfunktion beweist.

Behörde & LeitlinieHund & KatzeZur Quelle

Law, H. G. et al. (2023). Journal of Lipid Research.

Kontrollierte Ernährungsstudie (GET-READI, 166 Teilnehmende): Eine Reduktion gesättigter Fette senkte das LDL-Cholesterin um rund 10 %, hob Lipoprotein(a) aber um rund 24 % an. Zitiert für die gegenläufige Reaktion beider Werte; die klinische Bedeutung dieser Lp(a)-Verschiebung ist ungeklärt und ändert nichts an der LDL-Empfehlung.

ExperimentErnährungZur Quelle

EFSA-Gremium für Kontaminanten (2023). Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmitteln.

Aktualisierte Risikobewertung; gesättigte Anteile ohne Bedenken, aromatische Anteile mit möglichem Risiko — ein Referenzwert war mangels Daten nicht ableitbar.

Behörde & LeitlinieLebensmittelNachlesen

European Food Safety Authority (2023). Peer Review Glyphosat.

Schlussfolgerungen der Risikobewertung; kein als kritisch eingestufter Bereich — Gegenpol zur Gefahreneinstufung der Krebsforschungsagentur.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Europäische Kommission (2023). Durchführungsverordnung (EU) 2023/2660.

Erneuerung der Genehmigung des Wirkstoffs Glyphosat bis zum 15. Dezember 2033, verbunden mit zusätzlichen Anwendungsauflagen.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Montegiove, N. et al. (2023). Animals.

Biogene Amine in Trockenfutter aus Frischfleisch, Tiermehl und Mischung; Zusammenhang mit der Keimzahl.

LaborHund & KatzeNachlesen

Environmental Working Group (2023). Verbraucherinformation.

Zitiert im Kontext der Vitamin-C-Geschichte und Nährstoffgehalte. Einordnung: Interessenorganisation, keine Behörde. Ihre Listen zu Rückständen werden von toxikologischer Seite kritisiert, weil sie Häufigkeit von Nachweisen und nicht die Dosis abbilden. Nur für Kontext zitiert, nie als Risikobewertung.

Behörde & LeitlinieLebensmittelNachlesen

European Food Safety Authority (2023). Neubewertung Raucharoma-Grundstoffe.

Gentoxizität nicht auszuschließen; die EU-Kommission verlängerte die Zulassungen 2024 nicht (Auslauffristen bis 2029).

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

European Food Safety Authority (2023). Tolerable Upper Intake Level Selen.

Obergrenze 255 µg pro Tag, abgeleitet aus der SELECT-Studie. Ausdrücklich benannt als Gruppe, die sie überschreiten kann: regelmäßige Verzehrer von Paranüssen.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

European Food Safety Authority (2023). Neubewertung Mineralölkohlenwasserstoffe.

MOSH lagern sich im Gewebe ab, MOAH enthalten teils gentoxische aromatische Verbindungen. Eintrag über Verpackung, Schmierstoffe und Verarbeitung.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Europäische Kommission (2023). Verordnung (EU) 2023/915.

Höchstgehalte für Kontaminanten in Lebensmitteln — unter anderem Pyrrolizidinalkaloide in Tee und Gewürzen, Tropanalkaloide in Getreide und Getreidebeikost, anorganisches Arsen in Reis, Patulin in Apfelerzeugnissen und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in Geräuchertem; löste die Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 ab und führt Mykotoxine, Schwermetalle, Pyrrolizidin- und Tropanalkaloide in einem Rechtsakt zusammen.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Greenspoon, L. et al. (2023). Biomasse-Bilanzierung.

Nachrechnung derselben Frage allein für wildlebende Landsäugetiere mit besseren Verbreitungsdaten: Ihre gesamte Biomasse liegt weit unter der des Menschen und nochmals deutlich unter der der Nutztiere. Bestätigt die Größenordnung der Biomasse-Bilanz von 2018 mit anderer Methode.

Konsens & ModellUmweltNachlesen

Harvard T. H. Chan School of Public Health (2023). Kohortenauswertungen.

Dieselbe redaktionelle Übersicht, hier zu Fleischkonsum und Typ-2-Diabetes. Die tragende Auswertung dazu ist die föderierte Metaanalyse von Li et al. (2024) im Verzeichnis; dieser Eintrag steht nur für den Zugang zur Zusammenfassung.

BeobachtungErnährungNachlesen

IARC & JECFA (2023). World Health Organization.

Zwei Gremien, zwei verschiedene Fragen — der Grund für die Verwirrung im Sommer 2023. Die Krebsforschungsagentur IARC stufte Aspartam als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B) ein, eine reine Gefahrenaussage auf begrenzter Evidenz. Der Sachverständigenausschuss JECFA prüfte im selben Zug die Menge und beließ die duldbare Tagesdosis unverändert bei 40 mg je Kilogramm Körpergewicht.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Rinella, M. E. et al. (2023). Hepatology.

Konsensverfahren zur neuen Nomenklatur: aus NAFLD wird MASLD, benannt nach der metabolischen Ursache statt nach dem Ausschluss von Alkohol.

Konsens & ModellErnährungNachlesen

Scarborough, P. et al. (2023). Nature Food.

55.504 Menschen in Großbritannien mit tatsächlich erhobenen Ernährungsgewohnheiten, verknüpft mit den Umweltdaten von über 38.000 Betrieben: Die Ernährung von Veganern kam auf etwa ein Drittel der Treibhausgase derer mit hohem Fleischkonsum, mit ähnlichem Abstand bei Landverbrauch und Artenverlust. Stärke der Arbeit: reale Essgewohnheiten statt Modellkost.

Konsens & ModellUmweltNachlesen

Sellem, L. et al. (2023). The British Medical Journal.

Erste Auswertung der Reihe, Endpunkt Krebs: erhöhte Aufnahme einzelner Emulgatoren ging mit mehr Brust- und Prostatakrebsdiagnosen einher. Beobachtungsdaten aus selbst gemeldeter Teilnahme; die Autoren nennen die Ergebnisse selbst hypothesenbildend.

BeobachtungErnährungNachlesen

Verbraucherzentrale Deutschland (2023). Marktcheck.

Zuckergehalte in Fruchtjoghurt.

NachschlagewerkLebensmittelNachlesen

Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) (2023). Arzneimittelreport.

Antibiotikaeinsatz Human- gegenüber Veterinärmedizin in Deutschland.

Behörde & LeitlinieUmweltNachlesen

Witkowski, M. et al. (2023). Nature Medicine.

Dreiteilige Arbeit: erhöhte Erythrit-Spiegel im Blut gingen bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Risiko über drei Jahre mit mehr Ereignissen einher; im Labor und nach Gabe eines Getränks stieg die Gerinnselneigung der Blutplättchen. Einordnung: Der Körper stellt Erythrit auch selbst her — hohe Blutspiegel können Folge einer Stoffwechsellage statt des Verzehrs sein. Die Zufuhr wurde in der Kohorte nicht erhoben. Ausführlich in Teil III unter „Erythrit und Xylit als Herzrisiko“.

BeobachtungErnährungNachlesen

World Health Organization (2023). Leitlinie zu Süßstoffen.

Bedingte Empfehlung gegen Süßstoffe zur Gewichtskontrolle, ausdrücklich auf Evidenz niedriger Sicherheit gestützt. Sie gilt nicht für Menschen mit bereits bestehendem Diabetes und nicht für Zahnpflegeprodukte. Einordnung: Die WHO stuft Süßstoffe damit nicht als schädlich ein, sondern als untauglich für den Zweck, für den sie beworben werden.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Knight, A. et al. (2023). Veterinary Sciences.

Systematische Übersicht zu veganer Hunde- und Katzenkost: keine überzeugenden Belege für Schäden, einzelne Hinweise auf Vorteile — die Sicherheit der Belege wurde von den Autoren selbst überwiegend als gering eingestuft. Anmerkung: Der Erstautor vertritt in dieser Frage öffentlich eine Position; deshalb hier zusammen mit der GRADE-Einstufung geführt, nicht als abschließender Beleg.

ZusammenfassungHund & KatzeZur Quelle

Katz, P. O. et al. (American College of Gastroenterology) (2022). Clinical Guideline for the Diagnosis and Management of Gastroesophageal Reflux Disease.

Leitlinie zur Refluxkrankheit. Am besten belegt sind Gewichtsabnahme, erhöhtes Kopfende und Abstand zwischen Essen und Hinlegen; von einer pauschalen Vermeidung sogenannter Trigger-Lebensmittel wird ausdrücklich abgeraten, weil Auslöser individuell sind. Einordnung: Deckungsgleich mit der deutschen S2k-Leitlinie der DGVS, die wir ebenführen.

Behörde & LeitlinieGesundheitZur Quelle

Chang, C.-H. et al. (2022). Journal of Veterinary Internal Medicine.

Randomisierte Studie an 46 Hunden mit Vitamin-B12-Mangel bei chronischer Darmerkrankung oder Bauchspeicheldrüsenschwäche: Die orale Gabe wirkte ebenso gut wie die Spritze. Zitiert für die Einordnung des Cobalamin-Werts.

ExperimentHund & KatzeZur Quelle

US-Arzneimittelbehörde (FDA) (2022). FDA Update.

Abschluss-Mitteilung zur Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen hülsenfruchtreichem, getreidefreiem Futter und Herzmuskelerweiterung beim Hund: Die eingegangenen Meldungen reichen nicht aus, um einen ursächlichen Zusammenhang zu belegen; weitere öffentliche Aktualisierungen sind erst bei neuer wissenschaftlicher Erkenntnis vorgesehen. Wir zitieren die Mitteilung ausdrücklich als Beleg dafür, dass die Frage offen ist — weder als Entwarnung noch als Warnung.

Behörde & LeitlinieHund & KatzeZur Quelle

Kronenberg, F. et al. (2022). European Heart Journal.

Konsenspapier der Europäischen Atherosklerose-Gesellschaft zu Lipoprotein(a): Schwellenwerte, Risikofaktoren je Konzentration und die Empfehlung einer einmaligen Bestimmung im Leben.

Konsens & ModellGesundheitZur Quelle

Malfertheiner, P. et al. (2022). Gut.

Maastricht VI/Florence-Konsens: Die Helicobacter-pylori-Gastritis wird als Infektionskrankheit geführt und mit Antibiotika behandelt — nicht über die Ernährung.

Konsens & ModellGesundheitNachlesen

Ingrosso, M. R. et al. (2022). Alimentary Pharmacology & Therapeutics.

Metaanalyse von zehn randomisierten Studien: Pfefferminzöl war Placebo bei Reizdarmbeschwerden und Bauchschmerz überlegen. Die größte Einzelstudie (2019) verfehlte ihren Endpunkt — die Annotation nennt beides.

ExperimentErnährungNachlesen

Jacobson, K. A. et al. (2022). British Journal of Pharmacology.

Koffein als Gegenspieler an den Adenosin-Rezeptoren; Halbwertszeit beim gesunden Erwachsenen typischerweise vier bis fünf Stunden.

LaborGesundheitNachlesen

Altafini, A. et al. (2022). Veterinary Sciences.

Histamingehalte in 58 fischbasierten Heimtierfuttern und ihre Veränderung bei unterschiedlicher Lagerung.

BeobachtungHund & KatzeNachlesen

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (2022). Antibiotika-Abgabemengen.

Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung und Resistenzentwicklung.

Behörde & LeitlinieUmweltNachlesen

COSMOS-Studie (2022). Kakao-Flavanol-Intervention.

Große randomisierte Studie zu Kakaoextrakt und Herz-Kreislauf-Ereignissen. Der primäre Endpunkt — die Gesamtzahl der Herz-Kreislauf-Ereignisse — wurde verfehlt; der Rückgang um rund ein Viertel betrifft den vorab festgelegten Nebenendpunkt Herz-Kreislauf-Tod. Anmerkung: Der Kakaoextrakt wurde von einem Süßwarenhersteller gestellt, der die Studie mitfinanziert hat.

ExperimentErnährungNachlesen

Roediger, W. E. W. (1980). Gut.

An isolierten Schleimhautzellen aus menschlichem Dickdarm geprüft, welchen Brennstoff sie verwenden: Stand nur Buttersäure zur Verfügung, gingen rund drei Viertel des Sauerstoffverbrauchs auf sie zurück — nicht auf Traubenzucker aus dem Blut. Buttersäure entsteht erst im Dickdarm, wenn Bakterien dort Ballaststoffe vergären. Einordnung: Messung an herausgelösten Zellen, kein Versuch am lebenden Menschen; die Arbeit formuliert selbst eine Hypothese. Sie ist seither der Ausgangspunkt des Feldes.

LaborGesundheitNachlesen

Winham, D. M. & Hutchins, A. M. (2011). Nutrition Journal.

Auswertung der Beschwerde-Fragebögen aus drei Fütterungsstudien: Erwachsene aßen acht bis zwölf Wochen lang täglich eine halbe Tasse Bohnen. In der ersten Woche berichtete etwa die Hälfte von mehr Darmgas, in der zweiten Woche bei Pintobohnen noch sechs Prozent; über 70 Prozent der Betroffenen empfanden es ab Woche zwei oder drei wieder als normal. Einordnung: Selbstauskunft, keine Messung der Gasmenge — in den Kontrollgruppen ohne blähende Zutat gaben 3 bis 11 Prozent ebenfalls mehr Gas an.

ExperimentErnährungNachlesen

Chassaing, B. et al. (2022). Gastroenterology.

Kontrollierte Fütterungsstudie mit 16 gesunden Erwachsenen über elf Tage unter stationären Bedingungen: Carboxymethylcellulose veränderte die Zusammensetzung des Darmmikrobioms und verringerte kurzkettige Fettsäuren im Stuhl; bei einem Teil der Teilnehmenden rückten Bakterien näher an die Schleimhaut. Die bislang einzige kontrollierte Anordnung dazu — sehr klein und sehr kurz, aber der Grund, warum wir die Emulgatorfrage offen und nicht als erledigt führen.

ExperimentErnährungNachlesen

Debras, C. et al. (2022). PLOS Medicine.

NutriNet-Santé mit rund 103.000 französischen Erwachsenen: höhere Süßstoffzufuhr, vor allem Aspartam und Acesulfam K, ging mit etwas mehr Krebsdiagnosen einher. Einordnung: Beobachtungsdaten aus einer Gruppe, die sich selbst zur Teilnahme gemeldet hat, mit Zufuhr aus wiederholten 24-Stunden-Protokollen. Kein Interventionsbeleg, und die Frage, wer zu Süßstoffen greift, ist damit nicht ausgeräumt.

BeobachtungErnährungNachlesen

Debras, C. et al. (2022). The British Medical Journal.

Dieselbe Kohorte, anderer Endpunkt: Zusammenhang zwischen Süßstoffzufuhr und Herz-Kreislauf-Ereignissen. Es gelten dieselben Einschränkungen wie bei der Krebsauswertung — selbst gemeldete Teilnahme, Beobachtungsdaten, keine Zuteilung per Los.

BeobachtungErnährungNachlesen

Europäische Kommission (2022). Verordnung (EU) 2022/63.

Streichung von Titandioxid (E 171) aus der Liste der zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe; Auslauffrist bis 7. August 2022.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Food and Agriculture Organization (2022). The State of World Fisheries and Aquaculture.

Fangmethoden, Bestandslage und Beifang.

NachschlagewerkUmweltNachlesen

Koelman, L. et al. (2022). Advances in Nutrition.

Metaanalyse von 22 randomisierten Studien zu ganzen Ernährungsmustern und Entzündungsmarkern: mediterrane und stark pflanzliche Muster senkten CRP und Interleukin-6 messbar, aber in kleinem Ausmaß. Einordnung: Marker, keine Krankheitsendpunkte — und wir sagen dazu, dass „entzündungshemmende Ernährung“ als Etikett mehr verspricht als diese Zahlen hergeben.

ExperimentErnährungNachlesen

Messina, M. et al. (2022). Frontiers in Nutrition.

Übersicht zu Sojaisoflavonen und Hormonhaushalt. Anmerkung: Der Erstautor leitet ein von der Sojabranche finanziertes Institut — deshalb hier nur als Ergänzung zur behördlichen Bewertung geführt, nicht als deren Ersatz.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

National Cancer Institute (2022). Faktenblatt.

Faktenblatt zu heterozyklischen Aminen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen: Sie entstehen beim Garen über offener Flamme und bei starker Hitze, wirken im Tierversuch krebserregend. Einordnung: Die Behörde hält ausdrücklich fest, dass die Studien am Menschen uneinheitlich sind, weil sich Gartemperatur und Bräunungsgrad rückblickend kaum erfassen lassen.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

LeBoff, M. S. et al. (VITAL) (2022). New England Journal of Medicine.

Über 25.000 Erwachsene, fünf Jahre 2000 IE Vitamin D täglich gegen Scheinpräparat: kein Unterschied bei Knochenbrüchen. Die Teilnehmenden waren überwiegend gut versorgt — für Menschen mit echtem Mangel gilt das Ergebnis ausdrücklich nicht.

ExperimentGesundheitZur Quelle

Schwarz, C. et al. (SmartAge) (2022). JAMA Network Open.

Kontrollierte Studie zu Spermidin bei älteren Menschen mit Gedächtnisbeschwerden: keine Verbesserung der Denkleistung. Wichtige Gegenprobe zu den Tierbefunden und den Beobachtungsdaten.

ExperimentWirkstoffeZur Quelle

Galpayage Dona, H. S. et al. (2022). Animal Behaviour.

Hummeln rollen kleine Holzkugeln ohne Belohnung und ohne Nahrungsbezug; jüngere Tiere häufiger als ältere. Die Merkmale entsprechen dem, was in der Verhaltensforschung als Spiel gilt — über Empfinden sagt das nichts.

ExperimentTiereZur Quelle

Europäische Kommission (2021). Durchführungsverordnung (EU) 2021/2090.

Verweigerung der Zulassung von Titandioxid als Farbstoff in Futtermitteln — das Gegenstück zur Streichung von E 171 im Lebensmittelrecht.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Crippa, M. et al. (2021). Nature Food.

Erste vollständige Bilanz über alle Stufen: Das Ernährungssystem verursachte 2015 rund 34 Prozent der weltweiten Treibhausgase, davon knapp drei Viertel aus Landwirtschaft und Landnutzung, der Rest aus Verarbeitung, Handel, Verpackung und Entsorgung. Modellrechnung aus Datenbanken, keine Messung.

Konsens & ModellUmweltNachlesen

European Food Safety Authority (2021). Neubewertung Titandioxid (E 171).

Genotoxizität ließ sich nicht ausschließen; der Stoff gilt seither nicht mehr als sicherer Lebensmittelzusatzstoff.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Europäische Kommission (2021). Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165, Anhang V.

Im ökologischen Landbau zugelassene Zusatzstoffe.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

FEDIAF (2021). Nutritional Guidelines for Cat and Dog Food.

Europäische Nährstoffrichtwerte für Hunde- und Katzenfutter.

Behörde & LeitlinieHund & KatzeNachlesen

GBD 2019 Stroke Collaborators (2021). The Lancet Neurology.

Globale Krankheitslast des Schlaganfalls 1990–2019; Ernährung als einer der führenden veränderbaren Risikofaktoren.

Konsens & ModellErnährungNachlesen

Gencer, B. et al. (2021). Circulation.

Metaanalyse von sieben randomisierten Studien mit über 80.000 Teilnehmenden: Omega-3-Präparate erhöhten das Risiko für Vorhofflimmern um rund ein Viertel, mit deutlicher Dosisabhängigkeit — oberhalb von einem Gramm täglich war der Effekt am stärksten. Die Gegenseite der Omega-3-Erzählung, die wir mitführen.

ExperimentErnährungNachlesen

Hevia-Larraín, V. et al. (2021). Medicine & Science in Sports & Exercise.

38 junge Männer, zwölf Wochen Krafttraining, vegane gegen omnivore Kost bei gleicher Eiweißmenge von 1,6 g je Kilogramm Körpergewicht — Muskelmasse und Kraft entwickelten sich gleich. Einordnung: Klein und kurz, und der vegane Arm wurde mit Sojaprotein auf diese Menge gebracht. Zeigt, dass die Menge zählt, nicht die Herkunft, sofern die Menge erreicht wird.

ExperimentErnährungNachlesen

Roque, B. M. et al. (2021). PLOS ONE.

Kontrollierter Fütterungsversuch an 21 Mastrindern über 21 Wochen: Ein Anteil von unter einem Prozent Asparagopsis im Futter senkte den Methanausstoß um bis zu 82 Prozent, ohne dass die Verkostung des Fleisches Unterschiede ergab. Anmerkung: mitfinanziert von Blue Ocean Barns, einem Unternehmen, das genau diesen Futterzusatz vermarktet, daneben von zwei Stiftungen. Offen sind außerdem Bromoform-Rückstände und die Frage, woher die Algenmenge kommen soll. Ausführlich in Teil III.

ExperimentUmweltNachlesen

Wastyk, H. C. et al. (2021). Cell.

Interventionsstudie (Stanford): fermentierte Lebensmittel erhöhen mikrobielle Vielfalt und senken Entzündungsmarker.

ExperimentErnährungNachlesen

Neal, B. et al. (SSaSS) (2021). New England Journal of Medicine.

Cluster-randomisierte Studie in 600 chinesischen Dörfern, 20.995 Personen: Ersatz von Kochsalz durch eine Mischung mit 25 % Kaliumchlorid senkte Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Ereignisse und Gesamtsterblichkeit. Ausgeschlossen waren Menschen mit bekannter Nierenerkrankung.

ExperimentGesundheitZur Quelle

Wegenast, C. A. et al. (2021). Journal of the American Veterinary Medical Association.

Auswertung von Vergiftungsfällen: Weinsäure als bislang beste Erklärung für das akute Nierenversagen von Hunden nach Weintrauben und Rosinen — nach Jahrzehnten ohne bekannten Mechanismus. Passend dazu vergiften auch Weinstein und Tamarinde.

BeobachtungHund & KatzeZur Quelle

Uenoyama, R. et al. (2021). Science Advances.

Nepetalacton aus Katzenminze wirkt über den Geruchssinn auf das Belohnungssystem und wehrt zugleich Stechmücken ab; beim Wälzen überträgt die Katze den Stoff aufs Fell. Rund ein Drittel der Katzen spricht gar nicht an.

LaborHund & KatzeZur Quelle

Dirksen, N. et al. (2021). Current Biology.

Kälber lernten binnen Wochen, ihren Harn in einem abgetrennten Bereich abzusetzen. Hintergrund ist nicht Kuriosität, sondern Ammoniak: Wo Harn und Kot sich auf dem Stallboden mischen, entsteht ein erheblicher Umwelt- und Gesundheitsfaktor.

ExperimentTiereZur Quelle

Schnell, A. K. et al. (2021). Proceedings of the Royal Society B.

Sepien warteten bis zu zwei Minuten auf bevorzugte Beute statt sofort geringerwertige zu nehmen; wer besser wartete, lernte auch besser. Dieser Zusammenhang war bisher vor allem von Primaten und Rabenvögeln bekannt.

ExperimentTiereZur Quelle

Croney, C. & Boysen, S. (2021). Frontiers in Psychology.

Schweine steuerten mit der Schnauze einen Joystick und trafen Zielfelder auf einem Bildschirm — eine Leistung über Zufallsniveau, die abstraktes Verständnis verlangt. Sie arbeiteten weiter, wenn statt Futter nur sozialer Kontakt folgte.

ExperimentTiereZur Quelle

Birch, J. et al. (2021). Bericht für die britische Regierung, London School of Economics.

Auswertung von über 300 Studien zur Empfindungsfähigkeit von Kopffüßern und Zehnfußkrebsen. Grundlage dafür, dass Kraken, Tintenfische, Hummer und Krabben 2022 in das britische Tierschutzgesetz aufgenommen wurden.

Behörde & LeitlinieTiereZur Quelle

Europäische Kommission (2021). Verordnung (EU) 2021/1399.

Höchstgehalte für Mutterkorn-Sklerotien und Mutterkornalkaloide in Getreideerzeugnissen; 2024 nochmals verschärft.

Behörde & LeitlinieRechtZur Quelle

Ontiveros, E. S. et al. (2020). PLOS ONE.

Beobachtungsstudie an Golden Retrievern: Eine untypische Fütterung — meist getreidefrei mit Hülsenfrüchten weit vorn in der Zutatenliste — ging häufiger mit niedrigem Taurin und mit Veränderungen im Herzultraschall einher, teils ohne sichtbare Anzeichen. Zugleich Vorschlag von Referenzbereichen für Taurin in Vollblut und Plasma. Eingeschränkt verwendbar: Die Zeitschrift veröffentlichte 2020 eine Anmerkung der Redaktion wegen nicht angegebener Interessenkonflikte und Zweifeln an Studienaufbau und Schlussfolgerung; nach einer Korrektur 2023 galten die meisten Punkte als ausgeräumt, beim Studienaufbau blieb der Dissens bestehen. Wir zitieren die Arbeit deshalb nur für die beobachtete Verknüpfung, nicht für eine Ursache.

BeobachtungHund & KatzeZur Quelle

Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2020). WHO Guideline.

Leitlinie zur Verwendung von Ferritin-Konzentrationen für die Beurteilung des Eisenstatus: Grenzwert unter 15 µg/l bei Erwachsenen, unter 70 µg/l bei bestehender Entzündung. Die Evidenzsicherheit wird von der WHO selbst als niedrig bis sehr niedrig angegeben.

Behörde & LeitlinieGesundheitZur Quelle

Europäische Kommission (2020). Verordnung (EU) 2020/1322.

Höchstgehalte für 3-MCPD und dessen Fettsäureester in raffinierten Pflanzenölen und daraus hergestellten Erzeugnissen.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Beelman, R. B. et al. (2020). Journal of Nutritional Science.

Übersichtsbeitrag mit Ländervergleich: Länder mit höherer geschätzter Ergothionein-Zufuhr wiesen niedrigere Sterberaten an einigen Alterserkrankungen auf. Einordnung: Ein Vergleich von Landesdurchschnitten belegt keinen Zusammenhang bei einzelnen Menschen, und die Arbeit stammt aus einem universitären Zentrum, das speziell zu Pilzen als Lebensmittel forscht. Wir führen Ergothionein deshalb als interessanten Stoff, nicht als belegten Schutzfaktor. Ausführlich in Teil III.

BeobachtungLebensmittelNachlesen

Fiorenza, E. A. et al. (2020). Global Change Biology.

Metaanalyse von 123 Untersuchungen seit 1978: Die Zahl der Anisakis-Nematoden in Speisefischen hat sich vervielfacht — als wahrscheinliche Ursache gilt die Erholung der Meeressäugerbestände, in denen der Wurm seinen Endwirt hat. Einordnung: Für den Menschen zählt nicht die Zahl im Meer, sondern die Behandlung: Durchgaren oder ausreichend langes Durchfrieren tötet die Larven.

BeobachtungErnährungNachlesen

Harvard T. H. Chan School of Public Health (2020). Kohortenauswertungen.

Zusammenfassende Darstellung der Fakultät („The Nutrition Source“) zu rotem Fleisch und gesättigten Fetten. Einordnung: Keine Studie, sondern eine redaktionelle Übersicht über eigene Kohorten (Nurses’ Health Study, Health Professionals Follow-up Study). Wir nutzen sie zur Orientierung; belegt wird jede Aussage über die einzeln aufgeführten Originalarbeiten.

BeobachtungErnährungNachlesen

Neelakantan, N., Seah, J. Y. H. & van Dam, R. M. (2020). Circulation.

Metaanalyse von 16 kontrollierten Studien: Kokosöl hob das LDL-Cholesterin gegenüber nicht-tropischen Pflanzenölen deutlich an, ohne dass die gleichzeitige HDL-Erhöhung einen belegten Nutzen hat. Einordnung: Kontrollierte Versuche, nicht Beobachtung — deshalb tragfähiger als die Berufung auf traditionell hohen Kokoskonsum in tropischen Ländern.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Maares, M. & Haase, H. (2020). Nutrients.

Übersicht zur Zinkaufnahme: Phytat aus Getreide und Hülsenfrüchten bindet Zink im Darm und senkt die Aufnahme erheblich — Einweichen, Keimen und Sauerteigführung bauen es teilweise ab. Grundlage dafür, dass wir bei rein pflanzlicher Kost mit einem Zuschlag auf den Zinkbedarf rechnen.

LaborErnährungNachlesen

Portugal, Regierungsverordnung (2020). Nationale Erntevorschrift.

Verbot der nächtlichen maschinellen Olivenernte zum Vogelschutz.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Smith, M. L. et al. (2020). Heart.

Ergothionein-Blutspiegel und kardiovaskuläres Risiko (Kohorte).

BeobachtungErnährungNachlesen

WWF (2020). Living Blue Planet Report.

Beifangquoten und Zustand der Meeresökosysteme.

NachschlagewerkUmweltNachlesen

European Food Safety Authority (2020). Gutachten zu Glykoalkaloiden (CONTAM-Panel).

Gutachten zu Glykoalkaloiden in Kartoffeln und Kartoffelerzeugnissen: Eine unbedenkliche Aufnahmemenge ließ sich nicht ableiten; ab etwa 1 mg je kg Körpergewicht sind Beschwerden möglich. Die Stoffe sitzen dicht unter der Schale, in Keimen und grünen Stellen und werden durch Kochen kaum zerstört.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Naghshi, S. et al. (2020). The BMJ.

Dosis-Wirkungs-Metaanalyse aus 32 Kohorten: pflanzliches Protein war mit geringerer Gesamt- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit assoziiert.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Dahms, I. et al. (2019). PLoS ONE.

Algenöl als EPA/DHA-Quelle bei Beagles über Trächtigkeit, Säugezeit und Wachstum; dosisabhängiger Anstieg im Plasma.

ExperimentHund & KatzeNachlesen

Afshin, A. et al. (GBD Diet Collaborators) (2019). The Lancet.

Modellrechnung der Global-Burden-of-Disease-Gruppe für 195 Länder: rund elf Millionen Todesfälle jährlich werden der Ernährung zugerechnet. Vorn liegen zu viel Salz und zu wenig Vollkorn, Obst und Nüsse — also eher das Fehlende als das Zuviel. Einordnung: Zurechnung, keine Zählung. Sie beruht auf angenommenen Wirkungsstärken aus Beobachtungsstudien und auf oft lückenhaften Verzehrsdaten; die Zahl ist eine Größenordnung, keine Bilanz.

Konsens & ModellErnährungNachlesen

Aghasi, M. et al. (2019). Metaanalyse.

Metaanalyse von Beobachtungsstudien zu Milch und Akne, in dieselbe Richtung wie die größere Auswertung von Juhl et al. im Jahr zuvor: kleiner Zusammenhang, am ehesten bei fettarmer Milch. Einordnung: Keine der Arbeiten prüft, ob Weglassen etwas ändert — dazu fehlen kontrollierte Studien bis heute.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Bouillon, R. et al. (2019). Endocrine Reviews.

Umfassende Übersicht zu Vitamin D: gut belegt sind die Wirkungen auf Knochen und Calciumhaushalt. Für die vielen außerskelettalen Versprechen — Infekte, Krebs, Herz-Kreislauf — fällt die Bilanz der randomisierten Studien überwiegend negativ aus. Beobachtungsdaten zeigen mehr, weil niedrige Spiegel oft Folge von Krankheit und wenig Bewegung im Freien sind, nicht deren Ursache.

LaborErnährungNachlesen

EAT-Lancet Commission (2019). The Lancet.

Erster Versuch, Gesundheit und planetare Grenzen in einem Referenzmuster zusammenzuführen: rund 2.500 Kalorien mit sehr kleinen Mengen rotem Fleisch, viel Hülsenfrüchten, Nüssen und Gemüse. Einordnung: Ein Modell, keine Studie. Kritisiert wurde vor allem die Bezahlbarkeit in ärmeren Ländern und die Deckung von Eisen, Zink, Calcium und B12 bei Frauen und Kindern ohne Ergänzungsmittel.

Konsens & ModellUmweltNachlesen

European Food Safety Authority (2019). Neubewertung Phosphate.

Erstmalige Ableitung einer Gruppen-Höchstmenge für Phosphate: 40 mg je Kilogramm Körpergewicht und Tag. Die Behörde stellte zugleich fest, dass ein Teil der Bevölkerung diese Menge überschreitet, vor allem über Zusatzstoff-Phosphat in verarbeiteten Erzeugnissen.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Europäische Kommission (2019). Delegierte Verordnung (EU) 2019/934.

Zugelassene önologische Verfahren, u. a. Schönungsmittel im Wein.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Europäisches Parlament und Rat (2019). Verordnung (EU) 2019/649.

Höchstgehalt für industrielle Transfettsäuren (2 g/100 g Fett), gültig seit April 2021.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Firth, J. et al. (2019). Psychosomatic Medicine.

Metaanalyse aus 16 randomisierten Studien: Ernährungsinterventionen und depressive Symptome. Der Effekt war klein und bei Angstsymptomen nicht nachweisbar.

ExperimentErnährungNachlesen

Hall, K. D. et al. (2019). Cell Metabolism.

Erste Studie unter voller Kontrolle: 20 Erwachsene lebten vier Wochen auf einer Stoffwechselstation und aßen je zwei Wochen stark und wenig verarbeitet — bei gleicher Menge an Kalorien, Zucker, Fett, Salz und Ballaststoffen im Angebot. In der stark verarbeiteten Phase aßen sie rund 500 Kalorien am Tag mehr und nahmen zu, in der anderen nahmen sie ab. Einordnung: Sehr klein, sehr kurz, aber die einzige Anordnung, die die Verarbeitung selbst prüft statt den Lebensstil der Menschen, die so essen.

ExperimentErnährungNachlesen

Internationaler Währungsfonds (2019). Finance & Development.

Ökonomische Bewertung von Walen als Kohlenstoffsenke.

Behörde & LeitlinieUmweltNachlesen

Kohda, M. et al. (2019). PLOS Biology.

Spiegeltest bei Putzerlippfischen. Einordnung: Ob der Spiegeltest bei Fischen dasselbe misst wie bei Säugetieren, ist in der Fachwelt umstritten; die Beobachtung selbst wurde in Folgearbeiten bestätigt.

ExperimentTiereNachlesen

Rico-Campà, A. et al. (2019). The British Medical Journal.

Spanische SUN-Kohorte mit rund 20.000 Hochschulabsolventen: Wer täglich mehr als vier Portionen stark verarbeiteter Lebensmittel aß, hatte eine deutlich höhere Gesamtsterblichkeit als die Vergleichsgruppe mit weniger als zwei. Einordnung: Beobachtungsdaten aus einer gebildeten, gesundheitsbewussten Gruppe — wer viel verarbeitet isst, unterscheidet sich in vielem anderen mit.

BeobachtungErnährungNachlesen

Lebensmittelverband Deutschland (2019). Leitlinie vegane und vegetarische Lebensmittel.

Bezeichnungsregeln für pflanzliche Analogprodukte.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Mielewczik, M. & Moll, E. (2019). Wissenschaftshistorische Analyse.

Ursprung des Spinat-Eisen-Mythos.

ZusammenfassungLebensmittelNachlesen

Reynolds, A. et al. (2019). The Lancet.

Im Auftrag der WHO: 185 Beobachtungsstudien und 58 kontrollierte Versuche. Zwischen 25 und 29 Gramm Ballaststoffen täglich lag der günstigste Bereich, darüber sank das Risiko weiter — für Gesamtsterblichkeit, Herzkrankheit, Typ-2-Diabetes und Darmkrebs um jeweils 15 bis 30 Prozent. Eine der wenigen Dosis-Wirkungs-Beziehungen in der Ernährung, die sowohl Beobachtung als auch Intervention stützen.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Sneddon, L. U. (2019). Philosophical Transactions of the Royal Society B.

Übersicht zum Forschungsstand: Fische besitzen Nozizeptoren, zeigen nach schädigenden Reizen anhaltende Verhaltensänderungen, und diese lassen sich mit Schmerzmitteln aufheben. Einordnung: Ob daraus bewusstes Leiden folgt, ist in der Fachwelt strittig — die Nachweise für die Verarbeitung sind stärker als die für das Erleben.

LaborTiereNachlesen

Spanien, regionale Erlasse (2019). Erntevorschriften Andalusien u. a..

Einschränkung der nächtlichen maschinellen Olivenernte.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Sánchez-Pérez, R. et al. (2019). Science.

Die Süße der Kulturmandel geht auf eine einzige Mutation in einem Steuergen zurück, die die Bildung des Blausäurevorläufers Amygdalin abschaltet. Wildmandeln sind bitter und in Mengen giftig — dieselbe Chemie, die bittere Aprikosenkerne gefährlich macht.

LaborLebensmittelNachlesen

Tong, T. Y. N. et al. (2019). The British Medical Journal.

EPIC-Oxford: Vegetarier und Veganer hatten weniger koronare Herzkrankheit, aber eine höhere Schlaganfallrate — wichtige Gegenevidenz, die wir mitführen statt auszublenden.

BeobachtungErnährungNachlesen

U.S. Food and Drug Administration (2019). Safety Communication.

Biotin-Supplemente verfälschen Laborwerte.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Wassermann, B. et al. (2019). Frontiers in Microbiology.

Sequenzierung ganzer Äpfel: Ein Apfel trägt rund hundert Millionen Bakterien, der weit überwiegende Teil davon in Kerngehäuse und Samen; das Fruchtfleisch allein enthält deutlich weniger. Ökologisch erzeugte Äpfel wiesen eine vielfältigere Besiedlung auf. Einordnung: Vielfalt gemessen, gesundheitlicher Nutzen nicht geprüft.

LaborLebensmittelNachlesen

Bechthold, A. et al. (2019). Critical Reviews in Food Science and Nutrition.

Dosis-Wirkungs-Metaanalyse zu zwölf Lebensmittelgruppen; trägt die Angabe zu rotem Fleisch und Herzerkrankung je 100 g pro Tag.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Marklund, M. et al. (2019). Circulation.

Individualdaten aus 30 Kohorten in 13 Ländern: höhere Linolsäure-Spiegel gingen mit weniger Herz-Kreislauf-Ereignissen einher. Grundlage dafür, dass wir Omega-6 nicht als entzündungsfördernd einordnen.

BeobachtungErnährungNachlesen

Andreux, P. A. et al. (2019). Nature Metabolism.

Erste Studie am Menschen zu direkt zugeführtem Urolithin A, dem Stoff, den nur ein Teil der Menschen aus Ellagitanninen selbst bildet: Effekte auf Marker der Mitochondrienfunktion. Anmerkung: von dem Unternehmen finanziert, das den Stoff vertreibt; klinischer Nutzen ist damit nicht gezeigt.

ExperimentWirkstoffeZur Quelle

Sievert, K. et al. (2019). The BMJ.

Metaanalyse kontrollierter Studien zum Frühstück: Wer frühstückt, nimmt über den Tag eher mehr Energie auf und wiegt nicht weniger. Beobachtungsstudien zeigen anderes — ihr Zusammenhang verschwindet weitgehend bei Berücksichtigung von Rauchen, Bewegung und Schlaf.

ZusammenfassungErnährungZur Quelle

Juhl, C. R. et al. (2018). Nutrients.

Systematische Übersicht und Metaanalyse aus 14 Studien mit 78.529 Personen zwischen 7 und 30 Jahren: Milchkonsum ging mit etwas häufigerer Akne einher (Odds Ratio 1,28 für Milch insgesamt), am deutlichsten bei fettarmer und Magermilch. Einordnung: Durchweg Beobachtungsdaten, kein Interventionsnachweis; die Effekte sind klein und die Erhebung der Akne uneinheitlich. Finanzierung geprüft: öffentliche dänische Mittel (Region Seeland und regionale Stiftungen), keine Beteiligung der Milchbranche.

ZusammenfassungErnährungZur Quelle

World Cancer Research Fund / American Institute for Cancer Research (2018). Diet, Nutrition, Physical Activity and Cancer: a Global Perspective (Third Expert Report).

Die systematische Gesamtschau zu Ernährung und Krebsrisiko. Grundlage für unsere Einordnung von salzkonservierten Lebensmitteln als wahrscheinliche Ursache von Magenkrebs. Einordnung: Die Datenbasis stammt überwiegend aus Ostasien — das sagen wir in der Karte dazu.

ZusammenfassungGesundheitZur Quelle

Zhao, J. et al. (2018). Environmental Pollution.

Glyphosat-Rückstände in 18 handelsüblichen Hunde- und Katzenfuttern im Verhältnis zu geltenden Schwellenwerten.

LaborHund & KatzeNachlesen

DGE, ÖGE & SGE (2018). Konsensuspapier zur quantitativen Empfehlung der Zuckerzufuhr.

Übernahme der WHO-Schwelle von höchstens 10 % der Energie aus freien Zuckern für den deutschsprachigen Raum.

Konsens & ModellErnährungZur Quelle

Bar-On, Y. M. et al. (2018). Proceedings of the National Academy of Sciences.

Bilanz der Biomasse aller Lebewesen: Pflanzen stellen den weit überwiegenden Teil, Menschen nur einen verschwindenden Bruchteil. Innerhalb der Säugetiere aber entfallen rund 60 Prozent auf Nutztiere, gut ein Drittel auf den Menschen und nur ein kleiner Rest auf wildlebende Arten. Schätzung mit erheblicher Unsicherheit in den Einzelwerten; die Größenordnung gilt als robust.

Konsens & ModellUmweltNachlesen

Cardwell, G. et al. (2018). Nutrients.

Übersicht zu Vitamin D aus Pilzen: Kurze UV-Bestrahlung nach der Ernte hebt den Gehalt an Vitamin D2 stark an, ein sonniger Fensterplatz reicht bereits für einen messbaren Anstieg. Einordnung: Gebildet wird D2, nicht D3 — und D2 hebt den Blutspiegel weniger zuverlässig an (siehe Tripkovic 2012).

LaborLebensmittelNachlesen

Devries, M. C. et al. (2018). The Journal of Nutrition.

Metaanalyse von 28 randomisierten Studien: Eine höhere Eiweißzufuhr verschlechterte bei nierengesunden Erwachsenen die Filtrationsleistung nicht. Tragende Quelle gegen die pauschale Warnung, Eiweiß schade den Nieren. Für Menschen mit bestehender Nierenerkrankung gilt das ausdrücklich nicht — dort bleibt die ärztliche Vorgabe maßgeblich.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

European Food Safety Authority (2018). Neubewertung Carrageen (E 407).

Neubewertung von Carrageen (E 407): Die duldbare Menge von 75 mg je Kilogramm Körpergewicht wurde beibehalten, ausdrücklich vorläufig. Offen blieben der Anteil niedermolekularer Bruchstücke in Handelsware und die Verwendung in Säuglingsnahrung — dort empfahl die Behörde weitere Daten.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

European Food Safety Authority (2018). Bewertung 3-MCPD- und Glycidylester.

Entstehen beim Raffinieren pflanzlicher Öle. Für 3-MCPD gilt eine tolerierbare Tageszufuhr von 2 µg je kg Körpergewicht; Glycidol ist gentoxisch und kanzerogen, hier gibt es keinen Schwellenwert.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Europäisches Parlament und Rat (2018). Verordnung (EU) 2018/848.

Rechtsrahmen der ökologischen Produktion und Kennzeichnung.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Gardner, C. D. et al. (DIETFITS) (2018). JAMA.

609 Erwachsene, zwölf Monate, gesunde fettarme gegen gesunde kohlenhydratarme Kost — beide ohne Kalorienvorgabe. Der Gewichtsunterschied zwischen den Gruppen war nicht bedeutsam; die Streuung innerhalb jeder Gruppe reichte von zwanzig Kilogramm Abnahme bis zu Zunahme. Weder Genmuster noch Insulinausschüttung sagten vorher, wem was hilft. Tragende Quelle dafür, dass wir keine Diätform als überlegen ausgeben.

ExperimentErnährungNachlesen

Guasch-Ferré, M. et al. (2018). American Journal of Clinical Nutrition.

Metaanalyse aus 26 Studien zu Walnüssen und Blutfettwerten. Anmerkung: neben einem Zuschuss der National Institutes of Health von der California Walnut Commission gefördert — einer öffentlich-rechtlichen Vermarktungsstelle der Walnussbranche.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Gwaltney-Brant, S. M. (2018). Veterinary Clinics of North America.

Übersicht zur Schokoladenvergiftung beim Hund: Theobromin wird sehr langsam abgebaut, die Halbwertszeit liegt im Bereich von Stunden bis fast einem Tag. Entscheidend ist die Menge je Körpergewicht und der Kakaoanteil — Bitterschokolade und Kakaopulver sind um ein Vielfaches gefährlicher als Vollmilchschokolade.

ZusammenfassungHund & KatzeNachlesen

Halliwell, B. et al. (2018). FEBS Letters.

Ergothionein als möglicher physiologischer Schutzstoff.

LaborErnährungNachlesen

Howard, M. C. et al. (2018). Science.

Honigbienen lernten, das Zeichen für „nichts“ als kleiner einzuordnen als eine Menge von eins — ein Verständnis von Null, das sonst nur von Primaten und wenigen Vogelarten bekannt ist. Verhaltensversuch mit Belohnung; über Bewusstsein sagt er nichts.

LaborTiereNachlesen

McDonald, D. et al. (American Gut) (2018). mSystems.

American Gut mit über 10.000 Stuhlproben: Wer wöchentlich mehr als 30 verschiedene Pflanzenarten aß, hatte ein vielfältigeres Mikrobiom und weniger Antibiotikaresistenzgene als die Gruppe unter zehn. Einordnung: Bürgerforschung mit selbst gewählter Teilnahme und selbst gemeldeter Ernährung — die 30-Pflanzen-Regel ist daraus abgeleitet, nicht geprüft. Als Faustregel brauchbar, als Grenzwert nicht. Zur Herkunft der 30-Pflanzen-Regel siehe Teil III.

BeobachtungErnährungNachlesen

Noel, A. C. & Hu, D. L. (2018). Proceedings of the National Academy of Sciences.

Rasterung der Katzenzunge: Die Papillen sind hohl und leiten Speichel durch Kapillarkraft bis auf die Haut — Fellpflege ist damit auch Kühlung. Grundlage dafür, dass Katzen über die Zunge einen erheblichen Teil ihres Wasserhaushalts bewegen.

LaborHund & KatzeNachlesen

Poore, J. & Nemecek, T. (2018). Science.

Auswertung von 38.700 Betrieben in 119 Ländern über 40 Produktgruppen — die Datengrundlage, auf der fast alle Umweltvergleiche von Lebensmitteln beruhen. Kernbefund: Der Abstand innerhalb einer Produktgruppe ist oft größer als der zwischen den Gruppen; das schlechteste Fünftel der Erbsenerzeuger liegt aber immer noch unter dem besten Fünftel der Rindfleischerzeuger. Einordnung: Momentaufnahme aus Betriebsdaten unterschiedlicher Güte, keine fortlaufende Messung.

Konsens & ModellUmweltNachlesen

Schweizerischer Bundesrat (2018). Tierschutzverordnung (TSchV).

Betäubungspflicht vor dem Töten von Zehnfußkrebsen.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Seidelmann, S. B. et al. (2018). The Lancet Public Health.

ARIC-Kohorte mit 15.428 Erwachsenen plus Metaanalyse über gut 430.000 Personen: Die Sterblichkeit verlief U-förmig, am niedrigsten bei etwa 50 bis 55 Prozent der Energie aus Kohlenhydraten. Entscheidend war der Ersatz — Kohlenhydrate durch tierisches Fett und Eiweiß ersetzt ging mit höherer, durch pflanzliches mit niedrigerer Sterblichkeit einher. Beobachtungsdaten mit Ernährungsfragebogen.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

VITAL- und ASCEND-Studien (2018). New England Journal of Medicine.

Zwei große randomisierte Studien im selben Jahr: VITAL mit 25.871 Erwachsenen (840 mg Omega-3 täglich) und ASCEND mit 15.480 Menschen mit Diabetes (1 g täglich). Beide verfehlten ihren Hauptendpunkt — kein Rückgang schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse. Grundlage dafür, dass wir Fischöl nicht zur Vorbeugung empfehlen; über Fisch als Lebensmittel sagen sie nichts.

ExperimentErnährungNachlesen

Morton, R. W. et al. (2018). British Journal of Sports Medicine.

Metaanalyse aus 49 Studien zu Proteinzufuhr und Krafttraining: Der Zuwachs an fettfreier Masse flachte bei rund 1,6 g je Kilogramm Körpergewicht ab (Konfidenzintervall 1,03 bis 2,20), darüber war kein weiterer Effekt messbar. Entscheidend war die Gesamtmenge, die Proteinquelle blieb ohne Einfluss. Trägt den Wert, den EssenCheck beim Ziel „Muskeln“ ansetzt.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Kim, J.-S. et al. (2018). Environmental Science & Technology.

Mikroplastik in Speisesalzen aus vielen Ländern, besonders häufig in Meersalz, seltener in Stein- und Siedesalz. Die aufgenommenen Mengen über Salz sind im Vergleich zu anderen Quellen klein.

LaborLebensmittelZur Quelle

European Food Safety Authority (2018). Gutachten zu grünem Tee (EGCG).

Gutachten zu grünem Tee: Der Aufguss gilt als unbedenklich; Dosen ab etwa 800 mg EGCG täglich aus Nahrungsergänzungsmitteln wurden auf Basis von Fallberichten zu Leberschäden als bedenklich eingestuft.

Behörde & LeitlinieWirkstoffeZur Quelle

Gorissen, S. H. M. et al. (2018). Amino Acids.

Aminosäureprofile von Hafer, Lupine, Weizen, Hanf, Mikroalgen, Soja, Reis, Erbse, Mais und Kartoffel im Vergleich zu Milch, Molke, Ei und menschlichem Muskeleiweiß. Der Leucingehalt schwankt zwischen den Pflanzen erheblich — von 5,1 % bei Hanf bis 13,5 % bei Maisprotein, gegenüber 9,0 % in Milcheiweiß. Methionin und Lysin liegen bei Pflanzen durchweg niedriger.

LaborErnährungZur Quelle

Chen, G.-C. et al. (2017). European Journal of Nutrition.

Metaanalyse aus 15 prospektiven Studien, die Käse trotz hohem Anteil gesättigter Fettsäuren mit einem leicht niedrigeren Herz-Kreislauf-Risiko in Verbindung bringt. Warum wir sie nicht verwenden: Drei der sieben Autoren arbeiten für einen der größten Molkereikonzerne der Welt — zwei am Innovationszentrum des Konzerns, einer an dessen Forschungszentrum in den Niederlanden. Die Arbeit erklärte ursprünglich, es bestehe kein Interessenkonflikt; die Zeitschrift veröffentlichte 2019 eine Korrektur, weil die Angaben zu Finanzierung und Interessenkonflikt nicht zutrafen. Einordnung: Gleiches Muster wie beim Matrixeffekt insgesamt — die Entlastung gesättigter Fette aus Milchprodukten wird überwiegend von der Branche finanziert, die davon profitiert. Ausführlich in Teil III unter „Die Käse-Matrix“.

ZusammenfassungQuellenkritikZur Quelle

Harrison, S. et al. (2017). Cancer Causes & Control.

Systematische Übersicht und Metaanalyse zur Frage, ob Milch über den Wachstumsfaktor IGF-1 auf Prostatakrebs wirkt. Ergebnis: Milchverzehr geht mit höheren körpereigenen IGF-1-Spiegeln einher, und höhere IGF-1-Spiegel gehen mit etwas höherem Prostatakrebsrisiko einher (Odds Ratio 1,09 je Standardabweichung, 51 Studien). Einordnung: Ein möglicher Mechanismus, kein Nachweis einer Ursache. Der World Cancer Research Fund führt Milch und Prostatakrebs als begrenzte Evidenz.

ZusammenfassungErnährungZur Quelle

Ségurel, L. & Bon, C. (2017). Annual Review of Genomics and Human Genetics.

Übersicht zur Laktasepersistenz: warum Säugetiere das Enzym nach dem Abstillen herunterfahren und warum ein Teil der Menschheit es behält. Grundlage für die Angabe, dass weltweit rund zwei Drittel der Erwachsenen Laktose nicht mehr gut spalten.

ZusammenfassungGesundheitZur Quelle

Martí-Carvajal, A. J. et al. (2017). Cochrane Database of Systematic Reviews.

Systematische Übersicht zur Senkung von Homocystein mit B-Vitaminen. Kein Effekt auf Herzinfarkt (12 Studien, 46.699 Teilnehmende) und keiner auf die Gesamtsterblichkeit, jeweils bei hoher Evidenzqualität; beim Schlaganfall ein kleiner Vorteil (4,3 % gegenüber 5,1 %).

ZusammenfassungGesundheitZur Quelle

Madsen, C. M. et al. (2017). European Heart Journal.

Zwei Kopenhagener Bevölkerungsstudien mit zusammen 116.508 Personen: Der Zusammenhang zwischen HDL-Cholesterin und Gesamtsterblichkeit verläuft U-förmig — auch sehr hohe Werte gingen mit erhöhter Sterblichkeit einher. Zitiert gegen die Vorstellung vom „guten Cholesterin“.

BeobachtungGesundheitZur Quelle

Goffin, K. et al. (2017). Journal of Nutritional Science.

Bioverfügbarkeit von EPA und DHA beim Hund im Vergleich dreier Darreichungsformen — flüssiges Fischöl, angereichertes Futter, Kaustück.

ExperimentHund & KatzeNachlesen

Europäische Kommission (2017). Durchführungsverordnung (EU) 2017/962.

Aussetzung der Zulassung von Ethoxyquin als Futtermittelzusatzstoff für alle Tierarten; die Sicherheitsbewertung war mangels Daten nicht abschließbar.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Aune, D. et al. (2017). International Journal of Epidemiology.

95 Studien mit rund zwei Millionen Teilnehmenden: Das Risiko sank bis etwa 800 Gramm Obst und Gemüse am Tag, also weit über die verbreitete Fünf-Portionen-Regel hinaus. Der größte Sprung liegt aber am unteren Ende — von nichts auf etwas. Beobachtungsdaten.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Brasky, T. M. et al. (2017). Journal of Clinical Oncology.

VITAL-Kohorte mit 77.118 Erwachsenen: Hochdosiertes B6 und B12 aus Präparaten über zehn Jahre ging mit einem etwa verdoppelten bis vervierfachten Lungenkrebsrisiko einher — ausschließlich bei rauchenden Männern. Bei Frauen und Nichtrauchern zeigte sich nichts. Beobachtungsdaten; die Nahrungszufuhr war nicht betroffen, nur Ergänzungsmittel weit oberhalb des Bedarfs.

BeobachtungErnährungNachlesen

Calder, P. C. (2017). Biochemical Society Transactions.

Übersicht zu EPA und DHA: Der Körper kann sie aus der pflanzlichen Alpha-Linolensäure nur in geringem Umfang selbst bilden — für EPA im niedrigen einstelligen Prozentbereich, für DHA praktisch gar nicht, bei Frauen etwas besser als bei Männern. Tragende Quelle dafür, dass wir bei rein pflanzlicher Kost Algenöl nennen und nicht Leinöl.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

European Food Safety Authority (2017). Bewertungen zu Zusatzstoffen.

Lecithine (E 322), Glycerin (E 422) und Nitritpökelsalz.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

European Food Safety Authority (2017). Pyrrolizidinalkaloide in Lebensmitteln.

1,2-ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide sind lebertoxisch und gentoxisch. Hauptquelle sind Kräutertees und Gewürze, in die beim Ernten fremde Pflanzen geraten.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Europäische Kommission (2017). Verordnung (EU) 2017/2158.

Minimierungsmaßnahmen und Richtwerte für Acrylamid in Lebensmitteln.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Green, R. et al. (2017). Nature Reviews Disease Primers.

Umfassende Darstellung des B12-Mangels: Aufnahme über Intrinsic Factor, die häufigen Ursachen im Alter und unter Metformin oder Säureblockern, und die Stufendiagnostik über Holo-Transcobalamin und Methylmalonsäure. Grundlage dafür, dass wir den Gesamt-B12-Wert allein nicht als Entwarnung gelten lassen.

LaborErnährungNachlesen

Jacka, F. N. et al. (2017). BMC Medicine.

SMILES-Studie: randomisierte Ernährungsintervention bei mittelschwerer bis schwerer Depression. Nur 67 Teilnehmende und keine Verblindung möglich — ein erster Hinweis, keine tragfähige Grundlage.

ExperimentErnährungNachlesen

Knolle, F. et al. (2017). Royal Society Open Science.

Acht Schafe lernten, die Gesichter ihnen unbekannter Personen von Fotografien zu unterscheiden, und erkannten sie später auch aus veränderter Perspektive wieder. Sehr kleine Gruppe; der Versuch entstand als Modell für Erkrankungen des Nervensystems, nicht aus Tierschutzinteresse.

LaborTiereNachlesen

Stoffel, N. U. et al. (2017). The Lancet Haematology.

Eisenmangelnde Frauen unter Isotopenmessung: Eine Eisengabe hebt das Regulationshormon Hepcidin für etwa 24 Stunden an und blockiert damit die nächste Dosis. Eine Einzeldosis am Morgen oder die Gabe jeden zweiten Tag wurde deutlich besser aufgenommen als die übliche Verteilung über den Tag. Grundlage der Empfehlung, Eisen nicht zu splitten.

ExperimentErnährungNachlesen

Lebwohl, B. et al. (2017). The British Medical Journal.

Rund 110.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen über 26 Jahre: Glutenzufuhr und koronare Herzkrankheit hingen nicht zusammen. Wer wenig Gluten aß, aß zugleich weniger Vollkorn — und genau darüber lief ein leicht ungünstigeres Bild. Tragende Quelle dafür, dass wir Glutenverzicht ohne Zöliakie nicht als gesundheitsförderlich führen.

BeobachtungErnährungNachlesen

Marino, L. (2017). Animal Cognition.

Zusammenschau der Forschung zur Kognition von Hühnern: Selbstkontrolle, einfaches Zahlenverständnis, Unterscheidung einzelner Artgenossen. Einordnung: Die Autorin ist zugleich in der Tierrechtsarbeit tätig — wir führen die Arbeit deshalb als Zusammenschau der Einzelbefunde, nicht als neutrale Gesamtbilanz. Die zitierten Originalstudien stehen einzeln im Verzeichnis.

ZusammenfassungTiereNachlesen

Shishehbor, F., Mansoori, A. & Shirani, F. (2017). Diabetes Research and Clinical Practice.

Systematische Übersicht und Metaanalyse kontrollierter Studien: Essig zum Essen senkt die Blutzucker- und Insulinantwort danach messbar — bei Gesunden wie bei gestörtem Zuckerstoffwechsel. Die Autoren weisen selbst auf beträchtliche Heterogenität zwischen den Einzelstudien hin.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Nelson, K. M. et al. (2017). Journal of Medicinal Chemistry.

Kritische Analyse zu Curcumin: reagiert in Suchtests mit so vielen Zielstrukturen, dass es als Störsubstanz gilt, wird kaum aufgenommen und schnell abgebaut. Erklärt die Lücke zwischen Laborglanz und Studienlage am Menschen.

ZusammenfassungWirkstoffeZur Quelle

Ko, D. T. et al. (2016). Journal of the American College of Cardiology.

CANHEART-Kohorte mit 631.762 Personen ohne vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung: U-förmiger Zusammenhang zwischen HDL-Cholesterin und ursachenspezifischer Sterblichkeit. Hohe HDL-Werte senkten die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit nicht.

BeobachtungGesundheitZur Quelle

Sprague, M., Dick, J. R. & Tocher, D. R. (2016). Scientific Reports.

Rückgang von EPA und DHA in schottischem Zuchtlachs zwischen 2006 und 2015 infolge pflanzlicher Futteröle; über 3.000 analysierte Tiere.

BeobachtungLebensmittelNachlesen

Arendt, M. et al. (2016). Heredity.

Nachfolgearbeit zur Amylase-Frage: Die Zahl der Genkopien schwankt zwischen den Rassen erheblich und ist bei Hunden aus Regionen ohne Ackerbau — etwa Huskys und Dingos — niedrig. Einordnung: Stärkeverträglichkeit ist also keine Eigenschaft „des Hundes“, sondern des einzelnen Tieres.

LaborHund & KatzeNachlesen

Nobelkomitee (2016). Nobelpreis für Physiologie oder Medizin (Yoshinori Ohsumi).

Autophagie-Mechanismen der Zelle.

LaborErnährungNachlesen

Satija, A. et al. (2016). PLOS Medicine.

Pflanzenbasierte Ernährungsindizes und Typ-2-Diabetes; entscheidend ist die Qualität, nicht nur der Pflanzenanteil.

BeobachtungErnährungNachlesen

Sender, R. et al. (2016). PLOS Biology.

Nachrechnung des berühmten Verhältnisses von zehn Bakterien je Körperzelle: Es liegt näher bei eins zu eins, mit rund 38 Billionen Bakterien gegenüber 30 Billionen Körperzellen. Die alte Zahl geht auf eine Überschlagsrechnung von 1972 zurück, die nie geprüft wurde. Steht hier als Beispiel dafür, wie lange eine Zahl ohne Grundlage überlebt.

Konsens & ModellErnährungNachlesen

Song, M. et al. (2016). JAMA Internal Medicine.

Tierisches gegenüber pflanzlichem Protein und Sterblichkeit; der Effekt zeigte sich vor allem bei Personen mit mindestens einem weiteren Lebensstil-Risikofaktor.

BeobachtungErnährungNachlesen

Zhang, B. et al. (2016). Proceedings of the National Academy of Sciences.

Tomaten bei Kühlschranktemperatur verlieren binnen weniger Tage einen Teil ihrer Aromastoffe, weil die zuständigen Gene heruntergefahren werden — und das erholt sich bei Raumtemperatur nur teilweise. Der Zuckergehalt bleibt, das Aroma nicht. Grundlage der Lagerempfehlung.

LaborLebensmittelNachlesen

Weltbiodiversitätsrat (IPBES) (2016). Assessment on Pollinators, Pollination and Food Production.

Abhängigkeit der Nahrungsmittelproduktion von Bestäubern.

Konsens & ModellUmweltNachlesen

Średnicka-Tober, D. et al. (2016). British Journal of Nutrition.

Metaanalyse zu Milch und Fleisch aus ökologischer gegenüber konventioneller Erzeugung: rund die Hälfte mehr Omega-3-Fettsäuren, im Wesentlichen eine Folge des höheren Grasanteils im Futter. Dieselbe Einschränkung wie bei Daley — der relative Abstand ist groß, die absolute Menge klein.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Kearns, C. E. et al. (2016). JAMA Internal Medicine.

Historische Aufarbeitung aus internen Dokumenten: Ein Branchenverband der Zuckerindustrie bezahlte 1967 eine Harvard-Übersichtsarbeit, die Zucker als Herzrisiko kleinredete und Fett in den Vordergrund stellte — ohne Offenlegung der Finanzierung, die damals nicht vorgeschrieben war. Der Grund, warum in diesem Verzeichnis bei jeder Arbeit die Finanzierung mitgedacht wird.

ZusammenfassungQuellenkritikZur Quelle

Eisenberg, T. et al. (2016). Nature Medicine.

Spermidin verlängerte in Hefe, Fliegen und Mäusen die Lebensspanne über die zelluläre Selbstreinigung. Tiermodell — die kontrollierte Gegenprobe am Menschen (SmartAge 2022) fand keine kognitiven Effekte.

LaborWirkstoffeZur Quelle

Pontzer, H. et al. (2016). Current Biology.

Vergleich sehr unterschiedlich aktiver Bevölkerungsgruppen: der Tagesenergieumsatz fällt ähnlicher aus als erwartet — Mehrverbrauch wird teilweise an anderer Stelle ausgeglichen. Bewegung bleibt wirksam, taugt aber schlechter als Rechenkorrektur für Gegessenes.

BeobachtungGesundheitZur Quelle

Vilar-Gomez, E. et al. (2015). Gastroenterology.

293 Betroffene mit entzündlicher Fettleber über 52 Wochen unter Lebensstiländerung. Ab sieben Prozent Gewichtsverlust bildete sich die Entzündung bei rund zwei Dritteln zurück; ab zehn Prozent besserte sich bei etwa der Hälfte auch die Vernarbung. Einordnung: Die zentrale Arbeit dazu, wie stark die Leber auf Gewichtsabnahme reagiert. Kein Vergleich gegen eine Kontrollgruppe — die Abstufung nach erreichtem Gewichtsverlust ist eine Auswertung innerhalb der Gruppe, keine Zuteilung per Los.

ExperimentErnährungZur Quelle

Zimmermann, M. B. & Boelaert, K. (2015). The Lancet Diabetes & Endocrinology.

Jodmangel und Schilddrüsenerkrankungen: schwerer Mangel führt zu Kropf und Unterfunktion, milder Mangel zu Knotenbildung.

ZusammenfassungGesundheitNachlesen

International Agency for Research on Cancer (2015). IARC Monographie Band 112.

Einstufung von Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ (Gruppe 2A), gestützt vor allem auf berufliche Exposition und Tierversuche. Einordnung: Eine Gefahren-, keine Risikobewertung — sie sagt, ob ein Stoff Krebs auslösen kann, nicht bei welcher Menge. EFSA und BfR kamen bei derselben Datenlage zu einem anderen Schluss, weil sie die Aufnahmemengen einrechnen. Wir führen beide Bewertungen nebeneinander.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Bolland, M. J. et al. (2015). The British Medical Journal.

Systematische Übersichtsarbeit: Eine höhere Calciumzufuhr senkte das Frakturrisiko nicht belastbar. Gegenevidenz zu der in Kapitel 4 angesetzten Anhebung ab 65 Jahren, die wir mitführen.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Bouvard, V. et al. (IARC Working Group) (2015). The Lancet Oncology.

Der Bericht der Arbeitsgruppe hinter der IARC-Einstufung, mit der Herleitung: über 800 gesichtete Studien, tragend waren Kohorten mit Dosis-Wirkungs-Beziehung sowie plausible Mechanismen über Hämeisen, N-Nitroso-Verbindungen und Erhitzungsprodukte. Für rotes Fleisch reichte die Evidenz nur für „wahrscheinlich“, weil Störfaktoren nicht auszuschließen waren.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Bundesinstitut für Risikobewertung (2015). Stellungnahme 009/2015.

Amygdalin in bitteren Aprikosenkernen.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Camaschella, C. (2015). New England Journal of Medicine.

Übersichtsarbeit zum Eisenmangel: Ferritin als Speicherwert, Hepcidin als Regler der Aufnahme, und die Regel, dass ein Mangel beim Erwachsenen erst als abgeklärt gilt, wenn die Ursache gefunden ist. Grundlage dafür, dass wir Eisen nie ohne Blutbild empfehlen.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

European Food Safety Authority (2015). Scientific Opinion on Caffeine.

Bewertung von Koffein: Bis 400 mg über den Tag und 200 mg als Einzeldosis gelten für gesunde Erwachsene als unbedenklich, in Schwangerschaft und Stillzeit 200 mg am Tag. Für Kinder und Jugendliche leitete die Behörde 3 mg je Kilogramm Körpergewicht ab.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

European Food Safety Authority (2015). CONTAM-Gutachten Acrylamid.

Entsteht beim Backen, Rösten und Frittieren stärkereicher Lebensmittel über etwa 120 °C. Gentoxisch und kanzerogen, daher Bewertung über den Abstand zur Wirkschwelle.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

European Food Safety Authority (2015). Bewertung isolierter Isoflavone.

Für peri- und postmenopausale Frauen: In den untersuchten Dosen und Zeiträumen ergaben sich keine Hinweise auf Schäden an Schilddrüse, Brustdrüse oder Gebärmutterschleimhaut.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Hollands, G. J. et al. (2015). Cochrane Database of Systematic Reviews.

Cochrane-Übersicht über 72 randomisierte Versuche mit 6.711 Teilnehmenden: Größere Portionen, Packungen und Teller führten zuverlässig zu höherer Energieaufnahme — unabhängig von Hunger, Gewicht und Bewusstsein dafür. Einer der wenigen Umgebungseffekte mit belastbarer Evidenz aus kontrollierten Versuchen.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

IARC / World Health Organization (2015). Monographs Volume 114.

Die Mitteilung, die 2015 die Schlagzeilen machte: verarbeitetes Fleisch in Gruppe 1 (ausreichende Belege für Darmkrebs), rotes Fleisch in Gruppe 2A. Einordnung: Die Gruppen benennen die Sicherheit des Nachweises, nicht die Stärke des Risikos — Gruppe 1 heißt nicht „so gefährlich wie Rauchen“. In Zahlen: rund 18 Prozent höheres relatives Darmkrebsrisiko je 50 Gramm verarbeitetes Fleisch am Tag.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Wang, L. et al. (2015). Journal of the American Heart Association.

Einfach ungesättigte Fettsäuren der Avocado und Blutfettwerte. Einordnung: Kontrollierte Cross-over-Ernährungsstudie mit 45 Teilnehmenden über je fünf Wochen — klein und kurz, aber sauber kontrolliert.

ExperimentErnährungNachlesen

Lv, J. et al. (2015). The British Medical Journal.

China Kadoorie Biobank mit knapp einer halben Million Erwachsenen: Wer an sechs oder sieben Tagen der Woche scharf aß, hatte eine etwas niedrigere Gesamtsterblichkeit als die Gruppe unter einem Tag. Einordnung: Beobachtungsdaten. Wer täglich frisch scharf kocht, isst meist frischer und weniger verarbeitet — der Chili selbst ist die schwächste der möglichen Erklärungen.

BeobachtungErnährungNachlesen

Marino, L. & Colvin, C. M. (2015). International Journal of Comparative Psychology.

Dieselbe Anlage für das Hausschwein: Langzeitgedächtnis, Spiegelnutzung, Unterscheidung vertrauter von fremden Artgenossen. Es gilt dieselbe Einordnung — Zusammenschau mit erklärter Haltung, keine neutrale Bilanz.

ZusammenfassungTiereNachlesen

Nobelkomitee (2015). Nobelpreis für Physiologie oder Medizin (Tu Youyou u. a.).

Artemisinin aus Artemisia annua gegen Malaria.

LaborErnährungNachlesen

Prado, M. R. et al. (2015). Frontiers in Microbiology.

Mikrobielle Zusammensetzung und Herstellung von Kefir.

ZusammenfassungLebensmittelNachlesen

Samraj, A. N. et al. (2015). Proceedings of the National Academy of Sciences.

Mäuse, denen wie dem Menschen der Zuckerbaustein Neu5Gc fehlt, bildeten nach Aufnahme aus rotem Fleisch Antikörper dagegen und entwickelten häufiger Tumoren. Mausmodell mit gentechnischer Anpassung — ein sauber gebauter Mechanismus, aber kein Nachweis, dass er beim Menschen den Ausschlag gibt. Wir nennen ihn als eine von mehreren Erklärungen neben Hämeisen und Erhitzungsprodukten.

LaborErnährungNachlesen

Shukla, A. P. et al. (2015). Diabetes Care.

Sehr kleine Cross-over-Studie an Menschen mit Typ-2-Diabetes: Wurden Gemüse und Eiweiß vor den Kohlenhydraten gegessen, fielen Blutzucker- und Insulinanstieg nach der Mahlzeit deutlich niedriger aus als bei umgekehrter Reihenfolge. Einordnung: Wenige Teilnehmende, Kurzzeitmessung, keine Aussage über HbA1c oder Verlauf. Wir führen die Reihenfolge deshalb als kostenlosen Versuch, nicht als Therapie.

ExperimentErnährungNachlesen

World Health Organization (2015). Guideline: Sugars Intake for Adults and Children.

Zwei Empfehlungen mit unterschiedlichem Gewicht: unter 10 Prozent der Energie aus freien Zuckern gilt als starke Empfehlung, unter 5 Prozent als bedingte — letztere allein wegen Karies, nicht wegen des Gewichts. „Frei“ meint zugesetzten Zucker plus den in Honig, Sirup und Saft; der Zucker in ganzem Obst und Milch zählt nicht dazu.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Du Toit, G. et al. (LEAP) (2015). New England Journal of Medicine.

Kontrollierte Studie an Risikokindern: frühe, regelmäßige Erdnussgabe senkte die Allergierate um rund 80 % gegenüber Vermeidung. Kehrte die weltweite Empfehlung um — einer der seltenen Fälle, in denen eine einzelne Studie eine Leitlinie dreht.

ExperimentGesundheitZur Quelle

Yan, K. S. & Dando, R. (2015). Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance.

Hintergrundlärm auf Kabinenniveau senkt die Wahrnehmung von Süße und hebt die von herzhaftem Geschmack. Zusammen mit trockener Luft und niedrigem Druck die Erklärung dafür, dass Essen im Flugzeug fad schmeckt.

ExperimentErnährungZur Quelle

Bundesinstitut für Risikobewertung (2015). Stellungnahme zu bitteren Zucchini.

Nach einem Todesfall in Baden-Württemberg: Cucurbitacine in Zucchini, Kürbis und Gurken aus Privatanbau sind hitzestabil; die Empfehlung lautet, selbst gezogene Früchte roh zu kosten und bei Bitterkeit nicht zu verwenden. Ältere Menschen nehmen Bitterkeit oft schwächer wahr.

Behörde & LeitlinieLebensmittelZur Quelle

Serban, C. et al. (2015). Journal of Hypertension.

Metaanalyse randomisierter Studien zu Hibiskus (Malventee) und Bluthochdruck: deutliche Senkung des oberen und unteren Blutdruckwerts, am stärksten bei erhöhten Ausgangswerten.

ExperimentErnährungZur Quelle

Yarmolinsky, J., Gon, G. & Edwards, P. (2015). Nutrition Reviews.

Systematische Übersicht und Metaanalyse randomisierter Studien: Grüner und schwarzer Tee senken den Blutdruck bei Menschen im erhöhten oder hypertonen Bereich. Die Autoren stufen die methodische Qualität der Einzelstudien als verbesserungsbedürftig ein.

ExperimentErnährungZur Quelle

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) (2014). Scientific Opinion on Dietary Reference Values for iodine.

Legt die tolerierbare Höchstzufuhr für Jod bei Erwachsenen auf 600 Mikrogramm pro Tag fest, einschließlich Schwangerer und Stillender; für Kinder gestaffelt niedriger. Grundlage sind Veränderungen des TSH-Werts, nicht bereits eingetretene Erkrankungen. Einordnung: Bezugswert unserer Aussage zur Jod-Obergrenze und zu Seetang-Megadosen. Andere Behörden setzen die Grenze höher (USA 1100 Mikrogramm).

Behörde & LeitlinieErnährungZur Quelle

Kim, J. et al. (2014). Diseases of the Esophagus.

Metaanalyse aus 15 Fall-Kontroll-Studien zu Kaffee und Refluxkrankheit: kein bedeutsamer Zusammenhang (Odds Ratio 1,06; 95-Prozent-Vertrauensbereich 0,94–1,19). Nur in der Untergruppe mit endoskopischer Diagnose zeigte sich ein höherer Wert. Einordnung: Grundlage dafür, dass wir Kaffee bei Sodbrennen nicht pauschal abraten. Fall-Kontroll-Studien, keine Interventionsdaten; neuere und größere Auswertungen kommen teils zu anderen Ergebnissen.

ZusammenfassungErnährungZur Quelle

Michaëlsson, K. et al. (2014). The BMJ.

Zwei schwedische Kohorten: Frauen mit drei oder mehr Gläsern Milch täglich hatten eine höhere Sterblichkeit und mehr Knochenbrüche als Frauen mit weniger als einem Glas. Als Erklärung schlugen die Autoren die Galaktose vor. Einordnung: Der meistzitierte Befund gegen Milch — und der am schwächsten abgesicherte. Beobachtungsstudie, die Autoren selbst mahnten zur Vorsicht und forderten unabhängige Replikation, die bis heute aussteht. Fermentierte Produkte gingen im selben Datensatz in die Gegenrichtung.

BeobachtungErnährungZur Quelle

Barański, M. et al. (2014). The British Journal of Nutrition.

Systematische Übersicht und Metaanalyse zum Vergleich ökologisch und konventionell angebauter Pflanzen: höhere Gehalte an Pflanzenstoffen, niedrigere Cadmiumwerte und seltener nachweisbare Pestizidrückstände. Einordnung: Die Arbeit wurde wegen großer Heterogenität der eingeschlossenen Studien und der Gewichtungsmethode fachlich kritisiert; die Befunde zu Cadmium und Rückständen gelten als robuster als die zu den Pflanzenstoffen. Ein Gesundheitsvorteil folgt daraus nicht.

ZusammenfassungErnährungZur Quelle

Halmos, E. P. et al. (2014). Gastroenterology.

Kontrollierte Cross-over-Studie: Eine Kost mit wenig fermentierbaren Kohlenhydraten (FODMAP) verringerte Reizdarmbeschwerden gegenüber der australischen Standardkost.

ExperimentErnährungNachlesen

Moynihan, P. J. & Kelly, S. A. M. (2014). Journal of Dental Research.

Systematische Übersichtsarbeit im Auftrag der WHO: Das Kariesrisiko sinkt, wenn freie Zucker unter 10 % der Energie liegen, weiter unter 5 %.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Appel, H. M. & Cocroft, R. B. (2014). Oecologia.

Pflanzliche Reaktion auf Fraßvibrationen.

LaborLebensmittelNachlesen

Baldwin, M. W. et al. (2014). Science.

Evolution des Süßrezeptors bei Kolibris.

LaborTiereNachlesen

ESPEN Expert Group (2014). Clinical Nutrition.

Proteinempfehlungen für ältere Menschen.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

European Food Safety Authority (2014). Scientific Opinion on Dietary Reference Values for Chromium.

Uneinigkeit über die Essenzialität von Chrom.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Helander, H. F. & Fändriks, L. (2014). Scandinavian Journal of Gastroenterology.

Neuberechnung der Dünndarmoberfläche aus mikroskopischen Messungen: rund 30 Quadratmeter, nicht die oft genannten 200 bis 300 — der Vergleich mit einem Tennisplatz stammt aus überhöhten Schätzungen älterer Lehrbücher.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

McLennan, K. (2014). University of Northampton.

Soziale Bindungen bei Rindern. Einordnung: Hochschulqualifikationsarbeit, nicht in einer begutachteten Zeitschrift erschienen — schwächere Belegstufe als die übrigen Tierkognitions-Arbeiten hier.

BeobachtungTiereNachlesen

Van Cauwenberghe, L. & Janssen, C. R. (2014). Environmental Pollution.

Mikroplastik in zum Verzehr bestimmten Meerestieren.

LaborUmweltNachlesen

Viljoen, E. et al. (2014). Nutrition Journal.

Metaanalyse von zwölf randomisierten Studien mit 1.278 Schwangeren: Ingwer verbesserte die Übelkeit messbar, die Zahl der Erbrechensepisoden dagegen nicht. Die Studien waren klein und uneinheitlich dosiert. Trägt die Aussage, dass Ingwer einen Versuch wert ist, nicht die, dass er wirkt.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Egner, P. A. et al. (2014). Cancer Prevention Research.

Randomisierte Studie in einer stark luftbelasteten Region Chinas: Ein Brokkolisprossen-Getränk beschleunigte über zwölf Wochen die Ausscheidung zweier Schadstoffe aus der Atemluft. Ein Wirkmarker, kein Krankheitsendpunkt — die Studie zeigt, dass Sulforaphan im Körper etwas tut, nicht dass es vor Krebs schützt.

ExperimentWirkstoffeZur Quelle

Bauer, J. et al. (PROT-AGE) (2013). Journal of the American Medical Directors Association.

Eiweißbedarf im Alter: 1,0 bis 1,2 g je Kilogramm täglich für über 65-Jährige, anaboler Schwellenwert von 25 bis 30 g je Portion.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Furusawa, Y. et al. (2013). Nature.

Buttersäure fördert die Bildung regulatorischer T-Zellen im Dickdarm. Mausmodell — nach unserer Evidenzregel Stufe 4, also nur mit dieser Kennzeichnung verwendbar.

LaborGesundheitNachlesen

Te Morenga, L., Mallard, S. & Mann, J. (2013). BMJ.

Systematische Übersichtsarbeit im Auftrag der WHO: Weniger freier Zucker senkt das Körpergewicht, mehr erhöht es. Bei gleichbleibender Energiezufuhr bleibt der Effekt aus — es geht also um die Kalorien, nicht um den Zucker als solchen.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Aburto, N. J. et al. (2013). The British Medical Journal.

Metaanalyse für die WHO-Leitlinie: Eine höhere Kaliumzufuhr senkte den Blutdruck bei Menschen mit Bluthochdruck deutlich, bei Normaldruck kaum, und ging mit rund einem Viertel weniger Schlaganfällen einher. Grundlage des Richtwerts von 3.510 mg täglich. Gilt ausdrücklich nicht bei eingeschränkter Nierenfunktion.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Axelsson, E. et al. (2013). Nature.

Genomvergleich von Hund und Wolf: Bei der Domestizierung stehen Gene der Stärkeverdauung im Vordergrund — mehr Kopien des stärkespaltenden Enzyms Amylase sowie Anpassungen bei Maltase und Glukosetransport. Die Grundlage dafür, dass der Hund kein Wolf am Napf ist.

LaborHund & KatzeNachlesen

Bao, Y. et al. (2013). New England Journal of Medicine.

Nusskonsum und Mortalität. Anmerkung: teilweise von der Nussbranche mitfinanziert.

BeobachtungErnährungNachlesen

Cochrane Collaboration (2013). Cochrane Database of Systematic Reviews.

Cochrane-Übersicht über 29 randomisierte Studien mit mehr als 11.000 Teilnehmenden: Regelmäßig eingenommenes Vitamin C verhinderte Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung nicht und verkürzte sie nur um etwa acht Prozent — rund einen halben Tag. Bei Einnahme erst nach Beginn der Beschwerden zeigte sich gar nichts. Eine Ausnahme bilden Menschen unter extremer körperlicher Belastung.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Ornish, D. et al. (2013). The Lancet Oncology.

Lebensstilfaktoren und Telomerlänge. Einordnung: Pilotversuch mit sehr wenigen Teilnehmenden und ohne Verblindung; Telomerlänge ist zudem ein Ersatzmaß, kein Krankheitsendpunkt.

ExperimentErnährungNachlesen

Fortmann, S. P. et al. (2013). Annals of Internal Medicine.

Nutzen von Multivitaminpräparaten bei ausreichender Ernährung. Systematische Evidenzübersicht für die US-Präventionskommission.

Konsens & ModellErnährungNachlesen

Koshimizu, T. et al. (2013). Science.

Koffein als pflanzlicher Abwehrstoff.

LaborLebensmittelNachlesen

Look AHEAD Research Group (2013). New England Journal of Medicine.

Intensive Lebensstilintervention bei Typ-2-Diabetes: Gewichtsverlust ja, kardiovaskuläre Ereignisse nicht signifikant gesenkt.

ExperimentErnährungNachlesen

Moss, M. (2013). Salt Sugar Fat (Random House).

Rechercheband zur Produktentwicklung hochverarbeiteter Lebensmittel. Einordnung: journalistischer Rechercheband, keine wissenschaftliche Arbeit. Genutzt für Branchengeschichte und Produktentwicklung, nicht für gesundheitliche Aussagen.

NachschlagewerkLebensmittelNachlesen

Shurtleff, W. & Aoyagi, A. (2013). History of Tofu / Soyinfo Center.

Kulturgeschichte der Sojaverarbeitung und Nixtamalisation.

NachschlagewerkLebensmittelNachlesen

Threapleton, D. E. et al. (2013). The British Medical Journal.

Ballaststoffzufuhr und kardiovaskuläres Risiko einschließlich Schlaganfall; Dosis-Wirkungs-Metaanalyse.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Wright, G. A. et al. (2013). Science.

Koffein im Blütennektar und Gedächtnisleistung von Bestäubern.

LaborTiereNachlesen

Tang, W. H. W. et al. (Hazen-Gruppe) (2013). New England Journal of Medicine.

Darmbakterieller Abbau von Phosphatidylcholin zu TMAO und Herz-Kreislauf-Risiko; die Carnitin-Route beschrieb Koeth et al. im selben Jahr in Nature Medicine.

BeobachtungErnährungNachlesen

Drake, C. et al. (2013). Journal of Clinical Sleep Medicine.

Koffein 0, 3 und 6 Stunden vor dem Zubettgehen; noch sechs Stunden vorher war der Schlaf messbar gestört, ohne dass die Teilnehmenden es bemerkten.

BeobachtungErnährungNachlesen

Koeth, R. A. et al. (2013). Nature Medicine.

Carnitin aus rotem Fleisch wird von Darmbakterien zu TMAO umgebaut, das mit Gefäßverkalkung in Verbindung gebracht wird. Ergänzt die Arbeit der Hazen-Gruppe zu Phosphatidylcholin (Tang et al., NEJM 2013) — zwei verschiedene Ausgangsstoffe, derselbe Weg.

LaborGesundheitZur Quelle

Ghawi, S. K. et al. (2013). Food Chemistry.

Blanchieren zerstört die Myrosinase im Brokkoli, ohne die auf Sulforaphan führende Umsetzung nicht stattfindet. Zugabe von Senfsaat bringt das Enzym von außen mit und stellt die Bildung weitgehend wieder her.

ExperimentWirkstoffeZur Quelle

Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

Liste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Wer eine Wirkung ausloben will, muss eine Formulierung von dieser Liste verwenden — und die Angabe hängt jeweils am Nährstoff, nicht am Produkt. Deshalb darf ein Getränk mit zugesetztem Vitamin C mit dem Immunsystem werben, ein Apfel dagegen nicht. Erklärt einen Großteil der Werbesprache auf Verpackungen.

Behörde & LeitlinieRechtZur Quelle

Smith-Spangler, C. et al. (2012). Annals of Internal Medicine.

Systematische Übersicht zur Frage, ob ökologisch erzeugte Lebensmittel sicherer oder gesünder sind: kaum Belege für nennenswerte Unterschiede im Nährstoffgehalt, aber seltener nachweisbare Pestizidrückstände und seltener antibiotikaresistente Keime in ökologisch erzeugtem Fleisch. Tragende Quelle für unsere Aussage, dass Bio vor allem ändert, was nicht enthalten ist.

ZusammenfassungErnährungZur Quelle

Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 231/2012.

Spezifikationen für Lebensmittelzusatzstoffe (u. a. E 322, E 422, E 901, E 920).

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Mekonnen, M. M. & Hoekstra, A. Y. (2012). Water Footprint Network.

Wasserfußabdruck tierischer Erzeugnisse, die Quelle hinter den bekannten „15.000 Liter je Kilogramm Rindfleisch“. Einordnung: Der weit überwiegende Teil davon ist grünes Wasser — Regen, der ohnehin auf die Weide fällt. Aussagekräftig für Trockenregionen ist nur das blaue Wasser aus Bewässerung, und das ist ein Bruchteil. Wir nennen die Zahl deshalb nie ohne diese Aufteilung.

Konsens & ModellUmweltNachlesen

Ritz, E. et al. (2012). Deutsches Ärzteblatt International.

Der entscheidende Unterschied: Natürlich gebundenes Phosphat aus Eiweißträgern wird zu etwa der Hälfte aufgenommen, zugesetztes Phosphat aus Schmelzsalzen und Getränken nahezu vollständig. Auf der Zutatenliste steht es als E 338 bis E 341 und E 450 bis E 452, im Nährwertkasten gar nicht — relevant vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Peuhkuri, K. et al. (2012). Nutrition Research.

Übersicht zu Ernährungsfaktoren und Schlafqualität; ordnet den Tryptophan-Kohlenhydrat-Effekt als schwach belegt ein.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Tripkovic, L. et al. (2012). American Journal of Clinical Nutrition.

Metaanalyse zum Vergleich von Vitamin D2 und D3: D3 hebt den Blutspiegel zuverlässiger und länger an. Erklärt, warum Präparate ganz überwiegend D3 enthalten — das es auch aus Flechten gibt.

ZusammenfassungWirkstoffeZur Quelle

Scherr, J. et al. (2012). Medicine & Science in Sports & Exercise.

Marathonläufer mit alkoholfreiem Weizenbier hatten weniger Atemwegsinfekte und niedrigere Entzündungswerte als die Vergleichsgruppe. Anmerkung: von einer Brauerei unterstützt — deshalb hier als Einzelbefund geführt, nicht als belastbare Empfehlung. Für Bier mit Alkohol gilt das Gegenteil.

ExperimentErnährungZur Quelle

US-Landwirtschaftsministerium (2012). Rücknahme der ORAC-Datenbank.

Die Behörde nahm ihre Tabelle zur antioxidativen Kapazität vom Netz: Die Werte stammen aus dem Reagenzglas und sagen nichts darüber aus, was ein Stoff im Körper tut. Die Zahlen kursieren in der Werbung weiter.

Behörde & LeitlinieQuellenkritikZur Quelle

Bedford, J. L. & Barr, S. I. (2011). Nutrients.

Untersuchung zum Zusammenhang von Natriumzufuhr, Calciumausscheidung und Knochendichte. Quelle für die Größenordnung von rund 40 Milligramm Calcium je 2,3 Gramm Natrium.

ExperimentGesundheitZur Quelle

EFSA NDA-Panel (2011). EFSA Journal.

Health Claim resistente Stärke: Der Nachweis gilt für das Ersetzen verdaulicher Stärke (mindestens 14 Prozent), nicht für das zusätzliche Hinzufügen.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Bauer, J. E. (2011). Journal of the American Veterinary Medical Association.

Übersicht zum therapeutischen Einsatz von Fischölen bei Hund und Katze.

ZusammenfassungHund & KatzeNachlesen

Bartal, I. B.-A. et al. (2011). Science.

Prosoziales Verhalten bei Ratten. Einordnung: Die Deutung als Mitgefühl ist umstritten — Nachfolgearbeiten erklären dasselbe Verhalten mit dem Streben nach sozialem Kontakt. Der Befund selbst ist reproduziert, seine Auslegung nicht.

LaborTiereNachlesen

Bastide, N. M., Pierre, F. H. F. & Corpet, D. E. (2011). Cancer Prevention Research.

Zusammenschau der Mechanismen: Hämeisen fördert im Darm die Bildung von N-Nitroso-Verbindungen und die Oxidation von Nahrungsfetten, beides schädigt die Darmschleimhaut. Tierversuche und Zellarbeiten — die Erklärung dafür, warum rotes Fleisch in den Kohorten anders abschneidet als weißes.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Edgar, J. L. et al. (2011). Proceedings of the Royal Society B.

Empathische Reaktion von Hennen auf ihre Küken.

LaborTiereNachlesen

European Food Safety Authority (2011). Health Claim Beta-Glucan.

Zugelassene gesundheitsbezogene Angabe: Ab drei Gramm Hafer-Beta-Glucan täglich darf ein Erzeugnis mit der Senkung des LDL-Cholesterins werben. Eine der wenigen Angaben zu einem Lebensmittelinhaltsstoff, die die Prüfung überstanden haben — entsprechend zeigt sie, wie hoch die Schwelle liegt.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Europäisches Parlament und Rat (2011). Verordnung (EU) Nr. 1169/2011.

Lebensmittelinformationsverordnung. Für uns tragend ist Artikel 20: Verarbeitungshilfsstoffe, Trägerstoffe und Rückstände aus der Herstellung müssen nicht im Zutatenverzeichnis stehen. Der rechtliche Grund dafür, dass eine kurze Zutatenliste nicht gleichbedeutend ist mit wenig Verarbeitung.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Lin, H.-H. et al. (2011). Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition.

Kiwi und Schlafqualität. Einordnung: Kleine Studie ohne Kontrollgruppe, Ergebnisse aus Selbstauskunft. Reicht für eine erzählte Beobachtung, nicht für eine Empfehlung.

BeobachtungErnährungNachlesen

Mozaffarian, D. et al. (2011). New England Journal of Medicine.

Welche Lebensmittel langfristig Gewichtszunahme treiben; Kartoffelprodukte und Zuckergetränke oben, Gemüse und Vollkorn unten.

BeobachtungErnährungNachlesen

Nunn, N. & Qian, N. (2011). Quarterly Journal of Economics.

Wirtschaftsgeschichte des Zuckers und Süßungsmittel.

NachschlagewerkLebensmittelNachlesen

Salgado, B. S. et al. (2011). Journal of Veterinary Diagnostic Investigation.

Übersicht zur Allium-Vergiftung: Schwefelverbindungen aus Zwiebel, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch schädigen die roten Blutkörperchen; Katzen reagieren empfindlicher als Hunde. Die Wirkung ist hitzestabil — gekochte Zwiebel in Resten und Soßen zählt mit, getrocknetes Pulver besonders.

ZusammenfassungHund & KatzeNachlesen

Rizwan, M. et al. (2011). British Journal of Dermatology.

Randomisierte kontrollierte Studie: 20 Frauen nahmen zwölf Wochen lang täglich 55 g Tomatenmark; danach war die Haut gegenüber UV-Strahlung weniger empfindlich, und Marker für Kollagenabbau fielen niedriger aus. Sehr kleine Studie — ein Ersatz für Sonnenschutz ist das nicht.

ExperimentErnährungZur Quelle

Carlsen, M. H. et al. (2010). Nutrition Journal.

Antioxidativer Gehalt von über 3.100 Lebensmitteln. Einordnung: Dieselbe Einschränkung wie bei der zurückgezogenen ORAC-Tabelle — gemessen wird die Reaktionsfreudigkeit im Reagenzglas, nicht die Wirkung im Körper. Taugt für Gehaltsvergleiche, nicht als Wirknachweis.

LaborLebensmittelNachlesen

Craven, B. A., Paterson, E. G. & Settles, G. S. (2010). Journal of the Royal Society Interface.

Strömungsmechanik des Riechvermögens beim Hund.

LaborHund & KatzeNachlesen

Daley, C. A. et al. (2010). Nutrition Journal.

Systematischer Vergleich der Fettsäureprofile: Weidefleisch hat ein günstigeres Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 und mehr konjugierte Linolsäure. Einordnung: Das Verhältnis ist besser, die absolute Menge bleibt klein — Weiderind ist keine nennenswerte EPA/DHA-Quelle. Der Unterschied ist ein Argument für Haltung und Geschmack, nicht für höhere Verzehrsmengen.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

European Food Safety Authority (2010). ANS-Panel: Steviolglycoside.

Ableitung des ADI von 4 mg/kg Körpergewicht.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Holt-Lunstad, J. et al. (2010). PLOS Medicine.

Metaanalyse von 148 Studien mit 308.849 Menschen: Wer stabil eingebunden war, hatte über den Beobachtungszeitraum eine rund um die Hälfte höhere Überlebenswahrscheinlichkeit — in der Größenordnung der bekannten Lebensstilfaktoren. Beobachtungsdaten. Steht hier, weil gemeinsames Essen zu den stabilsten Formen dieser Einbindung gehört.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Siri-Tarino, P. W. et al. (2010). American Journal of Clinical Nutrition.

Metaanalyse prospektiver Kohorten ohne signifikanten Zusammenhang zwischen gesättigten Fetten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gegenevidenz, die wir mitführen: Sie zeigt, dass es auf das Austauschlebensmittel ankommt, nicht auf den Nährstoff allein. Anmerkung: vom National Dairy Council gefördert, ein Koautor über ein Unilever-Stipendium; der Seniorautor gibt Forschungsmittel von National Dairy Council und National Cattlemen’s Beef Association an. Genau die Branchen, deren Erzeugnisse die Arbeit entlastet.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Sutton, M. (2010). Internet Journal of Criminology.

Quellenkritische Aufarbeitung des Spinat-Eisen-Irrtums.

NachschlagewerkLebensmittelNachlesen

Uribarri, J. et al. (2010). Journal of the American Dietetic Association.

Messung der AGE-Gehalte in 549 Lebensmitteln: Am höchsten liegen fett- und eiweißreiche Lebensmittel, die trocken und heiß gegart wurden; Kochen, Dämpfen und Säure senken die Werte deutlich. Einordnung: Eine Gehaltstabelle. Wie viel davon aufgenommen wird und was es im Körper bewirkt, ist beim Menschen schwach belegt — wir nutzen sie für Zubereitungshinweise, nicht für Risikoaussagen.

LaborErnährungNachlesen

Ohsu, T. et al. (2010). Journal of Biological Chemistry.

Beschreibung des kokumi-Effekts: bestimmte kleine Peptide docken am Calcium-Sensor der Mundschleimhaut an und verstärken Fülle und Nachhall der anderen Geschmacksrichtungen, ohne selbst zu schmecken. Anmerkung: Arbeit aus dem Forschungsbereich eines Wurzzutaten-Herstellers.

LaborErnährungZur Quelle

Setchell, K. D. R. & Clerici, C. (2010). Journal of Nutrition.

Übersicht zu Equol: Nur ein Teil der Menschen besitzt die Darmbakterien, die aus dem Sojaisoflavon Daidzein den stärker wirksamen Stoff bilden — in Ostasien deutlich mehr als im Westen. Eine der plausibelsten Erklärungen für uneinheitliche Soja-Studienergebnisse.

ZusammenfassungWirkstoffeZur Quelle

Lietz, G. et al. (2010). Archives of Biochemistry and Biophysics.

Genvarianten des umwandelnden Enzyms senken bei einem beträchtlichen Teil der Menschen die Ausbeute an Vitamin A aus Beta-Carotin. Erklärt, warum die Umrechnung 12:1 ein Mittelwert ist und keine feste Größe.

LaborWirkstoffeZur Quelle

Wang, Y., Lehane, C., Ghebremeskel, K. & Crawford, M. A. (2010). Public Health Nutrition.

Fettanalyse von Hähnchen aus britischem Handel: Das Verhältnis von Fett- zu Eiweißenergie hatte sich gegenüber älteren Daten etwa verachtfacht — moderne Masthähnchen liefern mehr Energie aus Fett als aus Eiweiß. Bioware unterschied sich dabei kaum. Hintergrund der Aussage, dass die Empfehlung „lieber Geflügel“ aus den 1970er-Jahren ein anderes Tier meinte.

LaborLebensmittelZur Quelle

Broom, D. M., Sena, H. & Moynihan, K. L. (2009). Animal Behaviour.

Spiegelnutzung bei Schweinen.

LaborTiereNachlesen

European Food Safety Authority (2009). CONTAM-Gutachten Cadmium.

Tolerierbare wöchentliche Zufuhr von 2,5 µg je kg Körpergewicht. Cadmium reichert sich in der Nierenrinde an; die Halbwertszeit im Körper liegt bei Jahrzehnten.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Strazzullo, P. et al. (2009). The British Medical Journal.

Metaanalyse von 13 prospektiven Studien mit 177.025 Teilnehmenden: Höhere Salzzufuhr ging mit rund 23 Prozent mehr Schlaganfällen und 17 Prozent mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. Schwäche der Datenlage: Die Zufuhr wurde meist aus Fragebögen geschätzt statt im Urin gemessen — Salz wird dabei systematisch unterschätzt.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Stanhope, K. L. et al. (2009). Journal of Clinical Investigation.

Kontrollierter Versuch: fruktosegesüßte Getränke erhöhten Leberfett und verschlechterten die Insulinempfindlichkeit stärker als glukosegesüßte.

ExperimentErnährungNachlesen

Yanaka, A. et al. (2009). Cancer Prevention Research.

Kleine Humanstudie: sulforaphanreiche Brokkolisprossen senkten Helicobacter-pylori-Marker, beseitigten den Keim aber nicht.

ExperimentErnährungNachlesen

Westerterp-Plantenga, M. S. et al. (2009). Annual Review of Nutrition.

Übersicht zur Sättigungswirkung von Eiweiß: stärkste Anregung der Sättigungshormone, verzögerte Magenentleerung und der höchste Energieaufwand für die eigene Verstoffwechselung (rund 20–30 % des Brennwerts).

ZusammenfassungErnährungZur Quelle

Iwasawa, H. & Yamazaki, M. (2009). Food Science and Technology Research.

Ursprung der Behauptung, reife Bananen enthielten den Tumornekrosefaktor und bekämpften Krebs. Untersucht wurde etwas anderes: ob Bananensaft bei Mäusen körpereigene Immunzellen zur TNF-Bildung anregt. Bananen enthalten kein TNF — der Pflanze fehlt das Gen dafür.

LaborMythenherkunftZur Quelle

Teucher, B. et al. (2008). Journal of Bone and Mineral Research.

Kontrollierter Versuch zur Frage, ob die durch Natrium erhöhte Calciumausscheidung tatsächlich auf Kosten des Knochens geht. Einordnung: Der Verlust im Urin ist belegt, die Knochenfolge nicht — bei ausreichender Zufuhr wurde ein Teil kompensiert. Wir nennen deshalb den Mechanismus und sagen dazu, dass die Folge offen ist.

ExperimentGesundheitZur Quelle

Herrmann, W. & Obeid, R. (2008). Deutsches Ärzteblatt.

Ursachen und Frühdiagnostik des Vitamin-B12-Mangels: Stufendiagnostik mit Holo-Transcobalamin als Erstmarker und Methylmalonsäure zur Absicherung im Graubereich. Grundlage der Einordnung beider Werte.

ZusammenfassungGesundheitZur Quelle

Zimmermann, M. B., Jooste, P. L. & Pandav, C. S. (2008). The Lancet.

Jodmangelstörungen: weltweit die häufigste vermeidbare Ursache geistiger Beeinträchtigung; Salzjodierung als wirksamste Gegenmaßnahme.

ZusammenfassungGesundheitNachlesen

Asara, J. M. et al. (2008). Science.

Proteinsequenzen aus Tyrannosaurus rex und Verwandtschaft zu Vögeln. Einordnung: Umstritten. Mehrere Arbeitsgruppen führten die gefundenen Peptide auf Laborverunreinigung zurück; die Frage gilt als nicht abschließend geklärt. Die Verwandtschaft von Vogel und Dinosaurier stützt sich ohnehin auf Skelettmerkmale und Fossilbefunde, nicht auf diese Analyse.

LaborTiereNachlesen

Choi, H. K. & Curhan, G. (2008). The British Medical Journal.

Fruktosehaltige Erfrischungsgetränke und Gichtrisiko; prospektive Kohorte über zwölf Jahre.

BeobachtungErnährungNachlesen

Europäisches Parlament und Rat (2008). Verordnung (EG) Nr. 1334/2008.

Aromenverordnung; Artikel 16 regelt die Bezeichnung „natürliches Aroma“.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Europäisches Parlament und Rat (2008). Verordnung (EG) Nr. 1333/2008.

Zusatzstoffverordnung; Artikel 3 und Anhang V (Warnhinweis Azofarbstoffe).

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Lundberg, J. O., Weitzberg, E. & Gladwin, M. T. (2008). Nature Reviews Drug Discovery.

Der Weg vom Nitrat über Nitrit zum Stickstoffmonoxid, das die Gefäße weitet. Erklärt, warum Nitrat aus Gemüse anders zu bewerten ist als Nitritpökelsalz: Beim Gemüse fehlen die Eiweißbausteine und die starke Hitze, aus denen die kritischen N-Nitroso-Verbindungen entstehen, und Vitamin C hemmt deren Bildung zusätzlich.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Max Rubner-Institut (2008). Nationale Verzehrsstudie II.

Nationale Verzehrsstudie II mit rund 20.000 Teilnehmenden — nach wie vor die letzte repräsentative Erhebung dieser Größe in Deutschland. Einordnung: Die Daten sind über fünfzehn Jahre alt; wir nutzen sie für Versorgungslücken, nicht für aktuelle Verzehrsmengen.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Sueda, K. L. C., Hart, B. L. & Cliff, K. D. (2008). Applied Animal Behaviour Science.

Befragung von 1.571 Hundehaltern zum Grasfressen: Es ist verbreitet und alltäglich, nur bei einem Bruchteil folgte Erbrechen, und Anzeichen von Unwohlsein gingen selten voraus. Räumt mit der verbreiteten Deutung auf, Grasfressen sei ein Krankheitszeichen. Selbstauskunft der Halter.

BeobachtungHund & KatzeNachlesen

Bundesinstitut für Risikobewertung (2007). Aktualisierte Stellungnahme Nr. 026/2007.

Jodgehalte in getrockneten Algen schwanken um Größenordnungen. Ab 20 mg Jod je kg hält das BfR solche Erzeugnisse für nicht verkehrsfähig.

Behörde & LeitlinieErnährungNachlesen

Kolida, S. et al. (2007). Untersuchung zur bifidogenen Dosis.

Inulinmenge und Bifidobakterienwachstum.

ExperimentErnährungNachlesen

McCann, D. et al. (2007). The Lancet.

Randomisierter Versuch an 153 Dreijährigen und 144 Acht- bis Neunjährigen: Mischungen aus Azofarbstoffen und Natriumbenzoat erhöhten die von Eltern und Beobachtern eingeschätzte Hyperaktivität. Einordnung: Die Effekte waren klein und zwischen Altersgruppen und Mischungen uneinheitlich, und geprüft wurden Mischungen, nicht einzelne Farbstoffe. Die EFSA senkte daraufhin keine Grenzwerte — die EU führte trotzdem den Warnhinweis ein.

ExperimentErnährungNachlesen

Tang, B. M. P. et al. (2007). The Lancet.

Metaanalyse von 29 randomisierten Studien mit über 63.000 Menschen ab 50: Calcium allein oder mit Vitamin D senkte das Bruchrisiko um gut ein Zehntel. Der Effekt trat vor allem auf, wenn mindestens 1.200 mg Calcium und 800 IE Vitamin D genommen und tatsächlich eingenommen wurden. Steht in unserem Verzeichnis bewusst neben Bolland 2015, der in die Gegenrichtung weist.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

National Research Council (NRC) (2006). National Academies Press.

Nutrient Requirements of Dogs and Cats — das wissenschaftliche Grundlagenwerk zum Nährstoffbedarf beider Tierarten. Basis vieler späterer Fütterungsvorgaben; herangezogen für Taurin, Vitamin D, Calcium und Zink.

ExperimentHund & KatzeZur Quelle

Fernandes, A. R. et al. (2006). Food Additives & Contaminants.

Dioxine und PCB in Fischöl-Präparaten im Vereinigten Königreich; Einordnung gegen den später eingeführten EU-Höchstgehalt.

LaborLebensmittelNachlesen

Europäisches Parlament und Rat (2006). Verordnung (EG) Nr. 1924/2006.

Health-Claims-Verordnung; zulässige nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Heaney, R. P. (2006). Journal of the American College of Nutrition.

Salz erhöht die Calciumausscheidung über den Urin; bei ausreichender Calciumzufuhr bleibt die Bilanz dennoch stabil.

ExperimentErnährungNachlesen

Norton, L. E. & Layman, D. K. (2006). The Journal of Nutrition.

Grundlagenarbeit zur Rolle von Leucin als Auslöser der Muskelproteinsynthese — überwiegend am Tiermodell. Einordnung: Die daraus abgeleitete Schwelle je Portion stammt aus späteren Humanstudien; hier steht der Mechanismus, nicht der Zahlenwert.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Abeyesinghe, S. M. et al. (2005). Animal Behaviour.

Selbstkontrolle und Belohnungsaufschub bei Haushühnern.

LaborTiereNachlesen

Li, X. et al. (2005). PLOS Genetics.

Pseudogen des Süßrezeptors bei Katzen.

LaborHund & KatzeNachlesen

Rat der Europäischen Union (2005). Verordnung (EG) Nr. 1/2005.

Schutz von Tieren beim Transport und damit zusammenhängenden Vorgängen.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Riley, J. R. et al. (2005). Nature.

Radarverfolgung: Bienentanz als Wegbeschreibung.

LaborTiereNachlesen

Talavera, K. et al. (2005). Nature.

Der Ionenkanal, der das Süßsignal in der Geschmackszelle weiterleitet, arbeitet temperaturabhängig: Dasselbe Erzeugnis schmeckt warm süßer als kalt. Erklärt, warum Speiseeis und kalte Getränke von vornherein süßer eingestellt werden.

LaborErnährungZur Quelle

Simpson, S. J. & Raubenheimer, D. (2005). Obesity Reviews.

Protein-Hebel-Hypothese: Der Appetit zielt vorrangig auf eine bestimmte Eiweißmenge; in eiweißarm verdünnter Kost kommt dabei mehr Gesamtenergie zusammen. Einflussreiches Erklärungsmodell, keine bewiesene Ursache.

ZusammenfassungErnährungZur Quelle

Choi, H. K. et al. (2004). The Lancet.

Alkohol und Gichtrisiko in derselben Männerkohorte: Bier ging mit dem deutlichsten Anstieg einher, Spirituosen schwächer, Wein in den untersuchten Mengen nicht. Bier bringt Purine aus der Hefe und Alkohol zugleich mit. Einordnung: Beobachtungsdaten, ergänzend zur Purin-Arbeit derselben Gruppe.

BeobachtungErnährungZur Quelle

Harris, W. S. & von Schacky, C. (2004). Preventive Medicine.

Erstbeschreibung des Omega-3-Index — Anteil von EPA und DHA in der Membran der roten Blutkörperchen — mit dem vorgeschlagenen Zielbereich von 8 bis 11 %. Der Zielbereich beruht auf Beobachtungsdaten, nicht auf Endpunktstudien.

ExperimentErnährungZur Quelle

Choi, H. K. et al. (2004). New England Journal of Medicine.

Purinreiche Lebensmittel, Milchprodukte und Gichtrisiko; Kohorte aus der Health Professionals Follow-up Study. Purine aus Gemüse gingen nicht mit erhöhtem Risiko einher. Anmerkung: Neben öffentlichen Mitteln teilweise von einem Arzneimittelhersteller gefördert; zwei Autoren geben eine Förderung durch dieses Unternehmen an.

BeobachtungErnährungNachlesen

Hagen, K. & Broom, D. M. (2004). Applied Animal Behaviour Science.

Emotionale Reaktion von Rindern auf Lernerfolg.

LaborTiereNachlesen

Venn, B. J. & Mann, J. I. (2004). European Journal of Clinical Nutrition.

Vollkorn, Hülsenfrüchte und Diabetesrisiko.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Manach, C. et al. (2004). American Journal of Clinical Nutrition.

Polyphenole: Gehalte in Lebensmitteln und Bioverfügbarkeit. Beschreibt Mengen, nicht Wirkung — deshalb bei uns kein Wirknachweis.

BeobachtungErnährungNachlesen

Darmadi-Blackberry, I. et al. (2004). Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition.

Kohortenauswertung über fünf Länder: je 20 g Hülsenfrüchte mehr am Tag gingen mit rund 7–8 % niedrigerer Sterblichkeit einher — in Japan, Schweden, Griechenland und Australien gleichermaßen, mit jeweils anderen Hülsenfrüchten. Beobachtungsdaten.

BeobachtungErnährungZur Quelle

Cook, J. M. & Rasplus, J.-Y. (2003). Trends in Ecology & Evolution.

Koevolution von Feigen und Feigenwespen.

ZusammenfassungLebensmittelNachlesen

Europäisches Parlament und Rat (2003). Richtlinie 2003/52/EG.

Verbot von Konjak-Geleekonfekt in der Gemeinschaft.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Europäisches Parlament und Rat (2003). Verordnung (EG) Nr. 2065/2003.

Raucharomen: Zulassung nur für Erzeugnisse aus fraktioniertem, gereinigtem Rauch.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Mensink, R. P. et al. (2003). American Journal of Clinical Nutrition.

Metaanalyse aus 60 kontrollierten Versuchen zum Effekt einzelner Fettsäuren auf die Blutfette; trägt das Tausch-Prinzip gesättigt → ungesättigt.

ExperimentErnährungNachlesen

Diabetes Prevention Program Research Group (2002). New England Journal of Medicine.

Lebensstilintervention senkte die Typ-2-Diabetes-Inzidenz um 58 Prozent und damit stärker als Metformin.

ExperimentErnährungNachlesen

Kealy, R. D. et al. (2002). Journal of the American Veterinary Medical Association.

48 Labradore, paarweise zusammengestellt, lebenslang begleitet: Die schlank gehaltene Hälfte lebte im Mittel rund zwei Jahre länger, behandlungsbedürftige Arthrose trat später auf. Eine der wenigen kontrollierten Langzeitstudien zur Fütterung überhaupt. Anmerkung: von einem Tiernahrungshersteller finanziert und mit dessen Futter durchgeführt.

ExperimentHund & KatzeZur Quelle

Imai, S. et al. (2002). Nature.

Entdeckung des Enzyms, das in der Zwiebel den tränenreizenden Faktor bildet — Knoblauch fehlt genau dieser Schritt. Erklärt, warum Knoblauch in der Nase sticht und nie in den Augen.

LaborErnährungZur Quelle

Tewksbury, J. J. & Nabhan, G. P. (2001). Nature.

Capsaicin als gerichtete Abwehr gegen Säugetiere.

LaborLebensmittelNachlesen

Morrot, G., Brochet, F. & Dubourdieu, D. (2001). Brain and Language.

Rot gefärbter Weißwein wurde von Weinstudierenden mit Rotwein-Vokabeln beschrieben; Beleg dafür, dass Farbe die Geschmackswahrnehmung steuert.

ExperimentLebensmittelNachlesen

Weaver, C. M., Proulx, W. R. & Heaney, R. (1999). American Journal of Clinical Nutrition.

Die Referenzarbeit zur Calcium-Bioverfügbarkeit einzelner Lebensmittel. Liefert die Aufnahmeraten, auf die wir uns bei Pak Choi, Grünkohl, Brokkoli, Milch und Spinat stützen — gemessen, nicht aus dem Gehalt gerechnet.

LaborErnährungZur Quelle

Rat der Europäischen Union (1999). Richtlinie 1999/74/EG.

Mindestanforderungen zum Schutz von Legehennen; Ausstieg aus der konventionellen Käfighaltung.

Behörde & LeitlinieRechtNachlesen

Shoba, G. et al. (1998). Planta Medica.

Piperin und Bioverfügbarkeit von Curcumin. Anmerkung: Zwei der sechs Autoren gehörten dem Unternehmen an, das den piperinhaltigen Bioverfügbarkeitsverstärker patentiert hat. Die viel zitierte Steigerung stammt aus einer Studie mit wenigen Freiwilligen und einer Einzeldosis.

ExperimentLebensmittelNachlesen

Caterina, M. J. et al. (1997). Nature.

Identifikation des Capsaicin-Rezeptors TRPV1.

LaborLebensmittelNachlesen

Fahey, J. W., Zhang, Y. & Talalay, P. (1997). Proceedings of the National Academy of Sciences.

Glucoraphanin in Brokkolisprossen als Vorstufe von Sulforaphan.

LaborLebensmittelNachlesen

Breslin, P. A. S. & Beauchamp, G. K. (1997). Nature.

Salz unterdrückt die Bitterwahrnehmung zuverlässig — ein Effekt, der bis heute nicht vollständig erklärt ist. Praktische Folge: Etwas Salz nimmt Bitterem die Kante, und Bitterstoffe im Gericht ersetzen einen Teil der Salzwirkung.

ExperimentErnährungZur Quelle

Gärtner, C., Stahl, W. & Sies, H. (1997). American Journal of Clinical Nutrition.

Lycopin ist aus Tomatenmark deutlich besser verfügbar als aus frischen Tomaten: Hitze bricht die Zellstruktur auf und wandelt das Molekül in die besser aufnehmbare Form um. Grundlage der Aussage, dass gekochte Tomate hier mehr liefert als rohe.

ExperimentErnährungZur Quelle

Rat der Europäischen Union (1996). Richtlinie 96/22/EG.

Verbietet Stoffe mit hormonaler Wirkung als Masthilfsmittel bei zur Lebensmittelerzeugung gehaltenen Tieren; die Änderungsrichtlinie 2003/74/EG bestätigte das Verbot nach erneuter Risikobewertung. In den USA sind mehrere dieser Wachstumsförderer in der Rindermast zugelassen; für die Einfuhr in die EU gilt eine gesonderte Vereinbarung über hormonfrei erzeugtes Rindfleisch. Einordnung: Rechtsakt, keine Risikoaussage zur aufgenommenen Menge.

Behörde & LeitlinieRechtZur Quelle

ATBC- und CARET-Studien (1996). New England Journal of Medicine.

Zwei große randomisierte Studien mit gegenläufigem Ergebnis zur Erwartung: ATBC mit 29.133 finnischen Rauchern fand unter Betacarotin mehr Lungenkrebs statt weniger; CARET mit 18.314 Rauchern und Asbestexponierten wurde vorzeitig abgebrochen, weil sich dasselbe zeigte. Einordnung: Der Lehrfall dafür, dass ein isolierter Stoff in Kapselform etwas anderes ist als dasselbe Molekül im Gemüse.

ExperimentErnährungNachlesen

Levine, M. et al. (1996). Proceedings of the National Academy of Sciences.

Bis etwa 200 mg Vitamin C täglich wird nahezu alles aufgenommen; darüber sinkt der Anteil rasch und die Blutkonzentration läuft in eine Sättigung. Der biochemische Grund, warum Megadosen sich in Studien nie durchsetzen konnten.

ExperimentWirkstoffeZur Quelle

Omura, Y. & Beckman, S. L. (1995). Acupuncture & Electro-Therapeutics Research.

Der Ursprung der Vorstellung, Koriander könne Schwermetalle ausleiten: ein kleiner, unkontrollierter Bericht über vermehrte Quecksilberausscheidung. Einordnung: Keine Kontrollgruppe, nie repliziert. Wir führen die Arbeit ausschließlich als Beleg dafür, woher die Behauptung stammt — nicht als Beleg für eine Wirkung.

BeobachtungMythenherkunftZur Quelle

Gibson, G. R. & Roberfroid, M. B. (1995). The Journal of Nutrition.

Begriffsdefinition von Prä- und Probiotika.

ZusammenfassungErnährungNachlesen

Holt, S. H. A. et al. (1995). European Journal of Clinical Nutrition.

Sättigungsindex gebräuchlicher Lebensmittel bei gleichem Energiegehalt: Die gekochte Kartoffel landete auf Platz eins, vor Vollkornbrot und Haferbrei und deutlich vor Weißbrot und Croissant.

ExperimentErnährungZur Quelle

Curhan, G. C. et al. (1993). New England Journal of Medicine.

Eine höhere Calciumzufuhr über das Essen ging mit weniger symptomatischen Nierensteinen einher — Calcium bindet Oxalat bereits im Darm. Der Befund läuft der Alltagsannahme entgegen.

BeobachtungErnährungNachlesen

Mifflin, M. D. & St Jeor, S. T. et al. (1990). American Journal of Clinical Nutrition.

Vorhersagegleichung für den Ruheumsatz, an 498 gesunden Erwachsenen entwickelt und seither in Vergleichsstudien genauer als die ältere Harris-Benedict-Formel. Einordnung: Bei einzelnen Menschen liegt sie um etwa ein Zehntel daneben, in beide Richtungen — der Grund, warum EssenCheck Kalorienwerte als Schätzung und nicht als Messung ausweist.

Konsens & ModellErnährungNachlesen

Turlings, T. C. J., Tumlinson, J. H. & Lewis, W. J. (1990). Science.

Duftstoffe verletzter Pflanzen als Signal.

LaborLebensmittelNachlesen

Webb, A. R. & Holick, M. F. (1988). Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.

Messreihe zur Vitamin-D-Bildung in der Haut nach Breitengrad: In Boston (42° Nord) entsteht von November bis Februar praktisch nichts, in Edmonton (52° Nord) von Oktober bis März. Deutschland liegt zwischen 47° und 55° Nord — Grundlage der Aussage zum Wintermangel.

LaborErnährungNachlesen

Pion, P. D. et al. (1987). Science.

Erstbeschreibung: Taurinmangel als Ursache einer Herzmuskelerweiterung bei der Katze — und der Nachweis, dass sie sich durch Ergänzung weitgehend zurückbilden kann. Der Befund führte dazu, dass Katzenfutter seither Taurin enthalten muss.

BeobachtungHund & KatzeZur Quelle

Bennink, M. R. (1982). Journal of Food Science.

Verluste von Vitamin B12 bei der Zubereitung.

LaborLebensmittelNachlesen

Morris, J. G. & Rogers, Q. R. (1978). The Journal of Nutrition.

Arginin-Bedarf der Katze und akute Mangelfolgen.

ExperimentHund & KatzeNachlesen

Chatterjee, I. B. (1973). Science.

Evolutionärer Verlust und Erhalt der Vitamin-C-Synthese.

ZusammenfassungHund & KatzeNachlesen

von Frisch, K. (1973). Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Entschlüsselung der Tanzsprache der Bienen.

LaborTiereNachlesen

Fernstrom, J. D. & Wurtman, R. J. (1972). Science.

Nicht die Tryptophanmenge allein bestimmt die Serotoninbildung im Gehirn, sondern das Verhältnis zu den anderen großen neutralen Aminosäuren, die sich denselben Transportweg teilen.

LaborGesundheitNachlesen

Dam, H. & Doisy, E. A. (1943). Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Entdeckung und Struktur des Koagulationsvitamins K.

LaborErnährungNachlesen

§ 90a BGB. Bürgerliches Gesetzbuch.

Tiere sind keine Sachen; auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden.

Behörde & LeitlinieDeutsches RechtGesetzestext

Tierschutzgesetz (TierSchG). Bundesrecht.

Grundnorm des deutschen Tierschutzrechts.

Behörde & LeitlinieDeutsches RechtGesetzestext

Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV). Bundesrecht.

Mindestanforderungen an das Halten von Nutztieren.

Behörde & LeitlinieDeutsches RechtGesetzestext

Tierschutztransportverordnung (TierSchTrV). Bundesrecht.

Nationale Durchführung der EU-Transportvorschriften.

Behörde & LeitlinieDeutsches RechtGesetzestext

Cassidy, A. et al. Kohortenstudien zu Anthocyanen.

Anthocyanaufnahme und kardiovaskuläre Endpunkte.

BeobachtungErnährungNachlesen

Sneddon, L. U. et al. Arbeiten zur Nozizeption bei Fischen.

Nachweis von Nozizeptoren und Verhaltensreaktionen.

LaborTiereNachlesen

Was es istÜber Jahre einer der meistpublizierenden Forscher zur herzschützenden Wirkung von Resveratrol, dem Stoff aus Rotwein und Traubenschalen. Seine Arbeiten stehen hinter einem guten Teil der Erzählung vom Glas Rotwein am Abend.

Was bei der Prüfung herauskamDie University of Connecticut kam im Januar 2012 nach dreijähriger Untersuchung zu 145 Fällen von Datenfälschung oder -erfindung; im Mittelpunkt standen manipulierte Western-Blot-Abbildungen. Über zwanzig Arbeiten wurden zurückgezogen, Das verlor seine Stelle und einen Herausgeberposten.

Was wir daraus machenWir zitieren nichts aus dieser Arbeitsgruppe. Ehrlicherweise dazu: Andere Fachleute wiesen damals darauf hin, dass das Resveratrol-Feld nicht auf ihm ruhte — der Betrug entwertet die Substanz nicht. Was gegen Resveratrol als Ergänzungsmittel spricht, ist etwas anderes: die schlechte Aufnahme und das Fehlen von Studien mit Krankheitsendpunkten am Menschen.

QuellenkritikZur Quelle

Was es istFütterungsversuch an Mastrindern: Unter einem Prozent Rotalge im Futter senkte den Methanausstoß um bis zu 82 Prozent, ohne erkennbaren Einfluss auf den Geschmack des Fleisches. Die meistzitierte Zahl der Debatte über „klimafreundliches“ Rindfleisch.

Was bei der Prüfung herauskamDie Arbeit wurde von Blue Ocean Barns mitfinanziert, einem Unternehmen, das genau diesen Futterzusatz vermarktet, daneben von zwei Stiftungen. Offen sind außerdem zwei Sachfragen: Der Wirkstoff Bromoform ist selbst kein harmloser Stoff, und die benötigten Algenmengen existieren bislang nicht.

Was wir daraus machenWir nennen den Ansatz als Forschungsstand, nicht als Lösung — und nie als Argument dafür, dass Rindfleisch ein Klimaproblem weniger hat. Die Finanzierung steht seit dieser Prüfung auch am Eintrag im Verzeichnis.

QuellenkritikZur Quelle

Was es istZwei Arbeiten derselben Klinikgruppe, die 2023 und 2024 weltweit Schlagzeilen machten: Hohe Blutspiegel der Zuckeraustauschstoffe gingen mit mehr Herz-Kreislauf-Ereignissen einher, dazu kamen Laborbefunde zur verstärkten Gerinnselneigung der Blutplättchen.

Was bei der Prüfung herauskamDer Körper stellt Erythrit im Pentosephosphatweg selbst her, und zwar mehr bei gestörtem Zuckerstoffwechsel. Ein hoher Blutspiegel kann damit ebenso gut Folge der Stoffwechsellage sein wie des Verzehrs. In den Kohorten wurde die tatsächliche Zufuhr gar nicht erhoben — die Verbindung zum Süßstoff im Kaffee ist eine Annahme, keine Messung.

Was wir daraus machenWir führen beide Arbeiten weiter, aber als offenes Signal und nicht als Warnung. Formulierung in den Karten: nachverfolgenswert, nicht belegt. Wer Erythrit meidet, hat dafür bislang keinen belastbaren Grund.

QuellenkritikZur Quelle

Was es istZwei schwedische Kohorten: Frauen mit drei oder mehr Gläsern Milch täglich hatten eine höhere Sterblichkeit und mehr Knochenbrüche als Frauen mit weniger als einem. Als Erklärung boten die Autoren die Galaktose an, die im Tierversuch Alterung beschleunigt.

Was bei der Prüfung herauskamDie Arbeit ist bis heute nicht unabhängig repliziert — die Autoren selbst hatten ausdrücklich dazu aufgerufen. Im selben Datensatz gingen fermentierte Milchprodukte in die Gegenrichtung, was zu einer Galaktose-Erklärung nicht passt: Joghurt enthält ebenfalls Galaktose. Umgekehrte Kausalität ist nicht ausgeschlossen, weil kranke Menschen ihr Trinkverhalten ändern.

Was wir daraus machenDer meistzitierte Befund gegen Milch bleibt bei uns der am schwächsten abgesicherte. Wir nennen ihn, wenn nach Milch und Knochen gefragt wird, immer zusammen mit dem Hinweis auf die fehlende Replikation — und nie als Empfehlung, Milch zu meiden.

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Was es istSpermidin, enthalten in Weizenkeimen, gereiftem Käse und Sojaprodukten, verlängerte in Hefe, Fliegen und Mäusen die Lebensspanne und schützte das Herz — über die zelluläre Selbstreinigung, für deren Aufklärung 2016 der Nobelpreis vergeben wurde.

Was bei der Prüfung herauskamDie kontrollierte Gegenprobe am Menschen fiel negativ aus: In der SmartAge-Studie (JAMA Network Open 2022) verbesserte Spermidin bei älteren Menschen mit Gedächtnisbeschwerden die Denkleistung nicht. Die günstigen Beobachtungsdaten stammen aus Kohorten, in denen spermidinreiche Kost mit einer insgesamt anderen Lebensweise einhergeht.

Was wir daraus machenWir nennen Spermidin als Inhaltsstoff, nicht als Wirkstoff, und markieren die Tierbefunde als solche. Kein Wort über Lebensverlängerung, keine Empfehlung für Präparate.

QuellenkritikZur Quelle

Was es istKaum ein Pflanzenstoff hat mehr positive Laborarbeiten: entzündungshemmend, krebshemmend, gefäßschützend. Daraus ist ein Milliardenmarkt für Kapseln geworden.

Was bei der Prüfung herauskamEine Analyse in einer pharmazeutisch-chemischen Fachzeitschrift (Nelson et al. 2017) zeigt, warum: Curcumin reagiert in Suchtests mit derart vielen Zielstrukturen, dass es als klassische Störsubstanz gilt — es meldet Treffer, wo keine sind. Dazu kommt, dass es kaum aufgenommen und rasch abgebaut wird. Studien mit Krankheitsendpunkten am Menschen fehlen bis heute.

Was wir daraus machenKurkuma bleibt bei uns ein Gewürz. Wir nennen keine Wirkungen und keine Dosierungen, und wir übernehmen keine Laborbefunde als Gesundheitsaussage — auch nicht mit dem Zusatz „kann“. Die Piperin-Empfehlung nennen wir als Aufnahmefrage, nicht als Wirknachweis.

QuellenkritikZur Quelle

Was es istEin schwefelhaltiger Stoff, den nur Pilze und einige Bakterien bilden. Der Mensch besitzt einen eigenen Transporter dafür — was als Hinweis gilt, dass der Körper ihn braucht. Daraus wurde die Bezeichnung „Langlebigkeitsvitamin“.

Was bei der Prüfung herauskamDie tragende Arbeit ist ein Übersichtsbeitrag mit Ländervergleich: Länder mit höherer geschätzter Zufuhr haben niedrigere Sterberaten an einigen Alterserkrankungen. Ein Vergleich von Landesdurchschnitten sagt nichts über einzelne Menschen — dieselbe Rechnung „belegt“ auch, dass Schokoladenkonsum Nobelpreise bringt. Die Arbeit stammt zudem aus einem Universitätszentrum, das eigens zu Pilzen als Lebensmittel forscht. Kontrollierte Studien mit Krankheitsendpunkten gibt es nicht.

Was wir daraus machenErgothionein steht bei uns als interessanter Inhaltsstoff von Pilzen, ohne Wirkversprechen und ohne Zielwert. Pilze empfehlen wir aus anderen Gründen — Vitamin D nach UV-Behandlung, Umami, geringer Ressourcenverbrauch.

QuellenkritikZur Quelle

Was es istDie wohl meistgeteilte Ernährungsregel der letzten Jahre, verbreitet über Podcasts, Bücher und Mikrobiom-Firmen: 30 Pflanzenarten wöchentlich für ein gesundes Darmmikrobiom.

Was bei der Prüfung herauskamDie Zahl stammt aus dem American-Gut-Projekt (McDonald et al. 2018): Teilnehmende, die über 30 Pflanzenarten pro Woche angaben, hatten ein vielfältigeres Mikrobiom als die unter zehn. Das war eine Bürgerforschungssammlung mit selbst gewählter Teilnahme und selbst gemeldeter Ernährung — 30 war die obere Kategoriegrenze der Auswertung, kein geprüfter Schwellenwert. Ob mehr Vielfalt im Stuhl irgendjemanden gesünder macht, ist damit nicht gezeigt.

Was wir daraus machenWir verwenden die Regel als Faustregel und sagen dazu, woher sie kommt. Kein Zähler, kein Zielwert, keine Aussage, dass 29 Arten nicht reichen. Die belastbare Aussage dahinter ist einfacher: mehr verschiedene Pflanzen sind besser als wenige.

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Was es istSpanische Interventionsstudie mit 7.447 Personen zu mediterraner Kost mit Olivenöl oder Nüssen; jahrelang die meistzitierte Ernährungsstudie Europas.

Was bei der Prüfung herauskamDas New England Journal of Medicine zog die Arbeit am 13. Juni 2018 zurück und veröffentlichte sie am selben Tag in korrigierter Fassung neu. Auslöser war eine Analyse von John Carlisle, deren Verdacht sich bestätigte: Bei 1.588 der 7.447 Teilnehmenden — 21 Prozent — war die Randomisierung fehlerhaft. An einem Zentrum wurden ganze Kliniken statt einzelner Personen zugeteilt, an einem anderen Randomisierungstabellen uneinheitlich verwendet, und Haushaltsmitglieder wurden ohne eigene Zuteilung eingeschlossen.

Was wir daraus machenNicht mehr als randomisierte kontrollierte Studie zitierbar. Der Effekt blieb nach Neuberechnung zwar bestehen (rund 30 Prozent weniger kardiovaskuläre Ereignisse), aber die Beweiskraft ist die einer Beobachtungsstudie. Damit entfällt auch die stärkste Einzelstütze für Olivenöl — was die redaktionelle Linie stützt, nur Raps-, Lein- und Algenöl zu empfehlen. Umgesetzt: Im Systemprompt als Ballaststoff-Beleg ersetzt durch Reynolds, The Lancet 2019.

QuellenkritikBeleg

Was es istFünf Regionen — Sardinien, Okinawa, Loma Linda, Nicoya, Ikaria — mit angeblich außergewöhnlich vielen Hundertjährigen und überwiegend pflanzlicher Kost.

Was bei der Prüfung herauskamBlue Zones war nie eine begutachtete Studie, sondern ein journalistisches Konzept. Der Demograf Saul Newman zeigte, dass die Häufung von Hochaltrigen in diesen Regionen weitgehend auf Datenfehler zurückgeht: fehlende Geburtsurkunden, Übertragungsfehler in Melderegistern und nicht gemeldete Todesfälle bei fortlaufender Rentenzahlung. Er erhielt dafür 2024 den Ig-Nobelpreis für Demografie.

Was wir daraus machenNicht mehr als Beleg verwendbar. Der Befund, dass Hülsenfrüchte und pflanzenbetonte Kost mit niedrigerer Sterblichkeit einhergehen, ist unabhängig davon gut belegt — dafür stehen große prospektive Kohorten und Metaanalysen zur Verfügung, die kein Blue-Zones-Argument brauchen. Umgesetzt: Im Systemprompt ersetzt durch konkrete, überprüfbare Anker — Hülsenfrüchte, Vollkorn (Aune, BMJ 2016), Ballaststoffe und pflanzliches Protein.

QuellenkritikBeleg

Was es istEin Ernährungsmuster aus Mittelmeerkost und DASH, zugeschnitten auf das Gehirn: Blattgemüse, Beeren, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Olivenöl. Die Grundlage war eine Beobachtungsstudie aus Chicago, in der ein hoher MIND-Wert mit langsamerem kognitivem Abbau einherging.

Was bei der Prüfung herauskamDie Kohortendaten sind Assoziation, nicht Wirkung: Wer sich so ernährt, unterscheidet sich in Bildung, Bewegung und Einkommen von denen, die es nicht tun. Der Test kam 2023. In einer randomisierten Studie über drei Jahre mit 604 Teilnehmenden — alle über 65, mit familiärer Demenzvorgeschichte und zu Beginn ungünstiger Kost — verbesserte sich die Kognition in beiden Gruppen; der Unterschied zur Kontrollgruppe war nicht signifikant (0,035 Standardeinheiten, P = 0,23). Auch die MRT-Befunde unterschieden sich nicht. Beide Gruppen hatten dieselbe leichte Kalorienreduktion von 250 kcal am Tag — was nahelegt, dass der Gewichtsverlust wirkte und nicht das Muster.

Was wir daraus machenAls benanntes Ernährungsmuster nicht mehr verwendbar. Der Name suggeriert eine geprüfte Wirkung auf das Gehirn, die es so nicht gibt. Die Einzelbausteine bleiben belegt, aber über ihre eigenen Endpunkte: Vollkorn und Ballaststoffe (Aune 2016, Reynolds 2019), Blattgemüse und Obst (Aune 2017), Nüsse (Aune 2016). Umgesetzt: Kapitel 14 führt Demenz seither als dünn belegten Endpunkt.

QuellenkritikBeleg

Was es istVielbeachtete Arbeit: Taurin-Spiegel sinken mit dem Alter, Supplementierung verlängerte die Lebensspanne von Fadenwürmern und Mäusen um etwa zehn bis zwölf Prozent und verbesserte Gesundheitsmarker bei Affen.

Was bei der Prüfung herauskamZwei unabhängige Arbeiten haben die Übertragung auf den Menschen 2025 widerlegt. Fernandez und Kollegen vom National Institute on Aging fanden in drei Längsschnittkohorten, bei Rhesusaffen und bei Mäusen, dass der Taurinspiegel mit dem Alter gleich bleibt oder sogar steigt; die Unterschiede zwischen Personen waren größer als jede altersbedingte Veränderung. Marcangeli und Kollegen fanden bei 137 Männern zwischen 20 und 93 Jahren keinen Zusammenhang zwischen Taurin und Alter, Muskelmasse, Kraft oder Mitochondrienfunktion.

Was wir daraus machenKein Anti-Aging-Argument für Taurin beim Menschen. Für Katzen bleibt Taurin unverändert essenziell — das ist ein völlig anderer Sachverhalt und wird in Kapitel 9 getrennt geführt, damit die beiden Themen sich nicht vermischen.

QuellenkritikBeleg

Was es istHarvard-Arbeit zu körpereigenem Lithium im Gehirn und dessen Rolle bei Alzheimer; Lithiumorotat kehrte bei Mäusen Krankheitszeichen um.

Was bei der Prüfung herauskamDie Befunde stammen aus Mausmodellen und Gewebeanalysen. Am Menschen ist die klinische Prüfung bislang nicht aufgegangen — die LATTICE-Studie zu Lithium bei kognitiver Beeinträchtigung erreichte ihren Endpunkt nicht. Hinzu kommt eine rechtliche Lage, die in der Berichterstattung meist fehlt: Lithiumorotat steht nicht auf der Positivliste der EU-Nahrungsergänzungsrichtlinie und darf in der EU nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden.

Was wir daraus machenWird als Mythen-Karte geführt, die die Grenze zwischen Mausbefund und Menschendaten erklärt — nicht als Empfehlung. Die App warnt in diesem Zusammenhang ausdrücklich vor Selbstmedikation.

QuellenkritikBeleg

Was es istEine oft geteilte Behauptung aus dem Futtermarkt: Konventionelles Hundefutter sei mit Glyphosat belastet und das für chronische Erkrankungen mitverantwortlich. Als Beleg wird meist eine Untersuchung der Cornell University von 2018 angeführt.

Was bei der Prüfung herauskamDie Studie gibt es, und sie ist methodisch sauber — nur sagt sie das Gegenteil. Glyphosat war in allen 18 untersuchten Hunde- und Katzenfuttern nachweisbar, die geschätzte Tagesaufnahme lag aber bei 0,68 bis 2,5 Prozent dessen, was Menschen aufnehmen, und damit um Größenordnungen unter der Dosis, die in der Risikobewertung der US-Umweltbehörde bei Hunden ohne Effekt blieb. Das gentechnikfrei zertifizierte Produkt lag über mehreren der übrigen. Studien, die einen Krankheitszusammenhang bei Hunden zeigen, gibt es nicht.

Was wir daraus machenDie Behauptung nutzen wir nicht. Die Studie selbst führen wir im Verzeichnis — als Beleg dafür, dass Glyphosat breit nachweisbar, in diesen Mengen aber ohne belegte Wirkung ist.

QuellenkritikBeleg

Was es istBehauptung, Lachs- und Fischöl seien für Hunde weitgehend wirkungslos, weil sie die Fettsäuren nicht aufnehmen könnten.

Was bei der Prüfung herauskamDas Gegenteil ist untersucht: In einem randomisierten Cross-over mit 13 Hunden lag flüssiges Fischöl über 24 Stunden signifikant über dem Kaustück und gleichauf mit angereichertem Futter. Was Hunde tatsächlich kaum können, ist die Umwandlung von pflanzlichem ALA in EPA/DHA — vermutlich die Quelle der Verwechslung.

Was wir daraus machenNutzen wir nicht. Die Aussage zur ALA-Umwandlung bleibt bestehen, die zur Aufnahme wird nicht übernommen.

QuellenkritikBeleg

Was es istIn einer früheren Fassung stand sinngemäß, die Bedenken gegen Glutamat seien schlicht ein Mythos.

Was bei der Prüfung herauskamBeim Abgleich mit der EFSA-Neubewertung von 2017 zeigte sich, dass diese Zuspitzung nicht haltbar ist. Die EFSA leitete den zulässigen Tageswert aus Tierstudien ab, weil die Daten zur Dosis-Wirkung beim Menschen nicht ausreichten, und hielt fest, dass die Aufnahme bei einem Teil der Bevölkerung darüber liegen kann.

Was wir daraus machenFormulierung geändert auf: für die meisten Menschen kein Grund zur Sorge, aber kein reiner Mythos. Ein Beispiel dafür, dass auch eine Korrektur in die eigene Richtung eine Korrektur bleibt.

QuellenkritikBeleg

Was es istDie verbreitete Faustregel, das Verhältnis der beiden Fettsäurefamilien in der westlichen Kost liege bei etwa 20:1 statt der günstigen 4:1.

Was bei der Prüfung herauskamDie Kennzahl klingt eingängig, hält der Prüfung aber nicht stand: Der maßgebliche Endpunkt ist die absolute Zufuhr langkettiger Omega-3-Fettsäuren, nicht ein Quotient. Eine Senkung der Omega-6-Zufuhr verbessert die Versorgung mit EPA und DHA nicht, und Interventionsstudien stützen den Quotienten als Zielgröße nicht.

Was wir daraus machenIm Systemprompt ausdrücklich verboten. Stattdessen werden EPA, DHA und Alpha-Linolensäure getrennt als absolute Mengen geführt.

QuellenkritikBeleg

Was es istEine Forschungsrichtung, nach der das gesättigte Fett im Käse das LDL-Cholesterin weniger anhebt als dieselbe Menge aus Butter, weil es in einem Kalzium-Eiweiß-Gerüst eingebettet ist.

Was bei der Prüfung herauskamDer Effekt ist in Interventionsstudien messbar, aber klein. Die zentrale Arbeit ist das Protokoll einer gesponserten zweitägigen Konsensrunde, keine systematische Übersicht; der Letztautor gibt Förderung von Arla Foods, der Danish Dairy Research Foundation, der Global Dairy Platform und dem dänischen Agrar- und Lebensmittelrat an, mehrere Koautoren haben weitere Molkereiverbindungen. Unabhängige Nachprüfung ist dünn. Dazu gehört die Metaanalyse von Chen et al. (2017, European Journal of Nutrition), die Käse mit einem leicht niedrigeren Herz-Kreislauf-Risiko in Verbindung bringt: Drei der sieben Autoren arbeiten für einen der größten Molkereikonzerne der Welt. Die Arbeit erklärte ursprünglich, es bestehe kein Interessenkonflikt; die Zeitschrift veröffentlichte 2019 eine Korrektur, weil die Angaben zu Finanzierung und Interessenkonflikt nicht zutrafen.

Was wir daraus machenWir verwenden sie nicht als Beleg für eine günstige Wirkung von Käse und führen sie ausschließlich hier. An der Einordnung ändert der Befund nichts: Käse bleibt eine Hauptquelle für gesättigtes Fett und Salz, und die Leitlinien von DGE und WHO sind unverändert.

QuellenkritikBeleg

Was es istGroße prospektive Auswertung: täglicher Nusskonsum ging mit niedrigerer Gesamtsterblichkeit einher.

Was bei der Prüfung herauskamDie Studie wurde teilweise von der Nussbranche mitfinanziert. Das entwertet sie nicht — Interessenkonflikte machen Ergebnisse nicht falsch —, ändert aber die Beweislast.

Was wir daraus machenBleibt zitiert, aber nur zusammen mit dem Hinweis auf die Finanzierung und flankiert von unabhängigen Metaanalysen (Aune 2016). Der Vermerk steht direkt im Zitat.

QuellenkritikBeleg

Was es istZwei große randomisierte Studien zu Betacarotin-Präparaten bei Rauchern und Asbestexponierten.

Was bei der Prüfung herauskamBeide mussten vorzeitig abgebrochen werden, weil die Lungenkrebsrate in der Supplementgruppe stieg — obwohl Beobachtungsdaten zuvor das Gegenteil nahegelegt hatten.

Was wir daraus machenAusdrücklich beibehalten. Sie sind der stärkste Beleg dafür, dass ein isolierter Wirkstoff in Pillenform nicht dasselbe tut wie das Lebensmittel, aus dem er stammt — und ein nötiges Korrektiv gegen die eigene Begeisterung für Pflanzenstoffe.

QuellenkritikBeleg

Was es istDer wohl bekannteste Forscher zur Psychologie des Essens. Von ihm stammen die griffigen Befunde, die es in jede Ratgeberliste geschafft haben: der bodenlose Suppenteller, die Schüsselgröße, die Platzierung im Supermarktregal.

Was bei der Prüfung herauskamDie Zahlen hielten der Nachrechnung nicht stand. 13 Arbeiten wurden zurückgezogen, mindestens 15 weitere formal korrigiert; Cornell stellte 2018 wissenschaftliches Fehlverhalten fest, unter anderem fehlerhafte Datenberichte und problematische Statistik. Wansink legte sein Amt nieder.

Was wir daraus machenWir stützen keine Aussage auf seine Arbeiten. Wo ein Effekt trotzdem stimmt, gibt es unabhängige Belege — die Karte zur Tellergröße in den Fakten steht deshalb auf dem Cochrane-Review von Hollands 2015, nicht auf Wansink.

QuellenkritikBeleg

Was es istEine Tabelle, die Lebensmitteln eine Zahl für ihre „antioxidative Kapazität“ gab. Sie ist der Ursprung fast aller Superfood-Ranglisten, die man bis heute findet.

Was bei der Prüfung herauskamDas Ministerium hat sie 2012 selbst vom Netz genommen. Begründung: Die Werte sagen nichts darüber aus, was ein Stoff im Körper tut — sie messen eine Reaktion im Reagenzglas. Und sie wurden regelmäßig zur Produktwerbung zweckentfremdet.

Was wir daraus machenWir nennen keine ORAC-Werte und keine Superfood-Ranglisten. Wo eine Pflanze wirkt, beschreiben wir den Stoff und den Weg, nicht eine Punktzahl.

QuellenkritikBeleg

Was es istJahrzehntelang zeigten Kohorten, dass Mäßige länger leben als Abstinente — die berühmte J-förmige Kurve, aus der das Glas Rotwein am Abend wurde.

Was bei der Prüfung herauskamDie Vergleichsgruppe war das Problem. Unter den Abstinenten sind viele, die aus gesundheitlichen Gründen aufgehört haben. Metaanalysen, die dafür korrigieren, finden den Schutzeffekt bei geringer Zufuhr nicht mehr. Die WHO hält seit 2023 fest, dass sich keine unbedenkliche Menge angeben lässt.

Was wir daraus machenWir führen Alkohol als Risikofaktor, ohne Schwelle nach unten. Der Rotwein-Bonus kommt in keiner Bewertung vor.

QuellenkritikBeleg

Was es istDie Studie mit den Rattenfotos, die um die Welt ging: gentechnisch veränderter Mais und Glyphosat sollten Tumoren auslösen.

Was bei der Prüfung herauskamDie Zeitschrift zog die Arbeit 2013 zurück. Die verwendete Rattenlinie entwickelt auch ohne Zutun häufig Tumoren, die Gruppen waren zu klein für eine Aussage, und die Auswertung war nicht vorab festgelegt. Eine spätere Veröffentlichung andernorts durchlief kein neues Gutachterverfahren.

Was wir daraus machenNicht verwendet. Zur Bewertung von Pflanzenschutzmittelrückständen nutzen wir die Gutachten von EFSA und BfR.

QuellenkritikBeleg

Was es istEine Empfehlungsserie, die zu dem Schluss kam, die meisten Menschen könnten ihren Fleischkonsum beibehalten — im offenen Widerspruch zu WHO, WCRF und den nationalen Fachgesellschaften.

Was bei der Prüfung herauskamDie zugrunde liegenden Auswertungen sind ordentlich gemacht. Umstritten ist der Maßstab: Das verwendete Bewertungssystem stammt aus der Arzneimittelforschung und stuft Beobachtungsdaten fast immer als schwach ein — in der Ernährung gibt es aber selten etwas anderes. Dazu kamen nicht angegebene frühere Verbindungen des Erstautors zu einem von der Lebensmittelwirtschaft finanzierten Institut.

Was wir daraus machenWir führen die Arbeit als Gegenposition mit, mit diesem Vermerk. Die Risikoeinstufung für verarbeitetes Fleisch bleibt bei IARC und WCRF.

QuellenkritikBeleg

Was es istEine historische Episode, kein Beleg für irgendetwas — aber der Grund, warum in diesem Verzeichnis bei jeder Arbeit die Finanzierung mitgelesen wird.

Was bei der Prüfung herauskamEine Auswertung interner Unterlagen zeigte 2016: Die Sugar Research Foundation bezahlte drei Harvard-Forscher für eine Übersichtsarbeit, die Fett als Ursache von Herzkrankheiten in den Vordergrund rückte und Zucker in den Hintergrund. Die Finanzierung wurde damals nicht genannt.

Was wir daraus machenDaher die Regel: Wo eine Arbeit mit Interessenkonflikten verbunden ist, steht das in der Annotation — auch dann, wenn uns das Ergebnis passt.

QuellenkritikBeleg

Was es istEiner der langlebigsten Ratschläge überhaupt. Er stammt ursprünglich aus der Werbung für Frühstücksflocken.

Was bei der Prüfung herauskamEine systematische Übersicht randomisierter Studien fand: Wer frühstückt, nimmt über den Tag eher mehr Energie auf als weniger, und beim Gewicht zeigte sich kein Vorteil. Die Kohorten, die etwas anderes nahelegen, vergleichen Menschen, die sich auch sonst unterscheiden.

Was wir daraus machenWir bewerten kein Essen danach, zu welcher Tageszeit es stattfindet. Wer nicht frühstückt, bekommt dafür keinen Abzug.

QuellenkritikBeleg

Was es istDie Vorstellung, Lebensmittel könnten den Körper „übersäuern“, und eine basische Kost könne davor schützen.

Was bei der Prüfung herauskamEine systematische Übersicht fand keine Grundlage dafür. Der pH-Wert des Blutes wird über Atmung und Niere in einem sehr engen Bereich gehalten — Essen verschiebt ihn nicht. Was sich ändert, ist der pH-Wert des Urins, und der sagt über den Körper wenig aus.

Was wir daraus machenKommt in keiner Bewertung vor. Dass viel Gemüse gut ist, stimmt übrigens trotzdem — nur nicht aus diesem Grund.

QuellenkritikBeleg

Was es istPauling hatte zwei Nobelpreise und schrieb ein Buch, das Megadosen Vitamin C gegen Erkältungen empfahl. Es wurde ein Bestseller und prägt bis heute jedes Drogerieregal.

Was bei der Prüfung herauskamDie Cochrane-Übersicht aus über 20 kontrollierten Studien findet in der Allgemeinbevölkerung keine Vorbeugung. Wer regelmäßig einnimmt, ist etwas kürzer krank — um rund acht Prozent der Dauer. Bei starker körperlicher Belastung, etwa Marathon oder Kälte, zeigt sich mehr.

Was wir daraus machenDie Fakten-Karte zu Vitamin-C-Megadosen steht auf der Cochrane-Übersicht, nicht auf Pauling.

MythenherkunftBeleg

Was es istEine Zahl, die niemand hinterfragt. Sie lässt sich auf eine US-Empfehlung von 1945 zurückführen, die etwa 2,5 Liter nannte.

Was bei der Prüfung herauskamDer nächste Satz jener Empfehlung ging verloren: Der größte Teil dieser Menge steckt bereits in fester Nahrung. Eine Aufarbeitung in einer physiologischen Fachzeitschrift fand keine Studie, die zwei Liter Trinkwasser zusätzlich begründet.

Was wir daraus machenWir rechnen mit Gesamtwasser einschließlich Essen, wie in den Referenzwerten vorgesehen, und geben keine Trinkmenge als Ziel aus.

MythenherkunftBeleg

Was es istDer Klassiker unter den Ernährungsmythen. Er stammt nicht aus der Forschung, sondern aus einer Regierungskampagne.

Was bei der Prüfung herauskamZwei Motive fielen zusammen: Großbritannien hatte einen Karottenüberschuss, und die RAF wollte ihr neues Bordradar geheim halten. Das Informationsministerium erklärte die nächtlichen Abschusserfolge von Pilot John Cunningham mit dessen Karottenkonsum. Ob die Gegenseite darauf hereinfiel, ist nicht belegt — die britische Öffentlichkeit schon.

Was wir daraus machenRichtig bleibt der Kern: Vitamin A ist für das Dämmerungssehen nötig, und ein Mangel führt zu Nachtblindheit. Mehr als genug bringt nichts. So steht es auch auf der Karte.

MythenherkunftBeleg

Was es istDie Geschichte, Spinat gelte wegen eines verrutschten Kommas als eisenreich, wird seit Jahrzehnten weitererzählt. Popeye inklusive.

Was bei der Prüfung herauskamEin Arzt brachte sie 1981 in einer Fachzeitschrift in Umlauf, ohne Quelle. Eine spätere Recherche fand keinen Beleg für den Kommafehler. Spinat enthält durchaus Eisen — nur bindet sein Oxalat einen Teil davon schon im Darm.

Was wir daraus machenWir erzählen weder die Kommafehler-Geschichte noch die Eisenwunder-Version. Es geht um Oxalat und Verfügbarkeit, siehe Kapitel 15.

MythenherkunftBeleg

Was es istDer Ursprung der Glutamat-Angst ist genau datierbar: ein Brief an eine medizinische Fachzeitschrift, in dem ein Arzt Taubheitsgefühle nach dem Essen in chinesischen Restaurants beschrieb.

Was bei der Prüfung herauskamEs war eine Einzelbeobachtung ohne Messung. Spätere verblindete Versuche konnten die Beschwerden nicht bestätigen; Behörden stufen Glutamat als sicher ein. Geblieben ist der Name — und dass er ausgerechnet eine Küche traf.

Was wir daraus machenGlutamat wird bei uns wie jeder andere Zusatzstoff behandelt. Wie wir unsere eigene frühere Darstellung korrigiert haben, steht eine Karte weiter oben.

MythenherkunftBeleg

Was es istZwei Bestseller machten Weizen für Gewichtszunahme, Entzündungen und Demenz verantwortlich. Der glutenfreie Markt wuchs daraufhin um ein Vielfaches.

Was bei der Prüfung herauskamFür Menschen mit Zöliakie oder Weizenallergie ist der Verzicht notwendig und gut belegt. Für alle anderen fehlt der Nutzen — glutenfreie Ersatzprodukte enthalten oft weniger Ballaststoffe und mehr Zucker als das Original.

Was wir daraus machenWir bewerten glutenfreie Produkte nach ihren Nährwerten wie jedes andere Essen. Einen Bonus gibt es nicht.

MythenherkunftBeleg

Was es istEin Naturheilkundler schrieb, jede Blutgruppe brauche eine eigene Kost: Gruppe 0 viel Fleisch, Gruppe A pflanzlich, und so fort. Begründet wurde das mit der Reihenfolge, in der die Blutgruppen angeblich entstanden sind.

Was bei der Prüfung herauskamSchon die Prämisse trägt nicht. Die ABO-Gruppen sind nicht nacheinander beim Menschen entstanden — sie sind älter als unsere Art. Dieselben Varianten finden sich bei Schimpansen und Gorillas, weitergegeben über Artgrenzen hinweg seit mindestens 20 Millionen Jahren. Es gibt also keine Jäger-Blutgruppe und keine Ackerbau-Blutgruppe. Dazu kommt der Test am Ergebnis: Eine Untersuchung an mehr als 1.400 Menschen fand, dass wer sich nach einem der vier Muster ernährte, teils bessere Blutwerte hatte — aber unabhängig davon, welche Blutgruppe die Person tatsächlich hatte. Der Vorteil kam vom Essen, nicht von der Zuordnung.

Was wir daraus machenWir fragen die Blutgruppe nicht ab und leiten daraus nichts ab.

MythenherkunftBeleg

Was es istEin Kinderarzt stellte die These auf, Zucker und Zusatzstoffe lösten Unruhe bei Kindern aus. Daraus wurde eine Diät, ein Verein und eine Alltagsgewissheit, die bis heute jeder Kindergeburtstag bestätigt zu haben scheint.

Was bei der Prüfung herauskamEine Metaanalyse kontrollierter Studien fand keinen Effekt von Zucker auf Verhalten oder Aufmerksamkeit. In verblindeten Versuchen bewerteten Eltern das Verhalten ihrer Kinder als unruhiger, wenn sie glaubten, das Kind habe Zucker bekommen — auch wenn es keinen bekommen hatte. Der Effekt sitzt bei den Beobachtern.

Was wir daraus machenWir führen Zucker über Energiedichte, Blutzuckerverlauf und Karies. Verhalten kommt nicht vor. Bei bestimmten Azofarbstoffen ist die Lage anders, dazu gibt es eine eigene Quelle.

MythenherkunftBeleg

Was es istEin Gartenbauwissenschaftler veröffentlichte in den Siebzigern im Selbstverlag die These, Tomate, Paprika, Aubergine und Kartoffel verursachten Arthrose. Grundlage waren Selbstversuche und Fragebogenrückläufe seiner Leserschaft.

Was bei der Prüfung herauskamKontrollierte Studien dazu gibt es bis heute nicht. Was es gibt: Solanin in grünen Stellen und Keimen, das in größerer Menge tatsächlich giftig ist — ein anderer Sachverhalt, der mit Gelenken nichts zu tun hat.

Was wir daraus machenNachtschattengewächse werden wie jedes andere Gemüse bewertet. Zum Solanin steht der Mechanismus in den Fakten.

MythenherkunftBeleg

Was es istEin Kardiologe veröffentlichte eine Diät, die Kohlenhydrate stark begrenzte und Kalorien für zweitrangig erklärte. Das Buch verkaufte sich millionenfach und prägt die Debatte bis heute.

Was bei der Prüfung herauskamIn kontrollierten Studien mit gleicher Energiezufuhr verschwindet der Unterschied weitgehend. Kurzfristig nimmt man mit wenig Kohlenhydraten schneller ab, weil Glykogen Wasser bindet; nach einem Jahr liegen die Gruppen gleichauf. Was zählt, ist, welche Kost jemand durchhält.

Was wir daraus machenWir bewerten kein Makronährstoffmuster als überlegen. Die Referenzwerte geben Bereiche vor, keine Rangfolge.

MythenherkunftBeleg

Was es istVersuche zeigten Blasentumoren bei Ratten, die lebenslang sehr hohe Dosen Saccharin bekamen. Daraus wurde ein Warnhinweis auf der Packung und der bis heute wirksame Verdacht, Süßstoffe seien krebserregend.

Was bei der Prüfung herauskamDer Mechanismus stellte sich als artspezifisch heraus: Im Rattenurin bilden sich unter diesen Bedingungen Kristalle, die die Blasenwand reizen. Menschlicher Urin verhält sich anders. Die Einstufung wurde deshalb zurückgenommen und der Warnhinweis abgeschafft.

Was wir daraus machenWir bewerten Süßstoffe einzeln nach den geltenden Bewertungen und Tageshöchstmengen, nicht als Gruppe. Zu Aspartam und zur WHO-Leitlinie stehen eigene Quellen im Verzeichnis.

MythenherkunftBeleg

Was es istDer Satz stammt aus der DDR-Werbung von 1958. Nach Jahren der Knappheit gab es plötzlich Eier im Überfluss, und der Staat ließ zum Verzehr aufrufen — „Nimm ein Ei mehr“, „Ei und Ei ist vielerlei“. Der Grund war kein ernährungswissenschaftlicher: Die Kombinate für industrielle Legehennenhaltung hatten zu viele Käfige gebaut, und die Überkapazität musste weg.

Was bei der Prüfung herauskamDas Spannende ist die Gegenbewegung. Ab den späten Sechzigern kam aus den USA die Warnung, Eier trieben den Cholesterinwert hoch; daraus wurde die bis heute zitierte Obergrenze von drei Stück pro Woche. Auch die war eine Hochrechnung, kein Studienergebnis. Heute gilt: Nahrungscholesterin bewegt das LDL im Blut nur wenig, gesättigtes Fett ist der deutlich größere Hebel — weshalb die Referenzwerte keine feste Eierzahl mehr nennen. Ein Teil der Menschen reagiert stärker als der Rest, die sogenannten Hyper-Responder. Und die Kohortendaten zum Herzrisiko widersprechen sich bis heute.

Was wir daraus machenWir nennen keine Eierzahl, in keine Richtung. Bewertet wird, was auf dem Teller liegt: gesättigtes Fett, Salz und was das Ei begleitet — ein Ei im Salat ist etwas anderes als eines neben Speck und Weißbrot. Beide Merksätze, der werbende und der warnende, sind nicht aus Daten entstanden.

MythenherkunftBeleg

Hodges, C. et al. (2019). Method of Food Preparation Influences Blood Glucose Response to a High-Carbohydrate Meal: A Randomised Cross-over Trial.

Randomisierte Cross-over-Studie: Dieselbe Nudelportion wurde frisch gekocht, abgekühlt und wieder aufgewärmt gegessen. Die aufgewärmte Variante führte zur flachsten Blutzuckerkurve — beim Abkühlen bildet sich eine Stärkeform, die der Dünndarm nicht mehr vollständig aufschließt. Kleine Teilnehmerzahl, aber sauberes Design mit jeder Person als eigener Kontrolle.

Experiment

Wang, X. et al. (2025). European Heart Journal.

Auswertung von rund 40.000 Erwachsenen: Wer Kaffee überwiegend morgens trank, hatte eine geringere Gesamt- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit als Nichttrinker; bei über den Tag verteiltem Konsum zeigte sich dieser Zusammenhang nicht. Beobachtungsstudie — ein Auswahleffekt ist nicht auszuschließen, weil Morgentrinker sich auch sonst regelmäßiger verhalten könnten.

Beobachtung

Zhou, B. et al. (2025). Coffee Consumption, Additives and Mortality, The Journal of Nutrition.

Auswertung von rund 46.000 Erwachsenen über neun Erhebungszyklen: Der Zusammenhang zwischen Kaffee und geringerer Sterblichkeit zeigte sich vor allem bei schwarzem Kaffee. Bereits mehr als 2,5 Gramm Zucker oder 1 Gramm gesättigtes Fett je Tasse — etwa ein Esslöffel Sahne — gingen mit dem Verschwinden des Zusammenhangs einher. Beobachtungsdaten, keine Interventionsstudie.

Experiment

Hooper, L. et al. (2020). Reduction in saturated fat intake for cardiovascular disease, Cochrane Database of Systematic Reviews.

Cochrane-Übersicht über randomisierte Studien: Wer gesättigte Fette mindestens zwei Jahre lang reduzierte, hatte rund 17 % weniger kombinierte Herz-Kreislauf-Ereignisse (12 Studien, 53.758 Teilnehmende). Entscheidend war, was an die Stelle trat — mehrfach ungesättigte Fette oder hochwertige Kohlenhydrate zeigten Nutzen, bei einfach ungesättigten blieb die Lage unklar. Auf die Gesamtsterblichkeit zeigte sich kein Effekt.

Experiment

Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz (lfd.). Untersuchung von Frittier- und Siedefetten.

Amtliche Überwachung von Frittierfetten in Imbissen, Gemeinschaftsverpflegung und auf Märkten. Festgehalten wird, dass beim Frittieren erhebliche Mengen Fett in das Lebensmittel übergehen — besonders über die Panade eines Schnitzels oder die Oberfläche von Pommes. Der größte Teil davon wird beim Herausnehmen aufgesogen, wenn das anhaftende Fett abkühlt.

Behörde & Leitlinie

Lauby-Secretan, B. et al. (2016). Body Fatness and Cancer — Viewpoint of the IARC Working Group, New England Journal of Medicine.

Die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO wertete über 1.000 Studien aus. Für 13 Krebsarten gilt der Zusammenhang mit übermäßigem Körperfett als belegt — darunter Darm-, Brust- (nach den Wechseljahren), Bauchspeicheldrüsen-, Leber-, Gebärmutter-, Speiseröhren- und Nierenkrebs. Je ausgeprägter das Übergewicht, desto höher das Risiko. Ob Abnehmen das Risiko wieder senkt, liess sich aus den Daten nicht sicher ableiten.

Behörde & Leitlinie

Deutsches Krebsforschungszentrum (lfd.). Krebsrisiko Übergewicht und Adipositas.

Einordnung der IARC-Bewertung für Deutschland: Rund 7 von 100 Krebserkrankungen standen 2018 im Zusammenhang mit starkem Übergewicht. Bei Gebärmutter-, Nieren- und Speiseröhrenkrebs ist fast die Hälfte aller Fälle darauf zurückzuführen. Als Mechanismus gilt der veränderte Stoffwechsel des Bauchfetts, das Botenstoffe bildet und eine dauerhafte leichte Entzündung unterhält.

Behörde & Leitlinie

Mekić, S. et al. (2019). A healthy diet in women is associated with less facial wrinkles, Journal of the American Academy of Dermatology.

Bevölkerungskohorte mit 2.753 Teilnehmenden über 50 (Rotterdam-Studie). Falten wurden auf Gesichtsfotos digital vermessen — als Flächenanteil der Haut, nicht nach Augenmaß. Bei Frauen ging ein Ernaehrungsmuster mit viel rotem Fleisch und Snacks mit mehr Gesichtsfalten einher, ein obstbetontes Muster mit weniger. Bei Männern zeigte sich kein Zusammenhang. Beobachtungsstudie: Der Effekt ist nicht bewiesen, und andere Lebensstilfaktoren können mitspielen.

Beobachtung

Lane, M. M. et al. (2024). Ultra-processed food exposure and adverse health outcomes: umbrella review of epidemiological meta-analyses, BMJ.

Dachübersicht über 45 zusammengefasste Auswertungen mit insgesamt 9.888.373 Personen. Für 32 von 45 Gesundheitsgrößen fand sich ein Zusammenhang mit höherem Verzehr ultrahochverarbeiteter Lebensmittel. Als überzeugend eingestuft: rund 50 % höhere Herz-Kreislauf-Sterblichkeit, 48 bis 53 % höheres Risiko für Angst und häufige psychische Störungen, 12 % höheres Diabetesrisiko. Schwächer belegt: Asthma, Magen-Darm-Beschwerden und einzelne Krebsarten. Die Autoren betonen, dass es Beobachtungsdaten sind.

Zusammenfassung

Dai, S. et al. (2024). Ultra-processed foods and human health: an umbrella review and updated meta-analyses, Clinical Nutrition.

Zweite unabhängige Dachübersicht mit 49 Gesundheitsgrößen. Bemerkenswert ist der Satz der Autoren: In keiner einzigen ausgewerteten Studie ging ein höherer Verzehr ultrahochverarbeiteter Lebensmittel mit einem günstigen Gesundheitsergebnis einher.

Zusammenfassung

Deutsches Lebensmittelbuch (lfd.). Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse.

Amtliche Beschreibung dessen, was in Deutschland unter einer Wurstsorte zu verstehen ist. Für Wiener und Bockwurst nennen die Leitsätze als Ausgangsmaterial grob entsehntes Rindfleisch, fettgewebereiches Schweinefleisch und Speck. Bei Schweinefleisch schließt die Bezeichnung „Fleisch“ die anhaftende Schwarte ein; technologisch bedingt dürfen Schwarten und Innereien mitverarbeitet werden. Der Anteil an Separatorenfleisch im Fleischanteil ist auf höchstens 50 Prozent begrenzt; bei Erzeugnissen mit Hinweisen wie „Spitzenqualität“ oder „Delikatess“ ist es ganz ausgeschlossen.

Behörde & Leitlinie

Arbeitskreis der Lebensmittelchemiker (2024). Leitfaden zur Kennzeichnung von Kochpökelwaren und deren Ersatzprodukten.

Amtlicher Leitfaden zur Abgrenzung von Kochschinken und ähnlichen Erzeugnissen. „Schinken“ setzt mindestens 90 Prozent Fleisch voraus. Zwischen 85 und 90 Prozent ist die Bezeichnung „Schinken mit Trinkwasser“ oder „mit Gewürzlake“ nötig. Darunter handelt es sich nicht mehr um Schinken, sondern um ein Erzeugnis eigener Art: Solche Produkte enthalten im Schnitt nur 50 bis 60 Prozent Fleisch, bis zu 40 Prozent zugesetztes Wasser sowie Stärke und Verdickungsmittel; Fleisch wird häufig durch fleischfremdes Eiweiß aus Soja oder Milch ergänzt.

Behörde & Leitlinie

Deutsches Lebensmittelbuch (2021). Leitsätze für Fisch und Fischerzeugnisse.

Amtliche Verkehrsauffassung für Fischerzeugnisse. Panierte Fischstäbchen müssen mindestens 50 Prozent Fischanteil enthalten; sind sie aus Blöcken geschnitten und gepresst, ist die Bezeichnung um „aus Fischstücken zusammengefügt“ zu ergänzen. Surimi ist eine Fischzubereitung aus Fischmuskeleiweiß, hergestellt mit Bindemitteln, Zucker und Aromastoffen; werden damit Krebs- oder Weichtiere nachgeahmt, lautet die Bezeichnung ausdrücklich „Surimi-Imitat … aus Fischmuskeleiweiß geformt“. Für die Schutzglasur tiefgefrorener Ware sind bis zu 20 Prozent Wasser vorgesehen.

Behörde & Leitlinie

Arbeitskreis Lebensmittelhygiene (ALTS) (2021). Leitfaden: Wasserzusatz in unverarbeiteten Fischereierzeugnissen.

Amtlicher Leitfaden zur Erkennung von zugesetztem Wasser in Fisch, Garnelen und Tintenfisch. Dokumentiert unter anderem, dass Garnelenschwänze mit rund 30 Prozent Wasserzusatz beim Kochen deutlich stärker schrumpfen als unbehandelte Ware. Wasserzusatz ohne Hinweis ist nur zum Ausgleich natürlicher Verluste zulässig; darüber hinaus muss er gekennzeichnet werden.

Behörde & Leitlinie

Deutsches Lebensmittelbuch (lfd.). Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse — Leberkäse und Leberwurst.

Leitsatznummer 2.222.2: „Leberkäs(e) enthält in Bayern in der Regel keine Leber.“ Erzeugnisse nach diesem Rezept dürfen deshalb auch außerhalb Bayerns als „Bayerischer Leberkäse“ bezeichnet werden — die Angabe ist keine Herkunftsbezeichnung. Ausserhalb dieser Ausnahme muss Leberkäse mindestens fünf Prozent Leber enthalten, sonst heißt er Fleischkäse; für Stuttgarter Leberkäse gilt die Fünf-Prozent-Regel ebenfalls. Die Verbraucherzentrale hält die Regelung für nicht verbraucherfreundlich und hat das zuständige Ministerium darauf hingewiesen.

Behörde & Leitlinie

Quellenangaben je Karte. Orientierung, kein Ersatz für ärztliche oder tierärztliche Beratung.